Mit dem Zug von Berlin aus erreiche ich den Hauptbahnhof von Warschau, den Warszawa Centralna. Eröffnet 1975, ist er ein Beispiel sozialistischer Nachkriegsarchitektur, die lange Zeit als kühl und nüchtern galt. Doch als Ankunftsort vermittelt er sofort das Gefühl einer geschäftigen Metropole. Draußen vor dem Bahnhof erhebt sich ein markantes Wahrzeichen, das ich schon von weitem sehe: der Palast der Kultur und Wissenschaft.
Palast der Kultur und Wissenschaft
Der Palast wurde zwischen 1952 und 1955 im Auftrag Stalins errichtet. Mit 237 Metern Höhe war er jahrzehntelang das höchste Gebäude Polens. Die Warschauer nennen ihn liebevoll–ironisch „Stalins Geschenk“. Er ist ein typisches Beispiel für den sozialistischen Klassizismus, zugleich aber auch ein multifunktionaler Ort: Theater, Museen, Kinos, eine Aussichtsplattform und zahllose Büros befinden sich hier. Von oben habe ich einen fantastischen Blick über die Stadt, in der sich sozialistische Bauten, Glasfassaden moderner Hochhäuser und restaurierte historische Viertel abwechseln.

Von hier aus geht es weiter in Richtung der Altstadt, die nach dem Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört und in den 1950er Jahren originalgetreu wieder aufgebaut wurde.
Fryderyk-Chopin-Museum
Mein erstes Ziel auf dieser Strecke ist das Fryderyk-Chopin-Museum, das im barocken Ostrogskich-Palast am Ufer der Weichsel untergebracht ist. Das Museum öffnete 1954 und ist heute eines der modernsten Musikmuseen Europas. Auf mehreren Etagen erfahre ich nicht nur Details zu Chopins Leben, seinen Pariser Jahren und seiner patriotischen Verbundenheit zu Polen, sondern kann auch originale Handschriften und einen seiner Flügel sehen. Über Touchscreens, Musikstationen und Hörduschen tauche ich in seine Klangwelt ein.
Nach so viel Musik ist es Zeit für etwas Süßes.
Schokoladenmuseum von Wedel
Nicht weit entfernt lockt das Schokoladenmuseum, das mit der traditionsreichen Firma Wedel verbunden ist. Die Marke E. Wedel wurde 1851 gegründet und ist bis heute ein Symbol polnischer Schokoladenkunst. Im Museum erfahre ich, wie aus Kakaobohnen Tafeln, Pralinen und Trinkschokolade entstehen. Besonders eindrucksvoll ist die historische Produktion, die man in kleinen Ausstellungen nachvollziehen kann. Natürlich darf eine Kostprobe nicht fehlen – eine heiße Wedel-Schokolade ist fast schon Pflicht.



Gestärkt geht es nun in Richtung Praga, auf die andere Seite der Weichsel. Dort erhebt sich das Fußballstadion PGE Narodowy, auch Nationalstadion genannt. Es wurde für die Fußball-Europameisterschaft 2012 gebaut und fasst rund 58.000 Zuschauer. Besonders auffällig ist die rot-weiße Fassade, die an die polnische Nationalflagge erinnert. Neben Fußballspielen finden hier auch Konzerte und andere Großveranstaltungen statt. Die Konstruktion mit verschließbarem Dach macht das Stadion zu einem der modernsten Europas. Um den Tag abzurunden, steige ich noch in die Metro von Warschau. Sie ist vergleichsweise jung – die erste Linie wurde 1995 eröffnet. Heute verbinden zwei Linien den Norden mit dem Süden sowie den Westen mit dem Osten der Stadt. Die Stationen der neueren M2-Linie sind modern, hell und architektonisch abwechslungsreich gestaltet. Für Warschau ist die Metro ein Symbol des Aufbruchs in die Moderne: schnell, effizient und stetig wachsend.

