Von Jörg Berghoff
Im Jahr 2025 haben rund 270.000 Besucher/innen die Museen und Schlösser von Hessen Kassel Heritage besucht, alleine 46.000 davon Schloss Wilhelmshöhe. Diese beeindruckenden Zahlen werden in diesem Jahr wahrscheinlich noch übertroffen, denn Hessen Kassel Heritage zeigt mit den Ausstellungen zu Rembrandt und Dürer zwei der größten Maler aller Zeiten.
Vom 8. Mai bis 9. August 2026 präsentiert Hessen Kassel Heritage im Schloss Wilhelmshöhe mit der Sonderausstellung „Rembrandt 1632. Entstehung einer Marke“ erstmals einen fokussierten Blick auf das Jahr, in dem Rembrandt seine Heimatstadt Leiden verließ und nach Amsterdam übersiedelte. Der Ortswechsel markierte den Beginn seines überregionalen Erfolgs und leitete eine neue Phase seiner Karriere ein. In Amsterdam arbeitete Rembrandt in der Werkstatt des Kunsthändlers Hendrick van Uylenburgh, hier schuf er zahlreiche Einzel- und Gruppenporträts und erschloss neue Käuferkreise für seine Werke. Zugleich begann er, sein künstlerisches Profil zu schärfen und erstmals auch mit seinem Vornamen zu signieren. Die Marke „Rembrandt“ war geboren.
Die Entwicklung des Künstlers
Die Ausstellung beleuchtet diese produktive Phase und zeigt, wie Rembrandt 1632 mit unterschiedlichen Gattungen der Malerei experimentierte. Seine intensive Suche nach adäquaten Ausdrucksformen wird anhand einer Vielzahl von Werken sichtbar gemacht, die eine bemerkenswerte stilistische Bandbreite offenbaren. Neben Gemälden aus diesem Jahr werden auch Vorstudien, Varianten und Werkstattkopien präsentiert. Sie geben tiefe Einblicke in Rembrandts Arbeitsprozesse, seine stilistische Entwicklung sowie in die jeweilige Funktion einzelner Werke innerhalb der damaligen Werkstattpraxis.
Rembrandt als Marke
Rembrandt van Rijn zählt zu den bekanntesten und zugleich intensiv erforschten Künstlern des 17. Jahrhunderts. Dennoch gibt es in seinem Werk Phasen, die bislang nur wenig betrachtet wurden. Die Sonderausstellung widmet sich einer dieser Schlüsselperioden und rückt erstmals das Jahr 1632 als entscheidenden Wendepunkt in Rembrandts künstlerischer und biografischer Entwicklung in den Mittelpunkt. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich Rembrandt in diesem Jahr nicht nur als Künstler, sondern auch als künstlerische Marke etablierte – durch Wiedererkennbarkeit, strategische Positionierung auf dem Kunstmarkt und eine bewusste Gestaltung seines Werkes. Mit Leihgaben unter anderem aus Amsterdam, Berlin, London, Stockholm und Wien wird ein faszinierender Einblick in das Schlüsseljahr 1632 ermöglicht. Die Ausstellung ist in Kooperation mit der Friedenstein Stiftung Gotha entstanden und wird im Anschluss im Herzoglichen Museum Gotha gezeigt.
- Mai bis 9. August 2026 im Schloss Wilhelmshöhe, Hessen Kassel Heritage
- September bis 6. Dezember 2026 im Herzoglichen Museum Gotha, Friedenstein Stiftung
Gruppenangebot: Ausstellungsrundgang „Rembrandt 1632“ für 65 Euro zzgl. 12 Euro Eintritt pro Person (ermäßigt 9 Euro).
Dürer für hessische Fürsten
Ein weiterer großer Name der Kunstwelt wird im Herbst mit seinen Werken Einzug halten: Vom 9. Oktober 2026 bis 17. Januar 2027 zeigt Hessen Kassel Heritage in Kooperation mit dem Hessischen Landesmuseum Darmstadt die Ausstellung „Dürer für hessische Fürsten“ und richtet dabei den Blick auf die beiden hessischen Fürstenhäuser Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt, deren Sammlungen in besonderer Weise mit Dürers Werk verbunden sind. Die Ausstellung erzählt von einer über 500 Jahre währenden Begeisterung für einen Künstler, dessen Arbeiten durch technische Brillanz, großen Erfindergeist und Sinn für lukrative Bildideen geprägt sind.
Die Marke Dürer
Albrecht Dürer war bereits zu Lebzeiten europaweit berühmt und setzte Maßstäbe für Künstler und Sammler. Sein außergewöhnliches Renommee beruhte vor allem auf seiner international verbreiteten Druckgraphik. Anlässlich seines 555. Geburtstags im Jahr 2026 widmet sich die Ausstellung der Frage, wie diese Wertschätzung entstand und worin Dürers bis heute ungebrochene Modernität liegt. Das Zusammenspiel von Künstlern, Sammlern, Literaten und Kunsthändlern bildete die Grundlage für Dürers Ruhm. Neben künstlerischer Qualität spielten dabei auch Faktoren wie der Schöpfername, Seltenheit und Konkurrenz eine zentrale Rolle – ein komplexes Gefüge, in dem sich das „Making of Dürer“ vollzog.
- Oktober 2026 – 17. Januar 2027 im Schloss Wilhelmshöhe, Hessen Kassel Heritage
- November 2027 – 12. Februar 2028 im Hessischen Landesmuseum Darmstadt Merhr Infos hier: www.heritage-kassel.de
Text/Fotos: Jörg Berghoff
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