Rathaus und Marktplatz

Den Mittelpunkt der historischen Altstadt bildet der in seiner ursprünglichen Form erhaltene Marktplatz mit dem Rathaus. Der in den Jahren 1597-1598 errichtete prächtige Renaissancebau des Rathauses wies eine Besonderheit auf. Den Giebel zierte eine überlebensgroße Steinfigur, die den heiligen Jakobus darstellte. Nach schweren Beschädigungen während des 30-jährigen Krieges wurde 1656 das Rathaus ausgebaut und erhielt einen Fachwerkgiebel ohne die Steinfigur. Aus dieser Zeit stammen auch noch die Antrittspfosten des spätbarocken Treppenhauses.

Das Glockenspiel am Rathaus ist zu folgenden Zeiten zu hören: 9.31, 11.31, 15.31 und 18.31 Uhr.

Jakobikirche

Die erste Nachricht über die Altstädter Jakobikirche stammt aus dem Jahr 1495. Die Vorgängerkirche, von der einzelne Fundamente erhalten sind, entstand vermutlich zusammen mit der Stadt Rotenburg kurz vor 1200. Die Jakobikirche ist als zweischiffige spätgotische Hallenkirche gebaut. Der Innenraum ist geprägt durch die zahlreichen Einbauten, die eingeschossige Empore im Westen des Langhauses und die Chorempore im Osten mit der Orgel von Jost Schäffer aus dem Jahr 1682. Der von sechs korinthischen Säulen getragene Altar wurde 1581 für die Kapelle des Rotenburger Schlosses geschaffen und kam 1790, als die Schlosskapelle abgerissen wurde, in die Jakobikirche. 1663 entstand die Kanzel. Rechts neben der Eingangstür befinden sich mittelalterliche Maßangaben. Im Turm läuten fünf Glocken, deren älteste aus dem Jahr 1482 stammt und somit eine der ältesten Glocken Deutschlands ist.

Bronzefiguren „Tratsch der Marktweiber“

An historischer Stelle des Rotenburger Marktes wird der neueste Tratsch zwischen Land- und Trachtenfrau dargestellt. Die feinere Dame trägt die Rotenburger Tracht. Der Hund hat wohl die frische Wurst im Korb gerochen. Die Marktfrau mit Kopftuch in typischer Kittelschürze sieht dem Tratsch der beiden Frauen interessiert zu. Der Begriff „Tracht“ stammt dem Sinne nach von „was man trägt“ oder „getragen hat“. Tracht ordnete auch noch im 19. Jahrhundert die Menschen nach verschiedenen Kriterien wie Geschlecht, Herkunft, Familienstand usw.

Sankt Georg Kapelle

Wahrscheinlich handelt es sich hier um das älteste Gebäude der Altstadt. Bereits im 14. Jahrhundert wurde das Haus in eine Kapelle umgebaut. Der Platz davor war ein Friedhof. In der Kapelle wurden Trauergottesdienste abgehalten. Ebenfalls diente es als Hospital. 1352 wurde bei der Kapelle ein Kollegialstift gegründet, in welchem die Geistlichen nach ordensmäßigen Regeln in einem „Kanon“ lebten. Dies bedeutete, dass sie ohne klösterliche Entsagungen zusammenleben konnten.

Ältestes Wohnhaus (Breitenstraße 39)

Vermutlich unmittelbar nach dem Stadtbrand 1478 erbaut und bei späteren Stadtbränden verschont geblieben. Das Untergeschoss (Parterre und Stockwerk darüber) als Ständerbau, das Obergeschoss (2. Stock und Giebel) ragt in die Straße hinein und schafft so mehr Wohnraum. Reiche Balkenverzierung macht das Haus zu einem Schmuckstück.