So endet mein kurzer Stadtrundgang durch Warschau, eine Stadt, die ihre Vergangenheit nie vergisst, zugleich aber voller Energie in die Zukunft blickt. Zwischen Musik, Schokolade, imposanten Bauten und modernen Verkehrsmitteln bietet sie eine Vielfalt, die mich sicher wieder zurückkehren lässt.
Hier besuchten wir dasWodkamuseum in der polnischen Hauptstadt.
Die Hauptstadt Polens ist heute eine faszinierende Stadt voller Dynamik und pulsierenden Lebens. Obwohl die Stürme der Geschichte immer mit ganz besonderer Vorliebe durch die Stadt fegten, hat Warschau stets dem Vergleich mit anderen westeuropäischen Metropolen standhalten können. Seine Besonderheit ist das seit jeher allgegenwärtige jugendlich Flair – eine Mischung des Alten mit dem Neuen, die sich sowohl im geistigen Sinne wie im Antlitz der Stadt äußert. Hier ist man nämlich nicht nur auf Tradition bedacht, sondern strebt auch unaufhörlich vorwärts – in die Zukunft. Nach den unvorstellbaren Zerstörungen im 2. Weltkrieg ist die Stadt dank der enormen Anstrengung des ganzen Volke wieder aufgebaut worden.
Die Altstadt, das historische Zentrum und Herzstück Warschaus, wurde vollkommen rekonstruiert und von der UNESCO in Anerkennung dieser Meisterleistung als einzige Nachbildung auf der Welt zum Weltkulturerbe erklärt.
Warschau ist nicht nur Regierungssitz, sondern ebenfalls das größte Wissenschafts-, Kunst- und Kulturzentrum Polens. In 70 staatlichen und privaten Hochschulen sowie Dutzenden von wissenschaftlichen Institutionen sind über 200 000 Studierende verzeichnet. Eine Stadt der Jugend, wie man leicht feststellen kann. Starker Nachfrage erfreuen sich die Musentempel aller Art wie Oper, Operette, Kammeroper, Philharmonie, 38 Theater, 41 Kinos, 48 Museen und 74 Kunstgalerien.

Ehrenformation auf dem Weg zum Mahnmal des Unbekannten Soldaten Foto: Weirauch
Warschau ist eine Stadt dynamischer Bauinitiativen, besitzt viele Luxushotels, elegante Läden und ein umfassendes Dienstleistungsangebot. Wenn Sie Theaterbesuche, gute Küche und Shopping lieben, gern ins Museum gehen oder durch Einkaufsbasare bummeln, bietet Ihnen kaum eine andere Stadt Polens so viele Möglichkeiten wie Warschau.

22 Meter hoch ist die Sigismundsäule, die 1644 aufgestellt wurde
Auf dem Königsweg unterwegs
Die meisten historischen Bauwerke der polnischen Hauptstadt reihen sich entlang dem 10 Kilometer langen sogenannten Königsweg, der durch mehrere Straßenzüge führt. Er beginnt in der Altstadt am Königsschloss und endet am Belvedere-Palast im Königlichen Lazienki-Park.

Im Royal Łazienki Park in Warschau Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt
Die Altstadt ist voller historischer Bürgerhäuser und ehrwürdiger Kirchen. Ihr befestigtes Einfahrtstor ist die Barbakane, die einst die Stadtmauer bewachte. Das Herzstück der Altstadt bildet der Marktplatz mit dem Denkmal der Warschauer Sirene, der Wappenfigur der Hauptstadt. Zahlreiche Kunstgalerien, Restaurants und Straßencafés locken Scharen von Touristen hierher. Auf dem Altmarkt treffen sich auch gern Maler. Von hier au kann man Droschkenfahrten durch die Stadt unternehmen. Am Schlossplatz nahe dem Marktplatz befindet sich das Königsschloss mit der 22 Meter hohen Sigismundsäule. Sie ist König Sigismund III. Wasa gewidmet, der im 16. Jahrhundert die Hauptstadt Polens von Krakau nach Warschau verlegte.
Krakowskie Przedmieście-Straße
In der Altstadt und entlang dieser prächtigen Flanierstraße reihen sich die meisten historischen Kirchen. Aber auch mit noblen Adelspalästen, die heute meist öffentliche Ämter beherbergen, die die Krakowskie Przedmieście reich versehen. Augenmerk verdienen auch die Gebäude der Warschauer Universität und der Staszic-Palast, wo heute die Polnische Akademie der Wissenschaften ihren Sitz hat. vor diesem Bauwerk schaut Nikolaus Kopernikus von seinem Denkmalssockel gelassen auf das regen Treiben ringsum.

