Mit der Fertigstellung einer neuen Marina im Zentrum von Szczecin (Stettin) im Sommer 2015 wurde die Westpommersche Segelroute komplettiert. Insgesamt umfasst die Route 36 Anleger und Marinas, von denen viele in den vergangenen Jahren neu gebaut oder modernisiert wurden. Die Route verbindet die Oder mit dem Stettiner Haff und führt weiter entlang der polnischen Ostseeküste. Mit ihr soll den Wassertourismus im Nordwesten Polens weiter gestärkt werden.

Neue Marina auf der Insel Wyspa Grodzka

Der Bau der neuen Marina auf der Insel Wyspa Grodzka (Schächerwiese) im Zentrum der Hafenstadt Stettin war das größte Einzelprojekt beim Aufbau der Westpommerschen Segelroute. Derzeit besitzt die Anlage Liegeplätze für 73 Boote, die Zahl soll künftig noch auf 150 gesteigert werden. Zur Marina gehört ein neu erbautes Gebäude, das sich optisch durch die lichte Verbindung breiter Glasfronten mit hellen Holzpaneelen auszeichnet. Dort gibt es unter anderem verschiedene Räume für Segler, die Verwaltung und eine Werkstatt. Geplant sind auch ein Geschäft mit Segelbedarf sowie ein Bootsverleih mit Kajaks und Motorjachten. Betrieben wird die Anlage von der Stettiner Schifffahrsgesellschaft Żegluga Szczecińska.

Die Arbeiten an der neuen Marina gestalteten sich aufwendiger als zunächst gedacht. So musste der Boden auf der von der Odra (Oder) und ihrem Nebenarm Duńczyca (Dunzig) umflossenen Insel um zwei Meter aufgeschüttet werden. Neben dem Jachthafen entstand eine mit Holz verkleidete Fußgängerbrücke, die zur benachbarten Insel Łasztownia (Lastadie) führt. Die gesamten Arbeiten kosteten rund zehn Millionen Euro. Die neue innerstädtische Marina ist Teil des Stadtplanungskonzeptes „Floating Garden 2050 Szczecin“. Dessen Ziel ist es, die Stadt umweltfreundlich umzugestalten. So sollen auf der Wyspa Grodzka, gegenüber den berühmten Wały Chrobrego (Hakenterrassen), künftig auch ein Amphitheater, Sportanlagen, Cafés und Restaurants entstehen. Auf der Wyspa Łasztownia wurden bereits moderne Bürogebäude errichtet.

Insgesamt 36 Marinas und Anleger im Nordwesten Polens

Mit der neuen innerstädtischen Marina in Szczecin umfasst die Westpommersche Segelroute insgesamt 36 Marinas und Anleger auf dem Gebiet der Woiwodschaft Zachodniopomorskie (Westpommern). Die südlichsten liegen unweit der Stadt Schwedt an der Oder. Wie Perlen an der Kette reihen sich die weiteren Marinas entlang der Oder, am Stettiner Haff und der Ostseeküste bis nach Darłowo (Rügenwalde). Segler finden im Abstand von wenigen Stunden Häfen, in denen sie anlegen, duschen und sich mit dem Nötigsten versorgen können.

Größte neue Marina

Die größte neue Marina entlang der Route entstand in Kamień Pomorski (Cammin). Sie wurde bereits 2012 fertiggestellt und verfügt über 240 Liegeplätze. Der vorhandene Kai musste erneuert werden, es entstanden eine neue Abwasserentsorgung, zwei Bootshallen sowie ein Mehrzweckgebäude mit Klubräumen, Sanitäranlagen und einem Seglerladen. Insgesamt wurden dort etwa sechs Millionen Euro investiert. Noch größer ist nur das Nordbecken in Świnoujście (Swinemünde) mit Platz für 300 Boote. Der Jachthafen im Seebad Kołobrzeg (Kolberg) wurde ebenfalls bereits 2012 eröffnet. Für rund drei Millionen Euro wurden dort die Liegeplätze erneuert, Strom- und Wasseranschlüsse gelegt und ein neues Klubhaus mit Sanitäreinrichtungen erbaut. Die Anlage bot zunächst Platz für 67 Boote, wurde aber schrittweise erweitert. Im kommenden Jahr soll in Kolberg die Kapazität von jetzt 120 auf 250 Liegeplätze vergrößert werden.

Neue Infrastruktur

Von der Westpommerschen Segelroute erhoffen sich die Verantwortlichen eine weitere Entwicklung des Wassertourismus in der Region. Die Jachthäfen liegen selten weiter als 20 bis 30 Seemeilen voneinander entfernt und bieten vom Stromanschluss bis zu Duschen alles, was Segler auf ihrem Törn benötigen. Dazwischen finden sich viele kleinere Anleger, die sich für einen kürzeren Aufenthalt und Ausflüge an Land eignen. Die neu entstandene Infrastruktur nutzen Freizeitkapitäne, die in der Region ihre Ferien verbringen. Aber auch Segler, die aus Richtung Berlin nach Skandinavien unterwegs sind, finden dort geeignete Zwischenstationen.

Eine ausführliche Beschreibung der Route und der Anlegestellen in deutscher Sprache unter www.marinas.pl
Informationen über touristische Angebote in der Region Westpommern unter www.meerderabenteuer.eu
Infos zu Stettin unter www.szczecin.eu
Allgemeine Auskünfte über Reisen nach Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt unter www.polen.travel

 

Hier ein weiterer Beitrag auf einfachraus.eu zu Stettin,