Schlechtes Wetter in Chemnitz? Ab in’s Industriemuseum! Der imposante und denkmalgeschützte Backsteinbau beherbergt bedeutende Zeugnisse sächsischen Erfindergeistes und technischer Entwicklungen, die unser Leben bis heute beeinflussen. Geschichte zum Anfassen, und das ist bei einigen Ausstellungsstücken durchaus wörtlich zu nehmen, lässt die Herzen von Technikbegeisterten höher schlagen.

Entwicklungen von weltweiter Bedeutung

Die denkmalgeschützten Fabrikgebäude an der Zwickauer Straße in Chemnitz sind bereits seit dem 19. und frühen 20. Jahrhundert Standort für industriell gefertigte Produkte. Wo einst in der modernen Gießerei der Hermann und Alfred Escher AG Gussteile für Maschinen im In- und Ausland gefertigt wurden, zeugen heute im Industriemuseum Chemnitz Artefakte vom Erfinder- und Unternehmergeist sächsischer Firmen vom Beginn der Industrialisierung bis in die Gegenwart. Seit Jahrhunderten zählt Sachsen, speziell die Regionen Chemnitz, Erzgebirge und Vogtland zu den wichtigen deutschen Industriezentren. Viele technische und industrielle Entwicklungen von weltweiter Bedeutung haben hier ihren Ursprung.

„Silbernes Band“

Dazu gehören die Innovationen des sächsischen Erzbergbaus ebenso wie die Impulse für den Werkzeug- und Textilmaschinenbau oder die Leistungen für den Fahrzeugbau und die Büromaschinentechnik. Eindrucksvoll demonstrieren ausgewählte Exponate auf einem „silbernen Band“ durch die Ausstellungshalle des Industriemuseums Chemnitz die wirtschaftliche Entwicklung in bedeutenden Branchen Sachsens. Die in einem Turm präsentierten Fahrzeuge der Marke DKW spiegeln den Zeitgeist des Fahrzeugbaus Anfang des 20. Jahrhunderts wider. Sie erzählen von der unvergesslichen sächsischen Automobilmarke und inspirieren Besucher zur Beschäftigung mit dem Unternehmensgründer und Wegbereiter des Frontantriebes Jørgen Skafte Rasmussen, dessen einzigartige Privatsammlung seit 2011 die Ausstellung des Industriemuseums Chemnitz bereichert.

Chemnitz Sachsen Sächsisches Industriemuseum

Sächsisches Industriemuseum Chemnitz

Von der Fadenbildung zur Konfektionierung

Ein besonderes Anliegen des Museums ist die funktionsfähige Restaurierung der Maschinen und deren Vorführung durch sachkundiges Personal. Mehrmals täglich erhalten die Besucher bei der Vorführung der historischen Transmissionswerkstatt aus der Zeit des frühen 20. Jahrhunderts Einblick in die Produktionsweise vor 50 bis 100 Jahren. Im Gegensatz dazu vermittelt die Schweißroboteranlage, die bis 2012 bei der Volkswagen Sachsen GmbH Zwickau im Einsatz war, einen Eindruck von der rasanten technischen Entwicklung der jüngeren Zeit.

 Dampfmaschine von 1896

In einem separaten Ausstellungsbereich erfahren die Besucher anhand funktionsfähiger Textilmaschinen den Prozess von der Fadenbildung bis zur Konfektionierung. Besonderes Schmuckstück ist der nach historischem Vorbild restaurierte Maschinensaal mit einer Dampfmaschine der Chemnitzer Maschinenfabrik Germania von 1896, die mehrmals im Jahr unter Frischdampfzufuhr öffentlich vorgeführt wird.

Chemnitz Sachsen Sächsisches Industriemuseum

Einzylinder-Gegendruck-Dampfmaschine, Baujahr: 1896
Maschinenfabrik Germania, vorm. J. S. Schwalbe & Sohn

Das Industriemuseum Chemnitz ist Teil des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, dem drei weitere Museen und technische Denkmale angeschlossen sind. Das Museum ist Teil der Europäischen Route der Industriekultur ERIH und Standort der Route der Industriekultur Sachsen.

Die Ausstellungsthemen und das besondere Flair der Hallen und Räume bieten darüber hinaus vielfältige Möglichkeiten für Sonderausstellungen, Vorträge, künstlerische Programme, Ferienaktionen und Projekte für Kinder und Familien. Der Museumsshop verfügt über eine Auswahl an Fachliteratur, Spielen, Gebrauchskunst und ähnlichem. Nach Voranmeldung kann die Fachbibliothek genutzt werden. Für die gastronomische Betreuung der Gäste sorgt das Team des Museumscafés und Bistros „Suppenmaxe“.

Das Industriemuseum Chemnitz ist Teil des Zweckverbandes Sächsisches Industriemuseum, dem drei weitere Museen und technische Denkmale angehören.

2005 wurde das Industriemuseum Chemnitz erstmals von der TMGS mit dem Titel ‚Familienfreundliche Einrichtung‘ zertifiziert. Das Museum ist weiterhin Teil der Europäischen Route der Industriekultur ERIH und Standort der Route der Industriekultur in Sachsen.

Öffnungszeiten:

Di – Fr: 9 bis 17 Uhr
Sa, So, Feiertag: 10 bis 17 Uhr
Montag: geschlossen
Jahreswechsel: Sonderöffnungszeiten

Anfahrt:

Das Museum befindet sich westlich des Chemnitzer Stadtzentrums an der Zwickauer Straße, Kappler Drehe und ist erreichbar über A 4 (Abfahrt Chemnitz-Nord) über Leipziger Straße (B 95), A 72 (Abfahrt Chemnitz-Süd) über Neefestraße (B 173) Richtung Zentrum/Zwickauer Straße.

Kontakt:

Industriemuseum Chemnitz
Zwickauer Straße 119
09112 Chemnitz

Tel.: +49 371 3676-110

Anmeldung Führungen Tel.: +49 371 3676-410

Fax: +49 371 3676-141

chemnitz(at)saechsisches-industriemuseum.de

www.saechsisches-industriemuseum.de

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