Von Dieter Weirauch
Es ist schon gute eine Tradition. Zum Jahresanfang blättere ich regelmäßig in Köhlers Flottenkalender und lese mich darin fest. Mit der 2026er Ausgabe feiert der Flottenkalender 125-jähriges Jubiläum. Auf 272 Seiten erwarten den Leser gewohnt zuverlässig recherchierte und wissenschaftlich aktuelle Berichte aus der Welt der internationalen Seefahrt sowie teils unveröffentlichtes Bildmaterial.
Zwei Beiträge des Stralsunder Marineexperten Dr. Peer Schmidt-Walther interessieren mich besonders. Unter dem Titel „Neuer Stern am Fährhimmel“ stellt der Schiffahrtsexperte die neue Fährschiff-Generation vor. Die in China erbauten Fähren gehören zu einer neuen Generation, bis 2030 sollen weitere dazukommen, drei davon für die Ostseeroute. Schmidt-Walther war bei der Taufe der MS Finnsirius dabei.
Ein weiterer aus der Feder von Schmidt-Walther beschäftigt sich mit Gotland, der landschaftlich reizuvollen, zweitgrößten Insel der Ostsee mit der früheren Hansestadt Visby, Die ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern gewinnt auch rasant an strategischer Bedeutung. Warum, das erfahrt ihr im Beitrag.
Übrigens kann man einmal pro Woche am Freitag von Rostock kommend Visby besuchen. Ein Besuch der 176 Kilometer langen und 50 Kilometer breiten Insel lohnt sehr, so sein Fazit.

Dr. Peer Schmidt-Walter gehört zu Deutschlands bekanntesten Schifffahrtsjournalisten, hier im Maschinenraum von Nordstjernen beim Fachsimpeln mit dem chief officer..
Titelthema des Flottenkalenders sind die Erlebnisse von Rolf Stünkel während einer Fahrt mit dem Hamburger Stückgutfrachter Cap San Diego, eines der bekanntesten Museumsschiffe Deutschlands und liegt heute dauerhaft im Hamburger Hafen an der Überseebrücke. Gebaut wurde die Cap San Diego 1961/62 auf der Deutschen Werft in Hamburg-Finkenwerder für die Reederei Hamburg-Süd. Sie gehörte zu einer Serie von sechs nahezu baugleichen Frachtschiffen, die im sogenannten Liniendienst zwischen Europa und Südamerika eingesetzt wurden. Aufgrund ihrer eleganten Linienführung erhielt sie bald den Beinamen „Weißer Schwan des Südatlantiks“.
Die Cap San Diego transportierte vor allem Maschinen, Fahrzeuge, Konsumgüter sowie landwirtschaftliche Produkte wie Kaffee oder Fleisch. Mit dem rasanten Siegeszug der Containerschifffahrt verlor die klassische Stückgutfracht jedoch an Bedeutung, so dass das Schiff Anfang der 1980er-Jahre außer Dienst gestellt wurde. 1986 stand bereits die Verschrottung im Raum, doch die Stadt Hamburg entschied sich für den Erhalt des Schiffes als technik- und kulturhistorisches Denkmal. Heute ist die Cap San Diego ein lebendiges Museum. Besucher können nahezu alle Bereiche des Schiffes besichtigen – von der Kommandobrücke über die Maschinenräume bis zu den ehemaligen Laderäumen. Mehrmals im Jahr geht das Schiff zudem auf Gästefahrten auf der Elbe, was es von vielen anderen Museumsschiffen unterscheidet. Darüber hinaus gibt es Übernachtungsmöglichkeiten in originalgetreu erhaltenen Kabinen.

Cover Koehlers Flottenkalender 2026
Abgerundet wird das von Marine- und Schifffahrtsexperten verfasste und von Dr. Guntram Schulze -Wegener herausgegebene Nachschlagewerk mit einem Jahreskalender 2026 zu allen wichtigen maritimen Veranstaltungen. Spannend zu lesen auch die ausführliche Geschichte der Deutschen Seereederei (DSR) aus der Feder von Dieter Flohr. Und Christian König porträtierte zum 40. Geburtstag die Frachtschiff-Touristik Kapitän Zylmann GmbH.
Mehr im Internet unter Köhlers Flottenkalender 2026, erschienen im Maximilian Verlag Hamburg.
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