Die lebendige Kulturstadt Francavilla Fontana mit dem wunderbar herausgeputzten Palazzo Imperiali als Hauptattraktion ist das erste Ziel unserer 6-tägigen Frühlingsreise durch den Absatz des italienischen Stiefels.. Hier begrüßt uns Bürgermeister Antonello Denuzzo und macht auf die Ausstellung „Vom Barock zu Neobarock“ aufmerksam, die in Zusammenarbeit mit der Unternehmensgruppe MimExperience organisiert wurde. Die Schau ist das Asustellungshihghlight 2026 und woll viele Gäste aus nah und fern in die Stadt bringen. Beim Gang durch die Stadt hatten wir über das weitläufige historische Zentrum von Francavilla Fontana gestaunt. Auffällig sind die vielen Adelsresidenzen, ehemals isoliert stehende barocke Prunkbauten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, heute mit den schlichteren Stadthäusern zusammengewachsen und in ihrer architektonischen Wirkung weitgehend neutralisiert. Castello imperiali Salento Francavilla fontana

Castello imperiali Salento Francavilla fontanaDas schillerndste Baudenkmal ist der zinnenbewehrte Palazzo Imperiali (Castello die Francavilla Fontana). Die Entstehung dieses außergewöhnlichen Feudalpalastes  geht auf das 15. Jahrhundert zurück; aber erst die Inbesitznahme durch die namengebende Genueser Familie Imperiali ließ die schlossartige Herrschaftsresidenz aufblühen. Fassade, Portal, Loggia, Balkon und Innenhof wurden mit stilvermengender Überschwänglichkeit bearbeitet. Außen und innen erstickt der aus Tuff- und Sanstein gebaute Palazzo geradezu in einer Flut unterschiedlichster Ornament und Wappen, darunter auch das Stadtwappen von Franavilla – ein Olivenbaum. In den Räumen des Piano nobile (Hauptgeschoss) hängen künstlerisch wertvolle Gemälde aus venezianischen und neapolitanischen Malerschulen vorwiegend des 17. Jahrhunderts. Und ab Mai 2026 besichtigten wir darin die Sonderschau. „Barocco e Neobarocco. Da Rubens a Mitoraj“, die noch bis zum 31. Juli 2026 zu sehen ist. Die Schau versucht, eine Brücke zwischen dem historischen Barock des 17. Jahrhunderts und modernen neobarocken Ausdrucksformen zu schlagen. Gezeigt werden mehr als 60 Werke aus mehreren Jahrhunderten — von klassischen Barockmalern bis zu Künstlern des 20. und 21. Jahrhunderts. Zu den prominentesten Namen gehören Peter Paul Rubens, Gian Lorenzo Bernini, Guido Reni, Anthony van Dyck sowie moderne Positionen wie Giorgio de Chirico und Igor Mitoraj.

Besondere Aufmerksamkeit erhält derzeit Mitorajs Werk „Ikaro cielo bianco“, ein spätes Enkaustik-Bild aus dem Jahr 2014, das wenige Monate vor dem Tod des Künstlers entstand.

Die Organisatoren präsentieren das Werk als symbolische Verbindung zwischen antiker Mythologie und zeitgenössischer Bildsprache. Die Ausstellung ist in sechs Kapitel gegliedert — darunter „Protobarock“, „Storia e Mito“, „Nature Morte“, „Paesaggi e Battaglie“ sowie „Sacro Barocco“. Der Kurator Pierluigi Carofano beschreibt die Schau als „visuellen Dialog“ zwischen barocker Theatralik und heutiger Bildkultur.

