Wieder ein Höhepunkt in Potsdams Kulturkalender. Ab morgen im Museum Barberini: „Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland“ zeigt anhand von über 110 Werken aus mehr als 60 internationalen Sammlungen eindrucksvoll die Entwicklung des Impressionismus in Deutschland in ganzer Bandbreite.

Max Liebermann Gartenbank unter dem Kastanienbaum, 1916, Privatsammlung
Im Zentrum steht Liebermann in seinen Rollen als Künstler, Sammler und Präsident der Berliner Secession, der entscheidende Impulse für die Internationalisierung des deutschen Kunstbetriebs gab. Zugleich macht die Ausstellung sichtbar, wie eine neue Generation von Malerinnen und Malern – inspiriert von der französischen Moderne – Themen wie pulsierende Stadtansichten, Freizeit- und Naturdarstellungen, Kinderportraits und Theaterszenen künstlerisch weiter- entwickelte.

Max Liebermann Freistunde im Amsterdamer Waisenhaus, 1881/82 Foto: Weirauch

„Eine Ausstellung zum Impressionismus in Deutschland in dieser Reihe zu zeigen, eröffnet die Möglichkeit, die Werke unserer eigenen Kunstgeschichte mit frischem Blick in einem internationalen Kontext zu betrachten. Wir wünschen unseren Besucherinnen und Besuchern viel Freude und Inspiration beim Eintauchen in die leuchtenden Bildwelten von Max Liebermann und seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern – Bilder, die eindrucksvoll die hohe malerische Qualität und die emotionale Ausdruckskraft des Impressionismus in Deutschland sichtbar machen“, sagt Ortrud Westheider, Direktorin des Museums Barberini und Ausstellungskuratorin.

Max Liebermann, Stevenstift in Leiden, Nationalgalerie Berlin
Neben Schlüsselwerken von Max Liebermann, Lovis Corinth, Max Slevogt und Fritz von Uhde werden auch Arbeiten weiterer bedeutender und neu zu entdeckender Künstlerinnen und Künstler gezeigt, darunter Philipp Franck, Dora Hitz, Gotthardt Kuehl, Sabine Lepsius, Maria Slavona und Lesser Ury. Technischer Fortschritt, gesellschaftliche Modernisierung und neue Mobilität ermöglichten eine bisher unbekannte künstlerische Freiheit.
Der unter freiem Himmel entwickelte Malstil des Impressionismus spiegelt mit seinen Stadtansichten, Freizeit- und Naturdarstellungen exemplarisch diese Epoche der künstlerischen Neuerung wider.
Woher kommen die Bilder ?
Die Leihgaben stammen aus bedeutenden deutschen und internationalen Sammlungen, darunter die Alte Nationalgalerie Berlin, das Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, das Folkwang Museum Essen, das Städel Museum Frankfurt, die Neue Pinakothek München, das Museo Nacional Thyssen-Bornemisza Madrid, das Musée d’Orsay Paris und das Belvedere Wien. Mit Werken von über zwanzig Künstlerinnen und Künstlern zeigt die Ausstellung die Vielfalt des deutschen Impressionismus und spannt einen chronologischen Bogen von den 1880er bis in die 1930er Jahre. Sie beleuchtet die von Frankreich ausgehenden Impulse und ihren Resonanzraum vor und nach dem Ersten Weltkrieg.

