Auf der Königin-Luise-Route
Was den Byern ihr König Ludwig II. ist, ist vielen Mecklenburgern, Berlinern und Brandenburgern die legendäre Königigin Luise (1776-1810). Sie avancierte in diesem Jahr nicht nur mit den großen Ausstellungen in Berlin-Charlottenburg, auf der Pfaueninsel und im havelländischen Paretz zu einem touristisches Markenzeichen. Luise wurde in Hannover geboren. Sie starb auf dem Sommersitz ihres Vaters im Schloss Hohenzieritz. Ihre letzte Ruhe fand sie in Berlin.
An wichtige Stätten ihres Lebens führt die Königin-Luise-Route. Man kann die rund 150 Kilometer lange Tour in Berlin beginnen und in Hohenzieritz enden lassen, oder umgekehrt.
Wie an einem Band fädeln sich zahlreiche Erinnerungsorte auf, so lassen sich vortrefflich markante Punkte, Denkmäler, Gedenkstätten und Museen, die sich mit dem Leben, Sterben und dem Nachruhm der jung gestorbenen Königin beschäftigen, besuchen.
Wir lassen Berlin hinter uns, schauen uns in Paretz – dem „Luisenort“ schlechthin in Brandenburg – die fulminante Schau über die Kleider der Königin an. Eine Ausstellung prachtvoller Tages- und Abendkleider, Reitkostüme und bunter Kaschmirschals soll zeigen, dass die preußische First Lady auch in Sachen Mode Zeichen setzte.
Schloss Oranienburg erhilet Luise zum 18. Geburtstag 1794 als Geschenk von ihrem Schwiegervater Friedrich Wilhelm II. Sie bewohnte das Schloss in den Sommermonaten.
In der Nacht vom 26. zum 27. Juli 1810 wurde der Sarg der Königin auf dem Weg nach Hohenzieritz vor dem Schloss aufgestellt. Drei große Linden markieren heute noch den Standort.
Im Granseer Ortsteil Fischerwall, an der B 96 gelegen, fand im Seilerhof, an der Zollstation zwischen Mecklenburg und Preußen, ein Pferdewechsel staat. Zum Gedenken daran wurde später das „Kleine Louisendenkmal“ errichtet, ein eisernes Monument mit verschiedenen Luise gewidmeten Inschriften.
In Gransee auf dem Schinkelplatz erinnert ein von Karl-Friedrich Schinkel entworfenen Denkmal, ein dunkler Sarg mit goldener Krone und schützendem Baldachin an die Königin. Auf diesem Platz wurde während der Überführung nach Berlin in der Nacht vom 25. zum 26. Juli 1810 der Leichnam der Königin aufgebahrt. Werner Beil, Inhaber der Luisenbuchhandlung, hält die Erinnerung an die Königin mit der wohl größten Bücherauswahlim „Luisenjahr“ wach. Auch das Heimatmuseum mit einem Luisenzimmer erinnert an die „Königin der Herzen“.
Über Fürstenberg, wo der Tross mit dem Sarg auf dem Marktplatz Pause machte, gelangt man nach Neustrelitz.
Neustrelitz war die Hauptresidenz der Herzöge und Großherzöge von Mecklenburg-Streltz. Das Residenzschloss wurde Ende des Zeiten Weltkriegs zerstört und später abgetragen. Über die Geschichte des Strelitzer Fürstenhauses informiert das Museum. Zur Erinnerung an die berühmte Strelitzer Prinzessin wurde 1891 der Luisentempel im Schlossgarten errichtet. In ihm befindet sich eine Kopie der Grabstatue von Albert Wolf nach Christian Daniel Rauchs in zweiter Fassung.
Im Sommer gibt der Schlossgarten eine prächtige Kulisse für die Schlossgartenspiele „Königin Luise – Königin der Herzen“, eine Operette mit Musik von Johann Strauß, Jacques Offenbach und Walter Kollo, ab. Eines der schönsten Bauwerke in Neustrelitz ist die Schlosskirche – ein kreuzförmiger Backsteinbau in romantischen neugotischen Formen.
Was Paretz für Brandenburg, ist Hohenzieritz für Mecklenburg-Vorpommern. Überall begegnet man authentischen Orten, die mit Luise zusammenhängen.
Hier starb die Königin – nach mehrwöchiger Krankheit – am 19. Juli 1810 während eines Familienbescuchs auf dem Sommersitz ihrer Eltern. 1813 wurde bereits das Sterbezimmer als Gedenkstätte eingerichtet. Es bestand bis 1945 und ist ab dem Jahr 2000 mit der Dauerausstellung „Von Hannover bis Charlottenburg – Lebensweg einer großen Königin“ ein viel besuchter überreginonaler Tourismusevent mit jährlich über 10000 Besuchern.
Eine große Sammlung von Bildern, Schmuck, Porzellan und anderen Erinnerungsstücken konnte in den vergangenen Jahren zusammengetragen werden. Zu besichtigen sind außerdem der Luisen-Tempel im Schlosspark und die Rundkurche. Das Schloss ist heute Sitz des Nationalparkamtes Müritz.
Hier geht es zur Königin-Luise-Radroute
Wer will kann die Tour ins fürstliche Schloss Mirow, einst ein wichtiger Nebensitz des Strelitzer Fürstenhauses, fortsetzen. Nahezu alle regierenden Häupter des Hauses Mecklenburg-Strelitz sind in der Fürstengruft (Johanniterkirche) beigesetzt. Auch die Eltern von Luise fanden dort ihre letzte Ruhe.
Tourismusverband Mecklenburg-Vorpommern e.V.: www.auf-nach-mv.de
Schlossverein Hohenzieritz Louisen-Gedenkstätte e.V.: www.Louisen-Gedenkstaette.de
Infos zu den einzelnen Stationen: www.koenigin-luise-route.de/
Pfaueninsel: Luise. Die Inselwelt der Königin
Mit großem Publikumserfolg ging die Ausstellung „Luise. Leben und Mythos der Königin“ im Schloss Charlottenburg zu Ende, doch bleibt Luise mit zwei weiteren Ausstellungen auf der Berliner Pfaueninsel und in Paretz präsent. Anlass ist der 200. Todestag der „Königin der Herzen“, der sich am 19. Juli 2010 jährt.
Paretz; Luise. Die Kleider der Königin
Luise war berühmt für ihre Schönheit und eine modebewusste Frau, die es verstand, ihre weiblichen Reize zu unterstreichen. Für die Ausstellung an ihrem ländlichen Rückzugsort wird erstmals Luises originaler Kleiderbestand, vom Reitkostüm bis zur Abendrobe einschließlich der passenden Accesoires, zusammengetragen und im Kontext der Mode und des Schönheitsideals ihrer Zeit präsentiert.
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