Wollte man Karl Foerster einfach einen Gärtner nennen, griffe das zu kurz. Und wäre doch gleichzeitig genau richtig. Denn der 1874 in Berlin geborene und 1970 in Potsdam-Bornim verstorbene Foerster war zunächst und vor allem das: ein Gärtner. Doch wenn man seine facettenreiche Persönlichkeit beschreiben will, muss man diesen Begriff grundsätzlich etwas weiter fassen. Genau des unternimmt die Ausstellung „Karl Foerster. Neue Wege -Neue Gärten, zu der der gleichnamige Begleitband im April 2024 erschienen ist. In 20 Essays und mit rund 200 Fotos beleuchtet der kompakte Band den Menschen Karl Foerster, sein privates und berufliches Umfeld, sein Schaffen als Züchter, Gartengestalter und als Geschäftsmann. Wie kein Zweiter prägte Foerster mit seinen Züchtungen, seinem Gespür für Gestaltung und seinen zahlreichen Büchern die Gartenkultur des 20. Jahrhunderts. Als gelernter Gärtner erschuf er in Potsdam-Bornim ein berühmtes Gartenidyll: Neben der Staudengärtnerei mit ihren Versuchsflächen legte er um sein Wohnhaus einen traumhaften Schaugarten an, der auch heute noch Sinnbild vollendeter Gartenkunst ist. Sehr schnell entwickelte sich Bornim zu einem Mekka für Gartenfreunde. Besonders der Senkgarten ist weltbekannt. Er bildet das Herzstück der Anlage und wurde von Foerster künstlerisch sehr aufwändig gestaltet. Garten, Wohnhaus und Ausstattung sind geschlossen erhalten. Im Dreiklang bilden sie ein einzigartiges Kleinod von national bedeutendem Denkmalwert.

Der Erhalt von Karl Foersters Lebenswerk ist seiner Ehefrau Eva und seiner Tochter Marianne zu verdanken. Hermann Oehring war mit beiden bekannt und kann seine Faszination für Foerster lebendig weitergeben. Heute pflegt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz maßgeblich das Kulturerbe Foersters.

Wohnhaus und Garten wurden bereits 1981 als „Karl-Foerster-Gedenkstätte“ unter Denkmalschutz gestellt und 2018 um die Gärtnerei erweitert, so dass das Denkmal heute offiziell lautet: „Staudengärtnerei Karl Foerster (jetzt Foerster-Stauden GmbH), mit Wohnhaus und zugehörigen Hausgärten, Waldgarten, Büro- und Fachwerklagergebäude sowie Obergärtnerhaus mit Garten“.

Karl Foerster, Neue Wege – Neue Gärten, hrsg. von  Thomas Steller, Heidi Howchroft, ISBN 978-3-86795-196-8. www.monument-shop.de

Blühfreudige Stauden und Ziergräser sind in unseren Gärten heute ganz selbstverständlich. Eingeführt hat sie der Gartenkünstler Karl Foerster. Foerster (1874‒1970) war Gärtner, Schriftsteller und ‒ wie er sich selbst bezeichnete ‒ Kosmopolit. Er zählt zu den bedeutenden Gartenpersönlichkeiten Deutschlands.

Schreibtisch von Karl Foerster

Der Schreibtisch von Karl Foerster wurde aus seinem Wohnhaus am Raubfang in Bornim zum Alten Markt geholt Foto: Weirauch

Foersters Ideen der Gartengestaltung prägen bis heute die Gartenkultur. In seinem Garten in Potsdam-Bornim zeigte er, wie Blüten, Laub und Gestalt der Pflanzen ganzjährig ein naturalistisches Gartenbild entfalten. Bereichert noch um seine zahlreichen Züchtungen entstand so ein neuer, wohnlicherer Gartenstil. Seine Erfahrungen und seine Botschaft beschrieb er in vielzähligen Publikationen und hat damit Generationen von Landschaftsarchitekten und Staudenzüchter über Landesgrenzen hinweg beeinflusst. Die Foerstersche Gartengestaltung lebt nach wie vor in den zeitgenössischen Gärten in Europa und in Übersee. Ausgewählte Beispiele werden in der Ausstellung präsentiert.

