Lódź (Lodsch) gehört zu den 25 Trendzielen, die man besucht haben sollte. Zum einen kann man in der Stadt, die Ende nach dem Ende Textilindustrie sich quasi selbst neu erfunden hat, erleben, wie mit Zeugen der Industriearchitektur umgegangen wird. Von diesen einzigartigen Meilensteinen des europäischen Industrieerbes, die auf der Route der Europäischen Industriekultur verzeichnet sind, habe ich in Lodz mit dem Zentralen Textilmuseum, dem einstigen Heizkraftwerk EC 1 – Stadt der Kultur und dem Manufakturareal gleich drei besucht. Keine andere europäische Stadt hat mehr als 3 Ankerpunkte.

Heizkraftwerk EC1

Das ehemalige städtische Heizkraftwerk EC1 Łódź (Lodsch) versorgte einst die Textilmetropole mit Strom und Wärme, heute ist das ehemalige Heizkraftwerk EC1 eines der eindrucksvollsten Wissenschafts- und Kulturzentren in Polen. Zusammen zählt der neben dem Hochgeschwindigkeitsbahnhof Łódź Fabryczna gelegene Komplex zur Europäischen Route der Industriekultur.

Baumwollfabrik von Israel Poznański wurde Manufaktura

In Łódź ist bereits die ehemalige Baumwollfabrik von Israel Poznański Teil der Route. Sie war zur Jahrtausendwende in das Kultur-, Handels- und Erlebniszentrum Manufaktura umgewandelt worden.

Die historischen Bauten des EC1 bilden heute ein eigenes kleines Kulturviertel, dessen Kernstück das Science Center ist. Dort können Besucher virtuell die Stromproduktion für eine ganze Großstadt oder in der restaurierten Schaltzentrale des einstigen Heizkraftwerkes die Energieerzeugung regeln.

Noch eindrucksvoller ist die über mehrere Stockwerke reichende ehemalige Turbinenhalle. Dort blieb wie in den übrigen Gebäuden des Wissenschaftszentrums ein Großteil der historischen Einrichtung erhalten. Besucher können das Innenleben des riesigen Brennofens erkunden oder einer Turbine bei der Arbeit zusehen.

Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Lodz.travel/ Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Ausprobieren und mitmachen heißt es auch bei der wissenschaftsgeschichtlichen Ausstellung. Dort können Gäste uralte Prinzipien der Mechanik und Optik kennenlernen, hausgemachte Polarlichter erleben, den Wärmeverlust von Objekten sichtbar machen oder mit moderner Technik den Inhalt verdächtiger Koffer durchleuchten. Eindrucksvolle Einblicke ermöglicht zudem das moderne 3D-Kugelkino, das am Ort von einer der ehemaligen Turboturbinen installiert wurde. Im ehemaligen Kühlturm des EC1 haben Besucher zudem die Möglichkeit, eine virtuelle Reise zur internationalen Raumstation ISS zu unternehmen.

Blick in das Science-Center Foto: lodztravel/Poln.FVA

Blick in das Science-Center Foto: lodztravel/Poln.FVA

Nationale Zentrum für Filmkultur

In einer futuristisch umgestalteten Maschinenhalle befindet sich das Nationale Zentrum für Filmkultur, in weiteren Teilen des EC1 sind die Łódź Film Commission und ein Planetarium untergebracht.

Blick in das Science-Center Foto: lodztravel/Poln.FVA

Zentrum für Wissenschaft und Technik in Lodz Foto: lodztravel/Poln.FVA

Zentrum der Kulturstadt

Das erste kommerzielle Elektrizitätswerk der Stadt war 1907 nahe dem Bahnhof Łódź Fabryczna entstanden. Später kamen neue Gebäude hinzu, und nach dem Zweiten Weltkrieg erfolgte der Ausbau zum Heizkraftwerk. Aus dieser Zeit stammt der Name EC1. Im Jahre 2000 wurde der Betrieb eingestellt. Doch bereits acht Jahre später beschloss die Stadt das Umbaukonzept und begann mit den Restaurierungsarbeiten. Zusammen mit dem Aufbau der „Miasto Kultury“ (Kulturstadt) auf dem Gelände des EC1 wurden auch der Bahnhof und sein Umfeld aufgewertet und zur Visitenkarte für die Stadt Łódź. In unmittelbarer Nähe wird wohl 2028 der neue U-Bahnhofentwickelt, die Bauarbeiten für die U-Bahn sind in vollem Gange.

einfachraus meint: Nicht nur Technikenthusiasten sollten das einstige Kraftwerk besuchen.

Touristische Informationen zu Łódź unter www.lodz.travel und zur Industriekultur-Route unter www.erih.de

Infos zur Europäischen Route der Industriekultur (ERIH), sie umfasst postindustriellen Stätten aus 28 europäischen Ländern. Über 2 300 Stätten sind europaweit erfasst. Die wichtigsten Stätten auf der ERIH-Route sind die über 100 so genannten „Ankerpunkte“. Es handelt sich dabei um Meilensteine des europäischen Industrieerbes, um Stätten von besonderer historischer Bedeutung für die industrielle Revolution, die den Besuchern hochwertige Erlebnisse bieten.  Das Wissenschafts- und Kulturzentrum EC 1 steht in einer Reihe mit so wichtigen Denkmälern wie dem Pariser Eiffelturm, dem Fagus-Werk in Alfeld (bei Hildesheim) oder dem Gasometer in Oberhausen (Ruhrgebiet).

Hier geht es zur Route der Europäischen Industriekultur.

Die Route vereint über 300 bedeutende Baudenkmäler der Industriegeschichte in 27 Ländern Europas. In Polen zählen dazu bereits bedeutende Objekte wie das einstige Salzbergwerk von Wieliczka, die historischen Brauereien von Tychy (Tichau) und Żywiec (Saybusch) sowie das ehemalige Silberbergwerk von Tarnowskie Góry (Tarnowitz).

Weitere Informationen zum Reiseland Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt, www.polen.travel

Die Recherche in Lodz wurde unterstützt vom Polnischen Fremdenverkehrsamt in Berlin. vielen Dank.

Hier empfehlen wir Euch das in einem Teil der einstigen Textilfabrik befindliche Hotel Wyndam Andels.