22 Meter hoch ist die Sigismundsäule, die 1644 aufgestellt wurde
Nowy Świat
Diese Straße bildet den exklusiven Abschnitt des Königsweges mit zahlreichen eleganten Boutiquen, Buchhandlungen, Restaurants und Cafés. Während die Krakowskie Przedmieście von vorwiegend aus dem 17. und 18. Jahrhundert stammenden Plästen geprägt wird, kennzeichnen die Nowy Świat Bürgerhäuser und Residenzen aus dem 19. Jahrhundert. Der weitere, südlich der Jerozolimskie-Allee gelegene Teil des Königsweges entstand im 20. Jahrhundert. Etwas im Hintergrund, näher zur Weichsel hin, fallen die mächtigen Mauern des Nationlmuseums ins Auge. Von seinen vielen wertvollen Exponaten sind die Farras-Fresken aus dem Sudan, die von polnischen Archäologen endeckt wurden, besonders hervorzuheben. Neben dem Gebäude befindet sich das Polnische Militärmuseum. Die schönste Straße Warschaus ist zweifellos die Ujazdowskie-Allee. Hier gibt es viele entzückende Paläste, in denen sich vor allem ausländische Botschaften eingerichtet haben, den Botanischen Garten, imposante Ministerial- und Regierungsgebäude und nicht zuletzt den Königlichen Lazienki-Park.
Königlicher Lazienki-Park
Diese Parkanlage ist die herrlichste Warschaus sowie der beliebteste Spazierort der Einheimischen und Touristen. An heiteren Sommersonntagen erklingt am weltbekannten Chopin-Denkmal die Musik des genialen Komponisten, die nicht selten von berühmten Pianisten ausgetragen wird. Von besonderer Schönheit sind die historischen Bauwerke im Park – das sich märchenhaft im großen Teich spiegelnde Palais auf der Insel, das antikische Amphitheater und das Myślewicki-Schlösschen. Der Königsweg endet am Belvedere-Palast, dem Sitz des Staatsoberhauptes der Zweiten und gewisse Zeit auch der Dritten Republik.
Der Königsweg in Warschau ist die Nummer 1 aller Sehenswürdigkeiten und das historische und kulturelle Herzstück, welches die Stadt zusammenhält.
In der Sommersaison wird der Königsweg (Straßen Krakowskie-Prezedmiescie und Nowy-Swiat) von Freitag 19 Uhr bis Montag 8 Uhr für den Auto- und Busverkehrt gesperrt.
Aus der Vogelperspektive
Warschau besitzt keinen Eiffelturm. Was machen all diejenigen Touristen, die Warschau aus der Vogelperspektive kennenlernen wollen? Sie begeben sich zum Palast der Kultur und Wissenschaft, der sich direkt in der Warschauer City erhebt, und fahren mit dem Fahrstuhl in die dreißigste Etage. Erst von hier oben lässt sich erkennen, wie groß und grün, die vom unregelmäßigen Band der Weichsel durchzogene Stadt ist.

Der 234 Meter hohe Wolkenkratzer aus der Zeit des realen Sozialismus ist vermutlich das beste Beispiel dieser Bauweise außerhalb der ehemaligen Sowjetunion. Wir haben ihn vor zwei Jahren auch in Riga (Lettland) mit dem Fahrstuhl erobert. Anders als in Warschau wirkte er verlassen und einsam. Nach Tickets für den Fahrstuhl musste man nicht anstehen, in Warschau warteten wir mehr als eine Stunde.

Wenn es auch so scheinen mag: der Kulturpalast ist nicht mehr das hochste Bauwerk von Warschau.
Bis vor kurzem war der Kulturpalast das höchste Bauwerk im Land, Wegweiser für Touristen in Warschau, aber auch ein Bauwerk, das starke Kontroversen für und wider auslöst. Doch den besten Blick über und auf die Stadt haben wir von diesem Wolkenkratzer, das spricht für ihn.
Warschau und Chopin
Fryderyk Chopin ist der wohl bekanntest Warschauer. Hier wuchs er auf, hier erhielt er seine Ausbildung und hier komponierte er bereits viele seiner Werke. In den Warschauer Salons hat er gesellschaftliche Gewandtheit gewonnen und erste Konzerte gegeben. Nach seinem Tod hat hier auch sein Herz seine letzte Ruhe in der Säule des Hauptschiffes Heilig-Kreuzkirche gefunden. Seine Schwester ließ sie aus Frankreich nach Warschau bringen.

Chopindenkmal im Königlichen Lazienke-Park von Warschau
An multimedialen Bänken befinden sich QR-Codes, mit denen man mobile Apps „Chopin in Warsaw“ und „Selfie with Chopin“ herunterladen kann.

