Sie tummeln sich auf unseren Bildschirmen wie die Motten, die um ein Licht kreisen. Man wird weder die einen noch die anderen schnell los – Alltag. Sie sind zweifelsohne eine Stütze des ZDF und erhöhen Akzeptanz und Beliebtheit der Werbeblöcke dieser öffentlich-rechtlichen Anstalt. Vor allem im Gegensatz etwa zu RTL, wo bei Günter Jauch und seinem „Wer wird Millionär?“ ein Werbeblock schon einmal sieben Minuten und länger dauern kann. Alltags-Langeweile. Nicht so beim ZDF: Da geistern diese winzig-witzigen Figuren, die aus der Zwergen-Märchenwelt stammen könnten, immer wieder zwischen den einzelnen Werbespots umher – und entlocken einem nicht nur dauernd ein Schmunzeln, sondern befördern einen auch zum aufmerksamen Werbe-“Gucker“.
Wovon wohl ist die Rede? Natürlich . . . von den Mainzelmännchen.
Die gibt es – wie das ZDF – seit Anfang April 1963. Ihr Erfinder und damit „Vater“ ist Wolf Gerlach, gelernter Filmarchitekt sowie Bühnen- und Kostümbildner, der vorwiegend an Theatern in Oldenburg und Braunschweig beschäftigt war – bis er sich als selbstständiger Werbefachmann in Wiesbaden niederließ, dem Sitz des ZDF. Hier kam ihm diese Idee mit den sechs Mainzelmännchen, seiner Wortschöpfung aus Heinzelmann und Mainz. In den Anfangsjahren ihrer Existenz „lieh er den Männchen auch seine markante Stimme“, wie es in einer biographischen Internet-Abhandlung beschrieben wird. Gerlach starb 84jährig 2012.
Eine Mainzelmännchenszene dauert in der Regel weniger als fünf Sekunden. Aber sie erheitert, verleitet zum Schmunzeln und auch Nachdenken. In der Kürze mag ja die Würze liegen, wie schon 1603 in Shakespeares „Hamlet“ angedeutet, aber die sechs Mainzelmännchen-Gestalten einzuordnen und auseinander zu halten – das ist sehr schwer. Die Mainzelmännchen sind quasi getauft, haben also einen Namen, geordnet nach dem Alphabet– und jeder der kleinen Kerle hat auch, so wollte es ihr Erfinder Gerlach, seinen eigenen Charakter:
Das mag auch für die ach so kurzen, aber immer wieder vergnüglichen „Szenen“ oder „Witzchen“ der Gruppe gelten – wovon bisher mehr als 50.000 zu sehen waren. Jahr für Jahr kommen etwa 1 000 hinzu. Ich jedenfalls mag wieso viele andere diese Figuren.
Wolfgang Will, Chefredakteur a.D., schreibt regelmäßig für einfachraus.eu, hier einige der letzten Beiträge:
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