2026 jährt sich der Geburtstag des Grafikers, Zeichners und Kupferstechers Daniel Chodowiecki zum 300. Mal. Der am 16. Oktober 1726 in Danzig geborene Künstler zählt zu den bedeutendsten Illustratoren der europäischen Aufklärung. Seine fein beobachteten Alltagsszenen, Porträts und Buchillustrationen machten ihn bereits zu Lebzeiten berühmt. Obwohl Chodowiecki den größten Teil seines Lebens in Berlin verbrachte, blieb er seiner Geburtsstadt Danzig eng verbunden. Das Jubiläumsjahr 2026 wird deshalb mit zahlreichen Ausstellungen und Veranstaltungen in Deutschland und Polen begangen. Im Mittelpunkt stehen nicht nur seine meisterhaften Radierungen und Zeichnungen, sondern auch seine Rolle als Chronist des bürgerlichen Lebens im 18. Jahrhundert. Viele Museen beleuchten zudem Chodowieckis Herkunft aus einer hugenottischen Familie, seine Tätigkeit als Direktor der Berliner Akademie der Künste und seine berühmte Reise von Berlin nach Danzig im Jahr 1773, die er mit mehr als 100 Zeichnungen dokumentierte.

Ausstellung zum 300. Geburtstag des Grafikers

Das Stadtmuseum von Gdańsk (Danzig) zeigt seit kurzem eine große Jubiläumsausstellung anlässlich des 300. Geburtstags von Daniel Chodowiecki. Auch im Nationalmuseum gibt es aus diesem Anlass eine Ausstellung. Der wohl meistkopierte Grafiker der deutschen Aufklärung wurde in Danzig geboren, machte in Berlin Karriere und inspirierte die Hollywood-Größe Stanley Kubrick. Seine Bilder halfen auch, die im Zweiten Weltkrieg zerstörte historische Rechtstadt originalgetreu wiederaufzubauen.

Wer den Film „Barry Lyndon“ kennt, kennt Chodowiecki – ohne es zu wissen. Stanley Kubrick und sein Szenenbildner Ken Adam nutzten die Radierungen des Danziger Künstlers als eine der visuellen Inspirationen. Der Film gewann 1975 vier Oscars, darunter einen für Adams Szenenbild.

Chodowiecki wurde 1726 in der Danziger Rechtstadt geboren. Mit 17 Jahren ging er zu seinem Onkel Antoine Ayrer nach Berlin in die Lehre und wurde später der gefragteste Kupferstecher und Illustrator seiner Zeit. Er illustrierte Werke von Lessing, Goethe und Schiller – rund 2.000 Radierungen entstanden in seiner Berliner Werkstatt, wo er zuletzt als Direktor der Königlichen Akademie der Künste wirkte. Goethe schätzte ihn als „sehr respektablen und idealen Künstler“. Günter Grass war so fasziniert, dass er einen nach Chodowiecki benannten Preis für polnische Grafiker stiftete. Dabei blieb der Künstler seiner Herkunftsstadt treu verbunden. 1773 kehrte er nach fast 30 Jahren in Berlin nach Danzig zurück – und hielt die Reise in einem detaillierten Tagebuch und Dutzenden Skizzen fest. Statt Sehenswürdigkeiten zeichnete er Menschen: Händler, Bürger, Straßenszenen, Interieurs. Die Ausstellung zeigt diese Reisedokumente gemeinsam mit den Originalzeichnungen – ein seltenes Doppelporträt einer Stadt und ihres Beobachters.

Rund 200 Objekte sind im Rathaus der Rechtstadt am Langen Markt (Długi Targ) zu sehen, verteilt auf zwei Etagen. Leihgaben kommen unter anderem aus der Berliner Akademie der Künste, dem Berliner Stadtmuseum und der Staatsbibliothek sowie aus dem Nationalmuseum in Warszawa (Warschau). Zur Ausstellung erscheint ein polnisch-deutsch-ukrainischer Katalog, der auch bislang kaum bekannte Bestände aus Lemberg vorstellt. Die Schau läuft bis 16. Oktober 2026.

Eine weitere Ausstellung anlässlich des runden Geburtstages gibt es im Danziger Nationalmuseum zu sehen. „Acht Wochen. Daniel Chodowiecki. Illustrator und Moralist“ zeigt noch bis zum 6. September wie Chodowiecki mit Humor und Satire gesellschaftliche Zustände offenbarte und ganz im Geiste der Aufklärung auf seine Leserinnen und Leser einwirken wollte. Einen großen Teil seiner Illustrationen nehmen Themen rund um die Rollenzuschreibung und Lebenswelt der Frau im 18. Jahrhundert ein.GalerieDanzig.Polen

Mehr zu Ausstellung im Rechtstädtischen Rathaus

unter www.muzeumgdansk.pl

Das Nationalmuseum ist im Internet unter www.mng.gda.pl zu erreichen. Weitere Informationen zum Reiseland Polen gibt es beim Polnischen Fremdenverkehrsamt unter www.polen.travel

Quelle: Polnischen Fremdenverkehrsamt unter www.polen.travel

Auf der Ostseeschnellstraße nach Danzig

de Juni 2026 die letzte Lücke auf der Schnellstraße S6 zwischen Szczecin (Stettin) und Gdańsk (Danzig) geschlossen. Mit der Freigabe des rund 40 Kilometer langen Abschnitts zwischen Słupsk (Stolp) und Leśnice am 26. Juni 2026 ist die rund 330 Kilometer lange „Trasa Kaszubska“ (Kaschubische Trasse) nun auf ihrem gesamten Verlauf befahrbar. Die Fahrzeit zwischen den beiden Metropolen verkürzt sich nach Angaben der polnischen Straßenbaubehörde GDDKiA um rund anderthalb auf jetzt etwa 3,5 Stunden. Der neue Abschnitt verbindet Westpommern über Koszalin (Köslin) und Słupsk mit der Dreistadt (Trójmiasto) aus Danzig, Sopot und Gdynia. Somit gibt es erstmals einen durchgehenden Schnellstraßenkorridor entlang der polnischen Ostseeküste. Die S6 ist Teil der internationalen Route Via Hanseatica, die von Lübeck bis Riga reicht, und der Europastraße E28. Als nächstes Großprojekt entsteht die Westliche Umgehung Stettins. Der letzte Abschnitt zwischen Police (Pölitz) und Goleniów (Gollnow) schließt einen fünf Kilometer langen Tunnel unter der Oder ein, der 2033 fertiggestellt sein soll. www.pomorzezachodnie.travel | www.pomorskie.travel

Hier nehmen wir euch mit auf einen Besuch in Danzig im Frühjahr 2026.