Warum der Johannisfriedhof von Nürnberg ein besonderer Friedhof ist
Die Anlage ging aus einem im 13. Jahrhundert entstandenen Siechkobelfriedhof (Siechkobel: Gebäude zur Unterbringung von Kranken und Aussätzigen) und einem 1395 geweihten Pestfriedhof hervor. Infolge der Pestzüge, die Nürnberg immer wieder heimsuchten, erging 1518 ein Ratsbeschluss, dass niemand mehr innerhalb der Stadtmauern beigesetzt werden durfte. Seitdem fanden die Bürger des Ortsteiles Sebald auf dem Johannisfriedhof ihre letzte Ruhestätte.
Dieser historische Kern bildet heute den nordöstlichen Teil der Anlage. Er ist gekennzeichnet durch die gerasterte Anordnung großenteils einheitlicher Steinplatten, die an Sarkophage erinnern und mit kunstvollen Epitaphien versehen sind. Bedeutende Nürnberger Künstler wie Albrecht Dürer und Veit Stoß wurden hier bestattet. Die innerhalb der Friedhofsmauern stehende, seit der Reformation evangelische Johanniskirche mit ihrer charakteristischen roten Fassade entstand gegen Ende des 14. Jahrhunderts. Sehenswert in ihrem Inneren sind der Hochaltar und der nördliche Steinaltar.
Vermutlich Hans Beheim schuf in den Jahren 1513 bis 1515 die spätgotische sogenannte „Holzschuherkapelle“ am Ostrand des Johannisfriedhofes.

Blick über den Friedhof auf die auf die Holzschuher Kapelle
- Eingangstor zum wohl schönsten und bedeutendsten Friedhof von Nürnberg.

Lokführer William Wilson war schon zu Lebzeiten eine Berühmtheit. 1835 hatte ihn die Deutsche Ludwigs-Eisenbahn-Gesellschaft extra von England nach Nürnberg geholt. Der „lange Engländer“, wie er oft genannte wurde, führte – aufsehenerregend in Frack und Zylinder – den Adler von Nürnberg nach Fürth. Foto: Weirauch
Eisenbahnmuseum Nürnberg
1925 wurde das Museumsgebäude nach zehnjähriger Planungs- und Bauzeit in der Nürnberger Lessingstraße eröffnet. 100 Jahre später heißt es 2025: 100 Jahre – 100 Highlights. Demnächst gibt es hier einen Bericht über den Besuch im Nürnberger Eisenbahnmuseum.Ebenfalls sehenswert: Hesperidengärten
Benachbart dem Johannisfriedhof sind die benachbarten Heseperidengärten. Das Ensemble im Stadtteil Sankt Johannis besteht aus drei parallel verlaufenden barocken Ziergärten, die einst im Auftrag Nürberger Patrizier angelegt wurden. Es erstreckt sich zwischen einem Gärtnerhaus und einem den Eingang der Anlage markierenden hufeisenförmigen Fachwerkhaus. Angelehnt an die Lustgärten der Adligen, sind die mit Zierbrunnen und Statuen versehenen Gärten in unterschiedliche Bereiche gegliedert, darunter ist auch ein Abschnitt mit Zitrusbäumen. Ein Bürgerverein regte die Restaurierung der Anlage, die vom Finanzbauamt übernommen wurde. Geplant ist eine Erweiterung in östlicher Richtung. Gerettet, bewahrt und neu erzählt Neue Dauerpräsentation im Albrecht-Dürer-Haus Nürnberg
Blick auf das Dürerhaus in Nürnberg Foto: WeirauchAb dem Februar 2026 präsentiert sich das Erdgeschoss des Museums erstmals als eigenständige Ausstellung zur Geschichte des Hauses selbst. Im Mittelpunkt steht die Frage, wer hier mit Albrecht Dürer lebte und wie sich das Gebäude über die Jahrhunderte veränderte. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Zeit des Zweiten Weltkriegs, als das Haus schwer beschädigt wurde. Dass es nicht abbrannte oder geplündert wurde, ist dem mutigen Einsatz der Hausverwalterinnen Marie Falcke und ihrer Tochter Gertrud zu verdanken, die nun eine späte Würdigung erfahren. Ergänzt wird die neue Präsentation durch einen spektakulären Neuankauf: ein großformatiges Holzmosaik des kriegsbeschädigten Hauses, 2024 vom niederländischen Bildhauer Ron van der Ende geschaffen. Das Werk basiert auf historischen Schwarzweißfotografien und zeigt das Gebäude dreidimensional und farbig in illusionistischer Tiefe.
Hier mehr Infos
museen.nuernberg.de/duererhaus/angebote/ausstellungen/geschichte-duerer-haus
Informationen zu Nürnberg gibt es bei Nürnberg Tourismus.
Buchtipp: Architekturführer Nürnberg Taschenbuch, Autor: Richard Woditsch
Architekturführer Nürnberg von Richard Woditsch, DOM publishers Berlin, Reisebegleiter in die Frankenmetropole, 134 × 245 mm, 368 Seiten, 500 Abbildungen, Softcover, ISBN 978-3-86922-276-9, Hier die seite des Verlages www.dom-publishers.com
Das Buch kostet im Buchhandel 38 Euro.








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