Der Neue See im Berliner Tiergarten, 1903, Kunsthalle Mannheim
Es lohnt also wieder das so couragiert geführte Museum am Alten Markt in Potsdam zu besuchen.
Warum ihr ausserdem in das Museum Barberini kommen solltet ?
Ein besonderer Fokus liegt auf dem lange vernachlässigten Beitrag von Künstlerinnen zur Entwicklung des deutschen Impressionismus. Gezeigt werden Werke von Charlotte Berend-Corinth, Emilie von Hallavanya, Dora Hitz, Sabine Lepsius und Maria Slavona. Sie behaupteten sich bereits im konservativen Kaiserreich künstlerisch und ermöglichen heute ein erweitertes Verständnis der Bewegung. Ein weiterer neuer Aspekt ist der Blick auf die Anregungen, die deutsche Künstlerinnen und Künstler in Frankreich erhalten haben und wie sie diese Impulse in ihre Malerei umsetzen.
Wie lange ist die Ausstellung zu sehen ? bis 7. Juni 2026
Adresse: Museum Barberini, Alter Markt, Humboldtstraße 5–6, 14467 Potsdam
Öffnungszeiten: Mi–Mo 10–19 Uhr
Für Kindergärten und Schulen nach Anmeldung Mo–Fr (außer Di) ab 9 Uhr
Eintritt und Tickets: Mo, Mi–Fr € 16 / € 10, Sa/So/Feiertage € 18 / € 10, Freier Eintritt
unter 18 Jahren und für Schüler, freier Eintritt jeden Donnerstag ab 14 Uhr für alle unter 25
Kurator*innen: Ortrud Westheider, Museum Barberini, Potsdam
Daniel Zamani, Museum Frieder Burda, Baden-Baden
Ein neues Format feiert Premiere: Der Barberini Salon lädt zu von Shelly Kupferberg moderierten Gesprächsrunden ein, die Brücken zwischen Geschichte und Gegenwart schlagen. Ergänzt wird das Programm durch Live-Acts in den Ausstellungsräumen. Der Abend knüpft an die Historie des Palais Barberini und die Salonkultur der impressionistischen Zeit an (8. Mai)
• Spezielle Gartenführungen laden ins Freie ein: Die schönsten Gärten in Potsdam und Berlin eröffnen faszinierende Einblicke in die Blumen- und Gartenwelt von Max Liebermann. Die Teilnehmenden erhalten spannende Einblicke in die Gestaltung, Pflanzenwahl und Geschichte der Anlagen sowie über die zentrale Bedeutung der Natur für Liebermanns Kunst; Führungen finden in der Liebermann-Villa (24. April), im Karl-Foerster-Garten (31. Mai) und im Botanischen Garten Berlin (4. Juni) statt.
• Ein Vortrag von Anette Hüsch, Direktorin der Alten Nationalgalerie (27. Mai)
• Ein Abend zu den weiblichen Positionen der Ausstellung, der Maria Slavona, Emilie von Hallavanya, Dora Hitz, Sabine Lepsius, und Charlotte Berend-Corinth als Teil der Avantgarde verortet und über Sichtbarkeit und weibliche Perspektiven in der Kunst reflektiert
(22. April)
Ergänzt wird das Programm durch Führungen durch die Ausstellung und Sammlung in mehr als neun verschiedenen Sprachen, Workshops, Yoga-Veranstaltungen und barrierefreie Angebote.
Das vollständige Programm sowie aktuelle Ergänzungen und Neuigkeiten zu den Angeboten findet ihr auf der Webseite des Museums Barberini.
Der Katalog erschien im Prestel Verlag München

Katalog Avantgarde Max Liebermann und der Impressionismus in Deutshcland, Verlag Prestel
Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland
Herausgegeben von Michael Philipp, Nerina Santorius,
Ortrud Westheider und Daniel Zamani
Prestel Verlag, München 2025, Hardcover mit
Schutzumschlag, 285 Seiten, 24 x 30 cm, 270 farb. Abb.
978-3-7913-7624-0, Buchhandel € 45
Museumsshop € 39,90,
Tipp: Besucht auch die Liebermannvilla am Berliner Wannsee.
Und anschließend auch zum Grab der Familie Liebermann an die Schönhauser Allee.

Gtrabstätte Liebermann auf dem Jüdischen Friedhof Schönhauser Allee in Berlin-Pankow. Foto: Weirauch
Und es geht weiter mit Impressionismusausstellungen
Ausstellungen zum Impressionismus in Deutschland 2026 in in Berlin und Potsdam. Im Laufe des Jahres widmen sich nicht nur das Museum Barberini in Potsdam, sondern auch die Berlinische Galerie, die Alte Nationalgalerie sowie die Liebermann-Villa am Wannsee in mehreren Ausstellungen dem deutschen Impressionismus. Dabei rücken sie zentrale Künstlerpersönlichkeiten wie Max Liebermann, Max Slevogt und Lovis Corinth ebenso in den Fokus wie die Netzwerke von Sammlern, Galeristen und Kritikern, die den Durchbruch der Moderne begleiteten und förderten. Das Potsdamer Museum Barberini hatte in den vergangenen Jahren bereits einige Impressionistenausstellungen veranstaltet – mit immer sehr großem Erfolgt. Das wünschen wir auch der neuen Ausstellung.

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