Blick auf das Chopinmuseum in Warschau


Im Chopin-Museum (www.chopin-museum.pl)
befindet sich die weltreichste Sammlung von Chopin-Andenken. Viele Orte in der Stadt sind mit dem Komponisten verbunden. Beachtenswert ist der Chopin-Salon neben der Krakowskie Przedmieśie-Straße (Krakauer Vorstadt) und das Denkmal im Königlichen Lazienke-Park, an dem von Mai bis September Chopin-Klavierkonzerte stattfinden. Die Konzerte finden von Mitte Mai bis Ende September jeden Sonntag um 12 und 16 Uhr stadt. Jährlich gibt es das internationale Musikfestival „Chopin und sein Europa“. www.festiwal.nifc.pl/en
Auf Chopins Spuren in Warschau: mit dem MP3-Audioguide: www.um.warszawa.pl/chopin
Essen und Trinken in Warschau
Eine Überraschung, oder : Warschau gehört weltweit zu den Städten mit dem größten Angebot an veganer und vegetarischer Küche. Ihre Einkäufe tätigen viel auf einem der zahlreichen Öko-Märkte. Fahrrad oder E-Roller gehören für viele junge Leute zum bevorzugten Fortbewegungsmittel, wenn sie nicht das dichte Netz an Straßenbahnen, Bussen und U-Bahnen nutzen.
Per Rad und zu Fuß erlebt man das grüne Warschau – beim Bummel durch prächtige Parkanlagen oder beim Besuch auf dem einzigartigen grünen Dach der Universitätsbibliothek an der Weichsel.
Wire haben auch historische Fabrikanlagen bsucht, die ein neuen Leben als Zentren von Kunst, Kultur und Gastronomie führen: Dazu gehört die 100 Jahre alte Fabryka Norblina, die in ihren historischen Hallen die BioBazaar und ein Technik-Museum beherbergt. Oder das ehemalige E-Werk an der Weichsel, in dem es heute zahlreiche Geschäfte, Restaurants und Bars gibt.
Wodkamuseum im Stadtteil Praga
In der ehemaligen Wodkafabrik Koneser im Szeneviertel Praga besuchten wir das Wodkamuseum.
Ein weiterer hipper Ort ist die Browary Warszawskie, wo nach jahrelanger Pause heute wieder Bier gebraut wird und wo Robert Lewandowski sein Restaurant eröffnete. Die einzigartige Atmosphäre Warschaus kann man beim abendlichen Bummel entlang der Weichsel erleben, wo sich die Strandbars aneinanderreihen.
Tipps zur Übernachtung
Radisson
Neu ist das Hotel NYX, das mit dem Nachhaltigkeits-Zertifikat BREEAM ausgezeichnet wurde. Das Hotel wurde energieeffizient geplant, setzt auf die Vermeidung von Abfällen und Wasser sowie auf die Verwendung regionaler Produkte.
Über den Wolken von Warszawa: Varso Tower
Noch nie reichte ein Blick über die Dächer von Warszawa (Warschau) so weit. Noch in diesem Sommer wird auf dem mit 310 Meter höchsten Gebäude der Europäischen Union eine neue Erlebniswelt eröffnet. Die Erlebnismarke Magnicity hat ab Etage 46 des Varso Towers mit Hilfe von interaktiven Stationen und Augmented-Reality-Anwendungen ein virtuelles Stadtpanorama geschaffen. Die 1.400 Quadratmeter große Erlebnisfläche inszeniert die Stadt mit multimedialen Erzählungen, historischen Perspektiven und künstlerisch gestalteten Begegnungszonen. Ergänzt wird das Erlebnis durch einen Concept-Store und eine Auswahl an Design-Souvenirs.
Entspannung und kulinarische Erlebnisse über den Dächern der Stadt verspricht der HighGarden – eine 400 Quadratmeter große grüne Dachterrasse mit Bar auf dem 49. Stockwerk. Darüber befindet sich nur noch die 360 Grad-Aussichtsplattform. Aus 230 Metern Höhe reicht der Blick über den Kulturpalast und die Weichsel hinweg bis in die Weiten der Region Masowien. Der Varso Tower ist seit 2022 das höchste Bauwerk der Europäischen Union. Dafür sorgt die 80 Meter „Nadel“, die unter anderem als Schwingungsdämpfer für den Turm fungiert. Zum gesamten Varso Komplex gehören zwei weitere, deutlich niedrige Gebäude. Spektakulär ist der Eingangsbereich mit einem Indoor-Hain mit zwölf Meter hohen Schwarzen Olivenbäumen. Im Varso 1 eröffnete das erste Hotel der Leonardo-Lifestylemarke NYX in Warschau. Es bietet seinen Gästen 331 Zimmer und Appartements im leicht verspielten urbanen Design mit Arbeitsplatz und Stadtpanorama.
