Was für eine Stadt: Danzig (Gdansk). Wir nutzten unseren letzten Kolberg-Besuch für einen Ausflug in die schöne Hansestadt, die soviel auch mit Europas Freiheit zu tun hat.  von kolberg mit dem Auto braucht man rund 2,2 Stundne, mit dem Bus eines Kolberger Reisebüroanbieters (55 Euro), ist man in 2,5 Stunden da. Im April 2026 war die Autobahn A 6 fast fertig (bis auf 40 Kilometer, die ab Mai zur Verfügung stehen).  In seiner über tausendjährigen Geschichte (1263 erhielt Danzig Stadtrecht) erlebte Danzig Zeiten der Blüte als eine der reichsten und schönsten Hansestädte und auch große Zerstörungen während des Zweiten Weltkriegs. Heute erleben wir die einst fast völlig zerstörte Stadt als lebendige, glanzvolle Stadt von ungewöhnlicher Schönheit, als Treffpunkt weltoffener Besucher aus allen Himmelsrichtungen. Dabei sind wir noch in der Vorsaison, doch volle Restaurants, viele Besucher auf der Promenade Motława und in den kleinen Seitengassen beleben die Hansestadt. +5 Die Fassaden am Langen Markt (Długi Targ) in Danzig sind prunkvolle, nach dem Zweiten Weltkrieg rekonstruierte Patrizierhäuser. Sie prägen zusammen mit dem Langen Markt das Herz des Königswegs.

Im Fokus unserer kurzen Stippvisite stand die Altstadt Danzig. Der ehemalige Danziger Hafen an der Motława (Mottlau) gehörte zu den größten in Europa. Speicherruinen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert sind imposante Zeitzeugen, einige warten noch auf ihre Rekonstruktion. Über 300 Speicher, in denen hauptsächlich Getreide gelagert wurde, gab es einst. Bis heute kann der Besucher erkennen, dass sie statt mit Nummern mit Namen versehen sind. 

 

An den Speicherhäusern beginnt unser 3-stündiger Stadtrundgang. Wir freuen uns bei herrlichem Sonnenschein auf Backsteingotik, prunkvoll verzierte Fassaden, Bernsteinschmuck, alte Hafenanlagen – polnische, deutsche und kaschubische Einflüsse mit ihren jeweiligen Kulturen lassen die Stadt zu einem besonderen Erlebnis werden. Für uns eine Bestätigung in unserem Wunsch, in dieser weltoffenen Stadt bald einen längeren Urlaub zu verbringen.

Das Krantor (polnisch Brama Żuraw – Kran(ich)tor oder kurz Żuraw – Kran) ist ein Stadttor in Danzig aus Backstein und Holz mit einer doppelten Kranfunktion. Es ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.

Das Krantor (polnisch Brama Żuraw – Kran(ich)tor oder kurz Żuraw – Kran) ist ein Stadttor aus Backstein und Holz mit einer doppelten Kranfunktion. Es ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.

Promenade am Fluss Motława 

Auf der Promenade kann man in vielen kleinen Geschäften nach Bernsteinsouvenirs suchen oder in einem der Restaurants mit maritimen Panoramablick, im Sommer ankern hier viele Segelschiffe, eine Drehbrücke lässt Schiffe ein- und ausfahren,  zu einer Kaffeepause einkehren. 

Das Krantor (polnisch Brama Żuraw – Kran(ich)tor oder kurz Żuraw – Kran) ist ein Stadttor in Danzig aus Backstein und Holz mit einer doppelten Kranfunktion. Es ist das bekannteste Wahrzeichen der Stadt.Geht man an der Promenade entlang, trifft man auf das Wahrzeichen der Stadt: das Krantor, eine von den erhalten gebliebenen Hafenanlagen aus dem Jahre 1444. Der eindrucksvolle Hafenkran mit seinen imposanten Holzrädern, die einst mit menschlicher Muskelkraft die imposante Hebeanlagen betrieben, um von großen Schiffen die Fracht auf kleinere umzulagern, gehört zu den größten erhaltenen mittelalterlichen Hafenkränen Europas. Bis zu vier Tonnen konnte das Krantor heben.

Heute ist das Technische Denkmal Teil des benachbarten Schifffahrtsmuseums.

Von der Promenade lohnt beim Frauentor ein kurzer Abstechter in die hier beginnende romantische Mariengasse, in der die Häuser charakteristische, terrassenförmige Treppenaufgänge haben. 

Rechtstädtisches Rathaus

Es liegt am Ende der Langgasse (ul. Długa). Seine Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück und zeugt von der einstigen Macht der alten Hansestadt, die vom 15. bis 17. Jahrhundert die bevölkerungsreichste und betuchteste Stadt Polens war – ein dynamisches Zentrum von Kunst, Handwerk und Handel. Glücklicherweise wurde das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Rathaus nicht abgerissen. Heute gilt der Wiederaufbau als Meisterleistung der polnischen Denkmalpflege. Die Besichtigung des Kleinods ist ein Muss während eines Danzig-Besuchs, den man mit einem Besuch auf den Rathausturm ausklingen lassen sollte. Vom Turm aus erklingen jede volle Stunde 37 Glocken zu einem kurzweiligen Spiel.

