Von Jörg Berghoff
Südlich von Leipzig trifft man in Lützen auf Spuren des 30-jährigen Krieges. Hier standen sich 1632 schwedische Truppen unter König Gustav II. Adolf und kaiserliche Soldaten unter General Albrecht von Wallenstein gegenüber. Es folgte eine Schlacht ohne Sieger. Und im 20 Kilometer entfernten Zwenkau wartet eine Architekturikone auf die Besucher.
Lützen ist nicht nur ein hübscher Ort, den es zu besuchen lohnt, sondern auch ein geschichtsträchtiger Knotenpunkt. Als „Stadt der Schlachtenlenker“ markiert sie die jene Stelle, an der 1632 der schwedische König Gustav II. Adolf und der kaiserliche General Pappenheim im Dreißigjährigen Krieg fielen.

Der Museumsbau Lützen 1632 überzeugt mit seiner klaren Struktur. Foto: Jörg Berghoff
Neben diesem kriegshistorischen Erbe, das heute in einem modernen Museum „Lützen 1632“ samt Gedenkstätte zu sehen ist, wird im Ortsteil Röcken das kulturelle Vermächtnis des Philosophen Friedrich Nietzsche wachgehalten, der hier am 15. Oktober 1844 hier geboren wurde. Man wandelt auf den Spuren des weltbekannten Lützeners, von seiner Geburt bis zu seinem Tode: Neben seinem Geburtshaus umfasst die Gedenkstätte auch die Taufkirche und das Grab Nietzsches.
Tage des Erinnerns in Lützen

An dieser Stelle soll der schwedische König Gustav II. Adolf gefallen sein.
Und am 6. November wird in Lützen traditionell der Opfer der Schlacht von 1632 gedacht. Rund um diesen historischen Gedenktag lädt die Stadt zu einem vielfältigen Programm mit Lesungen, Gottesdiensten und einer feierlichen Kranzniederlegung ein. Diese Veranstaltung verbindet Geschichte, Gedenken und Begegnung auf besondere Weise. Die Schlacht bei Lützen zwischen einem schwedischen Heer unter Führung des Königs Gustav II. Adolf und den kaiserlichen Truppen unter Albrecht von Wallenstein war eine der Hauptschlachten des Dreißigjährigen Krieges. Für beide Seiten endete die Schlacht mit einem Pyrrhussieg. Etwa 10.000 Soldaten, darunter König Gustav II. Adolf, fanden auf dem Schlachtfeld den Tod. Auf der anderen Seite erlitten die kaiserlichen Truppen wahrscheinlich etwas geringere Verluste als die Gegenseite, darunter der kaiserliche General Pappenheim, zogen sich aber schließlich zurück und ließen sogar ihre Geschütze auf dem Schlachtfeld stehen. Bernhard von Sachsen-Weimar übernahm nach dem Tod des Königs den Befehl über das schwedisch-protestantische Heer und behauptete das Schlachtfeld. Gewonnen hatte diese Schlacht aber eigentlich keiner.
Seit 2006 wird dieses Gelände erforscht, im Jahre 2011 fand man ein Massengrab mit 47 gefallenen Soldaten, das geborgen wurde. Teile davon sind heute in der Ausstellung zu sehen, ein bedrückendes Mahnmal gegen die Schrecken des Krieges. „Krieg ist ein Winterschlaf der Kultur“ sagte Friedrich Nietzsche einmal. In Lützen wird das eindrucksvoll in Szene gesetzt.

Auch ein Massengrab wurde auf dem Schlachtfeld Lützen geborgen. Foto: Jörg Berghoff
Architekturikone in Zwenkau
Das Haus Rabe in Zwenkau ist ein herausragendes Gesamtkunstwerk der Klassischen Moderne im Bauhaus-Stil. Zwischen 1929 und 1931 von Architekt Adolf Rading für Dr. Erich Rabe als Wohn- und Praxisgebäude entworfen, zeichnet sich das Haus durch die einzigartigen Wandmalereien des Bauhaus-Künstlers Oskar Schlemmer aus.

Das von Architekt Adold Radnig im Bauhaus-Stil errichtete Gebäude wurde 1931 fertiggestellt. Foto: Jörg Berghoff
Haus Rabe bietet als Ausstellungsort kulturelle und gesellschaftliche Impulse und setzt sich mit den künstlerischen Gedanken, Methoden und Werken des Bauhauses auseinander, wobei immer Bezüge zur gegenwärtigen Lebenswelt hergestellt werden. »Etwas Organisches – zusammenhängend mit der Zeit, mit dem Leben um uns herum, mit unserem Denken und unserem Gefühl« sagte der Architekt des Hauses Rabe, Adolf Rading, einst. In Leipzigs Süden warten große Entdeckungen auf die Gäste.
Weitere Informationen hier:
Stadt Lützen, www.stadt-luetzen.de
Museum Lützen 1632, https://erlebnis-luetzen.de
Röcken Nietzsche Gedenkstätte, www.nietzsche-gedenkstaette.de
Zwenkau, www.zwenkau.de/leben-tourismus
Zwenkau Haus Rabe, https://haus-rabe.de
Text und Fotos: Jörg Berghoff
Hier waren wir mit dem Boot in Leipzig unterwegs. Schaut dazu auf unserer Seite nach.
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