Die Confetti-Tradition von Francavilla Fontana

Sweets Producer Gianni Tardo Confetti-Ricci-Copeta

Sweets Producer Gianni Tardo Confetti-Ricci-Copeta

Francavilla Fontana ist in Süditalien nicht nur für Barockarchitektur bekannt, sondern auch für seine lange Tradition der „confetti“ — zuckerglasierte Mandeln, die in Italien eine zentrale Rolle bei Hochzeiten, Taufen und religiösen Festen spielen. Anders als das deutsche Wort „Konfetti“ vermuten lässt, handelt es sich dabei nicht um Papierstreusel, sondern um eine der ältesten Süßwarentraditionen Italiens. Die Geschichte der Confetti-Produktion in Francavilla reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Begünstigt wurde sie durch die landwirtschaftliche Umgebung mit Mandelanbau sowie durch die Lage zwischen Handelswegen des Salento. Mehrere Familienbetriebe spezialisierten sich früh auf die Herstellung hochwertiger Zuckerdragees. Besonders im 20. Jahrhundert entwickelte sich Francavilla Fontana neben Sulmona zu einem wichtigen Produktionsort für Confetti in Süditalien.

Traditionell bestehen Confetti aus einer gerösteten Mandel, die Schicht für Schicht mit Zucker überzogen wird. Der Herstellungsprozess ist aufwendig: In rotierenden Kupferkesseln werden dünne Zuckerschichten langsam aufgebaut, bis die typische glatte Oberfläche entsteht. Moderne Varianten enthalten heute auch Pistazien, Schokolade oder Likörfüllungen, doch die klassische weiße Mandel bleibt symbolisch am wichtigsten.

Sweets Producer Gianni Tardo Confetti-Ricci-Copeta

Gianni Tardo, ein Meister in Francavilla Fontana

Die Herstellung wirkt beinahe archaisch. In großen Kupferkesseln werden geröstete Mandeln langsam mit Zucker überzogen, während der „ricciaio“ — der Meister der Ricci — die Masse ständig bewegt. Entscheidend ist die letzte Phase: Durch Temperaturwechsel und sirupartige Glasur entsteht die unregelmäßige, fast korallenartige

Süsse Confettis gehören zum Leben

In Italien besitzen Confetti eine starke soziale und religiöse Bedeutung. Weiße Confetti stehen für Hochzeiten, rote für Universitätsabschlüsse, rosa und hellblaue für Geburten. Bei vielen Familienfeiern werden sie in kleinen Stoffbeuteln — den „bomboniere“ — verschenkt. In Apulien gehören sie bis heute selbstverständlich zu Prozessionen, Patronatsfesten und großen Familienereignissen. Die Hersteller in Francavilla verbinden inzwischen traditionelle Produktion mit moderner Vermarktung. Viele Betriebe setzen auf handwerkliche Qualität, regionale Zutaten und elegante Verpackungen für den internationalen Markt. Gleichzeitig bleibt die Herstellung stark mit lokaler Identität verbunden: Confetti gelten im Salento weniger als Luxusprodukt denn als Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens.In Francavilla Fontana gehört der Name Gianni Tardio Confetti Ricci inzwischen fast zur lokalen Kulturgeschichte.

Weitere Informationen zu Francavilla Fontana erhaltet ihr im Touribüro im Palazzo Imperiali

Wie kommt man hin

Francavilla Fontana liegt an der Schnellstraße Brindisi-Tarent (SS7), aus allen Richtungen lauf die Straßen hier zusammen, kurze Wege u.a. von und nach Oria/Manduria, Grottaglie und Ostuni. Eine Parkplatz zu finden, ist im sommer nicht einfach.

Gut essen und übernachten u.a. Masseria Agriturismo Tredicina: Küchenchef Marco Pappada

Francavillafontana.Salento

Küchenchef Marco Pappadà

Auf Wunsch kredenzt Winzer Simone Santoro seine Raritäten aus dem Weinberg. Er hat einen Wein aus der autochthonen Rebsorte Francavilla Fontana der Ölmühle von Francavilla Fontana gewidmet.

simone Santoro Wein Salento PugliaMehr über den jungen Winzer erfahrt ihr hier www.simonesantoroenolage.it

Abend: im Massena Messania & Spa in Messagne mit seiner eleganten Atmosphäre. www.massenamessapia.it

Die Stadt der vielen Kirchen