Mehr Infos gibt es hier: www.varso.com
Milchbars für alle
Ein Phänomen, das nicht nur in Warszawa (Warschau) vorkommt, das sich hier jedoch besonderer Beliebtheit erfreut, sind die „Milchbars“, ein Überbleibsel aus kommunistischen Zeiten. Trotz des Namens bieten sie sehr viel mehr an als nur Milch: schlichte polnische Küche (Suppen, Knödel, Pfannkuchen und dergleichen) zu erschwinglichen und subventionierten Preisen. Sie brauchen sich daher nicht zu wundern, wenn Sie hier einen Geschäftsmann im Anzug neben einem Obdachlosen essen sehen.
Polin (Museum der Geschichte der polnischen Juden)
Ein echtes Warschauer Vorzeigeobjekt ist das Polin, das Museum der Geschichte der polnischen Juden, das von dem finnischen Architekten Rainer Mahlamäki stammt. Man sollte dieses Museum aber nicht allein wegen seiner eindrucksvollen Ausstellung über die tausendjährige gemeinsame Geschichte von Juden und Polen, sondern auch wegen der beeindruckenden monumentalen Architektur besuchen. Architekturfans können von all dem eine trockene Kehle bekommen.
Hotels Warschau
Bereits fertiggestellt wurde das erste Hotel der Leonardo-Lifestylemarke NYX in Warschau. Es entstand in direkter Nachbarschaft des Zentralbahnhofs und des neuen Varso-Towers. Dieser soll mit 310 Metern das höchsten Gebäude Mitteleuropas werden. Das neue Hotel bietet seinen Gästen 331 Zimmer und Appartements im leicht verspielten urbanen Design mit Arbeitsplatz und Stadtpanorama. Elemente der Street Art verbinden sich mit Luxuriösem und Zitaten der wichtigsten Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts zu etwas gänzlich Neuem. In den „Chillout-Areas“ stehen den Gästen Arcade-Spiele aus der Frühzeit der Videospielära zur Verfügung. Highlight ist die Skybar im 19. Stock mit einer großen Rooftop-Terrasse. Die Eröffnung ist für Februar geplant.
Warszawa vor 100 Jahren erleben
Ein Besuch im legendären Adria-Club, eine Fahrradfahrt über den Piłsudski-Platz oder die Stars der 1930er-Jahre im Kino Splendid bewundern: Die Art Box Experience im Multifunktionszentrum Fabryka Norblina lädt zur neugestalteten Ausstellung „Retro Warszawa“ ein. Die virtuelle 360-Grad-Ausstellung entführt die Besucher in das pulsierende Warszawa (Warschau) der Zwischenkriegszeit. Die Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit dem Warschauer Stadtmuseum und dem Museum der polnischen Juden POLIN und hat 2025 ein komplettes Makeover bekommen, das ein noch intensiveres Erleben ermöglicht. Neu ist die Raumstruktur: Drei Hallen bilden nun eine zusammenhängende Erzählfläche. Rund 200 aufwendig rekonstruierte und kolorierte Archivaufnahmen werden über 360-Grad-Projektionen auf Wände und spezielle Flächen geworfen. Sie lassen das Warschau der 1920er- und 30er-Jahre wieder aufleben. Mittendrin die modernen Besucher, die durch Cafés, Kinos, Tanzlokale und heute verschwundene Straßenzüge spazieren. Für den legendären Klub Adria wurden etwa Tanzparkett und Barbereich rekonstruiert. Der Splendid-Kinosaal zeigt restaurierte Filmvorschauen aus dem Archiv der Nationalen Filmothek mit digitalen Porträts der berühmtesten Schauspiel-Ikonen jener Zeit. Zudem gibt es Modeschauen, Alltagsszenen und Stadtbilder. Eine Besonderheit ist die animierte Fahrradfahrt über den Piłsudski-Platz. Den passenden Soundtrack zur Schau lieferte Jan Emil Młynarski. Der Musiker und Komponist hat die historischen Klänge der polnischen Hauptstadt intensiv erforscht. Noch bis zum 9. September können Besucher auf die besondere Zeitreise gehen und die angesagtesten Orte der Zwischenkriegszeit kennenlernen.
Mehr zur Ausstellung unter www.artboxexperience.com
Mehr über Reiseziele in Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt: www.polen.travel




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