Das ehemalige Wohnhaus und sein Garten in Bornim stehen seit 1981 unter Denkmalschutz und sind ein Pilgerort für Gartenbegeisterte aus Nah und Fern. Die Marianne Foerster-Stiftung stellt Exponate aus dem Haus Foerster für diese Ausstellung zur Verfügung, die bislang noch nicht öffentlich gezeigt wurden, um einen besseren Eindruck von Foersters Schaffenswelt zu vermitteln.

Haus und Garten Foersters gingen mit dem Tode seiner Tochter Marianne in die Marianne Foerster-Stiftung in der Treuhandschaft der Deutschen Stiftung Denkmalschutz über, die sich gemeinsam mit vielen Spendern und Förderpartnern der Bewahrung des bau- und gartendenkmalpflegerischen Erbes von Foerster widmet. Pünktlich zum Jubiläumsjahr wurden die Instandsetzung von Haus und Inventar abgeschlossen. Seit den 1960er Jahren pflegt die Stadt Potsdam den Garten.

Um dauerhaft die Unterhaltung und Pflege von Haus, Inventar und Garten sicherzustellen, wird im Jubiläumsjahr um Spenden in das Stiftungskapital geworben. Spenden an die DSD Marianne Foerster-Stiftung IBAN: DE98 3708 0040 0212 7994 02 * BIC: DRESDEFF370.

Ein Gärtner aus Passion

Rund 370 Staudensorten züchtete Karl Foerster im Laufe seines langen Lebens. Mit besonderer Leidenschaft widmete er sich Rittersporn, Phlox und Sonnenbraut. Seinen Schöpfungen gab er gern blumige Namen wie ‚Ballkleid‘ (Verzweigter Rittersporn), ‚Azurzwerg‘ (Hoher Rittersporn) oder ‚Landhochzeit‘ (Hohe Flammenblume). Etliche seiner Züchtungen sind noch heute im Handel erhältlich.

Katalog zur Ausstellung:

Thomas Steller / Heidi Howcroft (Hrsg.): Karl Foerster. Neue Wege – Neue Gärten * Klappenbroschur * 194 Seiten, ca. 200 Fotos * Monumente Publikationen. Bonn, 2024 * € 24,80 (D) * ISBN 978-3-86795-196-8

Potsdam .Foerstergarten

Weitere Informationen: Karl Foerster Haus und Garten

 

Hier geht es zur Seite des Potsdam Museums am Alten Markt.

Das Buch zur Ausstellung – zum Schmökern daheim

Karl Foerster (1874-1970) – Gärtner, Schriftsteller und nach eigener Auskunft auch Kosmopolit – prägte bereits zu Lebezeiten das Erscheinungsbild von Gärten und tut das bis heute. In seinem Garten Eden in Potsdam-Bornim strebte er nach Schönheit und suchte neue Wege im Umgang mit Pflanzen, züchtete neue Blumen für neue Gärten und bot sie in seiner Gärtnerei an. Parallel dazu verbreitete er seine Beobachtungen und Gartenideen in zahlreichen Publikationen – Schriften, die in ihrer tiefen Menschen- und Naturfreundlichkeit eine bleibende Inspiration sind.

Karl Foerster

Zur Ausstellung gibt es ein opulentes Programm mit Führungen und Lesungen

„Neue Wege – Neue Gärten“ ist in Monumente Publikationen, dem Verlag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, erschienen. Es beleuchtet in 20 Essays Foersters Züchtungen, den beispielhaften Garten am Wohnhaus der Familie Foerster im Norden Potsdams, die internationale Ausstrahlung Foersters sowie bislang kaum bekannte Aspekte seiner Biografie. 44 zum Teil ganzseitig reproduzierte Garten- und Pflanzenporträts renommierter Fotografen rücken die visuelle Schönheit der auf ganzjährige Wirkung angelegten Foersterschen Gartenwelt in den Fokus. „Dass eine Ausstellung einem Gärtner gewidmet ist, ist eine Ehre auch für alle grünen Berufszweige,“ so die Kuratorin der Ausstellung, die britische Landschaftsarchitektin Heidi Howcroft. „Sowohl der Stadt Potsdam wie auch der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, die die Ausstellung anteilig finanziert und durch zahlreiche Leihgaben aus dem Denkmal Wohnhaus und Garten Karl Foerster, einem Haus der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, bereichert hat, ist an dieser Stelle zu danken. Wenn es uns gelingt, das Interesse an Foersters Arbeit und an Potsdam als Geburtsstätte einer Gartenbewegung zu wecken und Besucher zu inspirieren, ihre eigenen Gartenparadiese zu schaffen, dann ist das Ziel der Ausstellung erreicht.“ Dazu möchte auch der Band „Karl Foerster. Neue Wege – Neue Gärten“ mit seiner umfassenden Darstellung und Würdigung von Foersters Leben und Werk beitragen.