Blick vom Langen Markt zum Rathaus.

Blick vom Langen Markt zum Rathaus.

Artushof (Dwór Artusa)

Unmittelbar neben dem Rathaus zieht der prachtvolle Artushof mit seiner imposanten Renaissance-Fassade die Blicke der Touristen auf sich. Einst repräsentativer Sitz reicher Kaufleute und Patrizier, die sich zu Bruderschaften zusammengeschlossen hatten und damit an die legendäre Tafelrunde von König Arthur anknüpften. Arthushöfe entstanden vor allem in Hansestädten. Der Danziger stammt aus dem 14. Jahrhundert und gehört zu den prachtvollsten. Im Innern schmückt u.a. ein 11 Meter hoher Kamin (europaweit größter) aus dem Jahr 1445 mit 520 Keramikkacheln, die mit den Porträts europäischer Herrscher, Wappen und personifizierten Tugenden versehen sind, eine wunderschöne spätgotische Halle. Wegen einer Feier anlässlich des Tages der Befreiung konnten wir nicht in das Innere gelangen.

links das Rathaus, rechts der Arthushof.

Neptun-Brunnen

Mittelpunkt des Langen Marktes ist der Neptun-Brunnen. In Zeiten der Renaissance wurden in vielen Städten Europas repräsentative Brunnen aufgestellt. Das reiche Danzig konnte sich dem nicht entziehen. Der Entwurf und die Steinarbeiten wurden 1613 von Abraham van den Block ausgeführt, die Figur des Neptuns goss 1615 Gert Benning II. nach einem Modell von Peter Husen. 1633 wurde er aufgestellt und 1634 anlässlich der Feier des Sieges der polnischen Truppen über die russischen bei Smolensk das Wasserspiel in  Gang gesetzt. Noch heute wird jährlich an den Sieg der polnischen Truppen erinnert.

Der Neptunbrunnen (polnisch Fontanna Neptuna) ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Danzig (Gdańsk) und befindet sich im Herzen der historischen Altstadt.

Der Neptunbrunnen (polnisch Fontanna Neptuna) ist eines der bekanntesten Wahrzeichen von Danzig (Gdańsk) und befindet sich im Herzen der historischen Altstadt.

Marienkirche

Nördlich des Langen Markts liegt die Marienkirche, für die am 28. März 1343 der Grundstein gelegt wurde. Innerhalb von 20 Jahren errichtete man eine imposante Basilika, die im Laufe der Jahrhunderte in eine Hallenkirche (angeblich haben 25.000 Menschen darin Platz ) umgebaut wurde.

Größte Backsteinkirche der Welt

Die Kirche ist 105 Meterlang, 41 Meter breit (im Querschiff 66 Meter), die Turmhöhe beträgt 78 Meter, zu Fuß kann man bis in das Aussichtsgeschoss, es sind 440 Stufen. Das imposante Bauwerk zählt zu den 40 größten Kirchen Europas. Jedoch ist sie die größte aus Backstein gebaute Kirche der Welt. Von einst 47 Altären sind 23 erhalten geblieben, acht von ihnen im Nationalmuseum in Warschau und Danzig. Die Sammlung von Kunstschätzen in der Marienkirche gehört zu den größten der Welt.

Blick in die Marienkirche

Blick in die Marienkirche

Ein ungewöhnliches Kunstwerk ist die Astronomische Uhr von Hans Düringer aus dem Jahr 1470. Sie hat eine Höhe von 14 Metern und ist die größte mittelalterliche Uhr der Welt. Auf ihr kann man nicht nur die Zeit ablesen, sondern auch die Mondphasen und die Lage von Sonne und Mond im Tierkreis. Auf dem Kalendarium ist das Datum und der Wochentag, die Namen der Kalenderheiligen, die Kategorien der kirchlichen Feste, die Neumonddaten minutengenau abzulesen, was einst mit anderen chronolgischen Angaben u. a. dazu diente, das Datum für das Osterfest genau festzulegen. Im oberen Teil der Uhr schlagen Adam und Eva die Stunden und Viertelstunden, zu Mittag erscheinen die Figuren der Apostel und Evangelisten.

 

 

 

 

 

Was in der Alstadt noch sehenswert ist (Auswahl)

Uphagenhaus

1775 erwarb der vermögende Kaufmann und Ratsherr Johann Uphagen das, das bis zum Ende des 19. Jahrhunderts in den Händen seiner Nachkommen verblieb. Heute beherbergt es das Museum für bürgerliche Wohnkultur. Wer wissen möchte, wie einst die reichen Patrizier Danzigs lebten, der kommt an diesem Museum nicht vorbei. Dafür reichte leider unsere Zeit bei dem Kurzbesuch nicht.

Bernsteinmuseum

Weitere Museen in Danzig, die wir bei einem späteren Besuch uns anschauen wollen.