Mit dem im transpress Verlag erschienenen Band Deutsche Eisenbahnbrücken in historischen Ansichten legt Jörg Koch einen weiteren großformatigen Bildband vor, der sich einem oftmals selten behandelten Thema der Eisenbahngeschichte widmet: den Brücken und Viadukten des deutschen Schienennetzes. Nach seinem erfolgreichen Band über deutsche Bahnhöfe richtet der Historiker den Blick nun auf jene Bauwerke, ohne die viele Bahnstrecken gar nicht denkbar wären.

Eisenbahn-Hochbrücke in Rendsburg ist die 2,2 Kilometer lang. Die 42 Meter hohe Stahl-Konstruktion wurde von 1911 bis 1913 erbaut und gilt noch heute als eine der bedeutendsten und größten Brücken Europas.
Die Dimensionen des Bauwerks waren für die Mitte des 19. Jahrhunderts spektakulär. Rund 26 Millionen Ziegelsteine wurden verbaut, dazu Naturstein für Fundamente und besonders belastete Bereiche. Zeitweise arbeiteten bis zu 1.700 Menschen auf der Großbaustelle. Als die Brücke 1851 eröffnet wurde, war sie die höchste Eisenbahnbrücke der Welt. Ihren Titel als größte Ziegelsteinbrücke der Welt hat sie bis heute behalten.
Aus eisenbahntechnischer Sicht ist die Göltzschtalbrücke weit mehr als ein historisches Denkmal. Sie trägt noch immer die zweigleisige Sachsen-Franken-Magistrale zwischen Leipzig und Hof und wird täglich von Regional- und Fernverkehrszügen befahren. Dass ein fast 175 Jahre altes Mauerwerksbauwerk modernen Zugverkehr aufnehmen kann, zeigt die außergewöhnliche Qualität seiner Konstruktion. Umfangreiche Sanierungen und Verstärkungen haben dafür gesorgt, dass die Brücke den Anforderungen des heutigen Eisenbahnbetriebs weiterhin gerecht wird. Moderne Züge passieren das Viadukt heute mit Geschwindigkeiten, die sich die Erbauer kaum hätten vorstellen können.
Bedeutendes Ingenieurbauwerk Deutschlands
Für Eisenbahnfreunde gehört die Göltzschtalbrücke zu den bedeutendsten Ingenieurbauwerken Deutschlands. Anders als viele historische Eisenbahnbrücken ist sie nicht museal, sondern Teil des täglichen Betriebs. Wer an einem der Aussichtspunkte steht und einen Regionalexpress oder Güterzug über die gewaltigen Ziegelbögen fahren sieht, erlebt Eisenbahngeschichte in Bewegung.
Auch touristisch hat sich die Brücke längst zu einem Aushängeschild des Vogtlands entwickelt. Wanderwege, Aussichtspunkte und Informationsangebote erschließen das Bauwerk für Besucher. Besonders beliebt ist der Brückenwanderweg zwischen der Göltzschtal- und der Elstertalbrücke, der zwei der größten Ziegelsteinviadukte Europas miteinander verbindet. Die Brücke zählt zu den meistfotografierten Motiven der Region und ist fester Bestandteil der Route der Industriekultur in Sachsen.
Göltzschtalbrücke – touristisches Wahrzeichen des Vogtlands
Aktuell arbeiten die Kommunen und Tourismusverantwortlichen der Region daran, das Umfeld der Brücke weiter aufzuwerten. Vorgestellt wurden Konzepte, die das Areal stärker als Erlebnis- und Ausflugsziel positionieren sollen. Neben der Vermittlung von Eisenbahn- und Technikgeschichte stehen dabei neue Freizeitangebote im Mittelpunkt. Ziel ist es, die Göltzschtalbrücke noch stärker als touristisches Wahrzeichen des Vogtlands zu etablieren. Die Göltzschtalbrücke ist damit weit mehr als eine Eisenbahnbrücke. Sie verbindet Vergangenheit und Gegenwart, Ingenieurkunst und Landschaftserlebnis. Kaum ein anderes Bauwerk in Deutschland zeigt so eindrucksvoll, wie visionär die Eisenbahnpioniere des 19. Jahrhunderts dachten – und wie dauerhaft ihre Leistungen bis heute wirken.
Technisches Meisterwerk im Mansfelder Land
Wer mit der Wipperliese durch das Mansfelder Land reist, erlebt kurz hinter dem Haltepunkt Mansfeld einen der eindrucksvollsten Ingenieurbauten der Region. Das Hasselbach-Viadukt, häufig auch als Mansfelder Viadukt oder Wipperliese-Viadukt bezeichnet, überspannt am Rand der Lutherstadt Mansfeld das Tal des Hagenbachs und gehört zu den markantesten Eisenbahnbauwerken Sachsen-Anhalts. Mit seiner filigranen Stahlkonstruktion und der exponierten Lage ist es bis heute Wahrzeichen der Strecke Klostermansfeld–Wippra.

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