Karl Foerster Haus und Garten

Am Raubfang
14469 Potsdam

hier gibt es weitere Informationen zum Haus und Garten.

Der Foerster-Garten in Potsdam-Bornim zählt zu den meistbesuchten Privatgärten Deutschlands. Das Wohnhaus der Familie Foerster mit dazugehörigem Schau- und Versuchsgarten und angrenzender Gärtnerei entstand ab 1910. Der berühmte Senkgarten ist das Herzstück des Gartens, zu dem auch ein sogenannter Frühlingsweg, das Herbstbeet und der Steingarten gehören. Für den Garten und das Haus des berühmten Staudenzüchters Karl Foerster besteht seit 2001 die treuhänderische Marianne Foerster-Stiftung in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Sie kümmert sich um die Pflege und den dauerhaften Erhalt der Anlage und ihre öffentliche Zugänglichkeit und wird dabei von der Stadt Potsdam unterstützt.

Spenden in die DSD Marianne Foerster-Stiftung

IBAN: DE98 3708 0040 0212 7994 02 * BIC: DRESDEFF370.

Unbedingt besuchen: Freundschaftsinsel Potsdam (Nähe Hauptbahnhof)

Aus einer Schwemmsandinsel entstanden, welche die Havel in die Alte und die Neue Fahrt trennt, wurde die vormals mit Laubengärten und Bootswerften bestandene Freundschaftsinsel 1938 bis 1940 auf Anregung des Staudenzüchters Karl Foerster (1874 bis 1970) und nach Entwürfen von Hermann Mattern als ein Schau- und Sichtungsgarten vor allem für Stauden- und Rosenpflanzungen angelegt. 1941 wurde die Gartenanlage eröffnet. Seit 1977 besitzt die sieben Hektar große Anlage den Status eines Flächendenkmales. Die flächendeckende Rekonstruktion der Baulichkeiten, Wege und des wertvollen alten Gehölzbestandes erfolgt seit 1996. Hier geht es zur Seite des Vereins der Freundschaftsinsel.

Dafür wurden vom Sanierungsträger Potsdam 7,5 Millionen Mark Fördermittel des Landes in die Insel investiert, um sie pünktlich zur BUGA wieder zu dem zu machen, was sie einmal war: ein Gartenjuwel mitten in der Stadt, jetzt umzäunt, um neuem Vandalismus vorzubeugen. Zwei Jahre lang wurden in einer europaweiten Suche alle noch auffindbaren Staudenzüchtungen Foersters zusammengetragen und gepflanzt. 362 waren bekannt, 204 hat man gefunden, Phloxe vor allem, Astern und Rittersporne, Sonnenauge und Palmlilie. Insgesamt sind 100.000 Stauden (1.200 Sorten), Farnen und Gräsern in den Teilbereichen Staudengarten, Steingarten und Wassergarten angepflanzt.

Freundschaftsinsel Potsdam Ende März 2024

Karl Foerster Denkmal auf der Freundschaftsinsel Potsdam

Hier einige Literaturtipps:

Marianne FoersterUlrich Timm (Hrsg.)  Der Garten meines Vaters Karl Foerster, Bornimer Gartentagebuch in sieben Jahreszeiten (Prestel)

Der Garten meines Vaters Karl Foerster Cover Prestel Verlag

Der Garten meines Vaters Karl Foerster Cover Prestel Verlag