Von Kärstin Weirauch
Der zweite Advent ist fast schon wieder vorbei. Ein guter Freund unserer Familie, der den stimmungs-, humor- und sprüchereiche Abreißkalender 2025 des Axel-Springer-Verlages zusammenstellte, gibt uns für die Adventszeit mit auf den Weg: „Die hoffnungsvolle Erwartungshaltung der Adventszeit sollte man sich das Jahr über bewahren.“ (Gudrun Kropp, geb. 1955, Lyrikerin, Kinder- und Sachbuchautorin). Damit uns das für 2026 gelingt, begeben wir uns auf eine Erlebnistour auf den Potsdamer Weihnachtsmarkt. „Den“ Potsdamer Weihnachtsmarkt gibt es allerdings in diesem Jahr nicht, wer auf den „blauen“ Lichterglanz der vergangenen Jahre hoffte, wird enttäuscht sein. Wir sind es nicht, sind froh, dass der kalte Glanz endlich verschwunden ist.
Warme Lichter, weihnachtlicher Glanz, die Rückbesinnung auf kleine, feine Weihnachtsmärkte, die die festliche Stimmung auf die gesamte Innenstadt verteilen, erfreut uns. Auffallend: Während unseres Rundganges waren die Blicke auf die Schaufenster der Geschäfte in der Innenstadt uneingeschränkt möglich.
Potsdamer Schokoladenmarkt auf dem Alten Markt
Doch, beginnen wir unsere Erlebnistour auf dem Alten Markt. Nicht das Kunstmuseum Barberini ist diesmal unser Ziel, sondern das Potsdam-Museum. Dessen Verein hat rechtzeitig zur Adventszeit eine „Dampf-Schokolade“durch die Potsdamer Schokoladenmanufaktur E&H Chocoladen Confiserie herstellen lassen, in limitierter Auflage, 300 Stück. „Unsere hoffnungsvolle Erwartungshaltung der Adventszeit“, eine dieser Schokoladen zu kaufen, geht nicht in Erfüllung. Die Auflage ist ausverkauft, aber eine neue Edition soll shcon recht bald an der Kasse des Potsdam-Museums erhältlich sein, so schreibt Markus Wicke, der ständig mit neuen Ideen überraschende Vorsitzende des Museumsfördervereins, auf Facebook.
Wir finden die Idee des Potsdamer Museumsvereins sehr gut, mit dieser Schokolade an die Potsdamer Schokoladenmanufaktur Miethe zu erinnern, die ganz in der Nähe, an der Alten Fahrt, einst ihr Domizil hatte. Vom Erlös fließen pro verkaufter Tafel 2,50 € für Restaurierung- und Ankaufprojekte an den Förderverein.
Und so ist der Bezug zum 1. Potsdamer Schokoladenmarkt, der vor der stimmungsvollen Kulisse vor Nikolaikirche, Potsdam-Museum und Palast Barberini viele Gäste anlockt, mehr als gegeben. Leise und stimmungsvoll geht es zu: sehen, riechen, hören, schmecken, anfassen. Ein kleines „altes“ Kinderkarussell (Fahrt pro Kindlein 3€ – Taler) lockt nicht nur Kinder an, auch Technikfans kommen hier auf ihre Kosten, denn über eine Kurbel werden ganz wie früher Zahnräder angetrieben, die dann das Karussell in Bewegung setzen, gemächlich, so dass die Kleinen diese Fahrt genießen können. Es macht Spaß zuzusehen, So auch beim „Stockbrot für Kinder“: Ein Stock mit Teig (2 € + 1 € Pfand) wird über offenem Feuer zubereitet. Klar, dass an diesem Stand Eltern, Großeltern und Kinder auf der Bank eng zusammenrücken und gemeinsam die Köstlichkeit herstellen können.

Und dann gibt es natürlich auf diesem Schokoladenmarkt auch jede Menge kulinarische süße und deftige Kostbarkeiten an den Ständen und in einem französischen Bistro. Ob süße „Ballen“, deftiger Grünkohl, süße oder deftige Handbrote, heiße Getränke, nicht nur roter oder weißer Glühwein, unterschiedlichste Schokoladengetränke gingen über die Tresen.

Und es roch so gut – wie eben zu Weihnachten, wenn zuhause Kekse oder Stollen gebacken werden. Aber auch der Gewürzstand auf dem Schokoladenmarkt zog Neugierige an. Hier hätte ich gern noch länger zugebracht, die Gerüche waren himmlisch. Möge dieser Markt sich zu einer Tradition entwickeln und dem sonst dröge und betonig wirkenden Ort zumindest zur Weihnachtszeit etwas Leben einhauchen. Und wenn dann der Platz von der Straßenbahn zum Markt mit dem Steubendenkmal endlich auch ein ansehnlicheres Aussehen bekäme, wäre die Stadt um eine Sehenswürdigkeit reicher.
Polnischer Weihnachtsmarkt
Uns zog es weiter, schließlich hatten wir noch eine „eng(e)lische Botschaft“ in unserem Rucksack. Was ist eine eng(e)lische Botschaft? Ein Freund, der diese von uns erhielt, klärte uns auf. Nicht ohne Grund heißt das Gebet „Gegrüßet seist du Maria…“, also der Gruß des Verkündigungsengels, auch „Der englische Gruß“!

Wir wollten unsere beiden selbstgebastelten Engel mit ihren Wünschen an die Frau(en) bringen. Hatten wir im vergangenen Jahr den Breslauer Weihnachtsmarkt besucht, so mussten wir in diesem Jahr nicht ganz so weit fahren. Der Polnische Sternenmarkt nutzte den Hof und Marstall des heutigen Brandenburg-Museum für Zukunft und Gegenwart. Dort hatte u.a. das Polnische Fremdenverkehrsamt seinen Infostand und warb um Gäste. Handwerkliche Kunst, Kalender, Reiseliteratur, aber auch kulinarische Köstlichkeiten luden an mehreren Ständen in der Gewölbehalle wie im Innnehof zum Verweilen ein. Künstler auf der Bühne boten den musikalischen Hintergrund.

Agnieszka und Katarzyna informieren über neue Reiseziele in Polen am Stand des Polnischen Fremndenverkehrsamtes in der Gewölbehalle des Kutschtalls.




Der Potsdamer Lionsclub bot an mehrerene Ständen Glühwein an … Unsere Engel wechselten ihre Besitzer mit den besten Wünschen für eine friedliche Weihnacht und ein friedliches neues Jahr. Die hoffnungsvolle Erwartungshaltung der Adventszeit möge sich 2026 bewahren.
Hier weitere Infos zum Sternenmarkt in Potsdam

Stelzenläuferinnen aus Bialystok und Bydgosz/Bromberg begeisterten die Besucher
Hier erfahrt ihr mehr über Weihnachtsmärkte in Polen. Schaut mal rein.
Unser Tipp: Weihnachten auf dem Pfingstberg in Potsdam







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