Das Zürcher Weinland ist eine ländlich geprägte Region im Norden des Kantons Zürich und gilt als eine der bedeutendsten Weinbauregionen der Deutschschweiz. Geografisch liegt das Gebiet zwischen Rhein, Thur und Töss und umfasst zahlreiche kleinere Gemeinden sowie die zentrale Kleinstadt Andelfingen. Charakteristisch für das Zürcher Weinland ist die Kombination aus sanften Hügeln, fruchtbaren Böden und weitläufigen Rebflächen, die das Landschaftsbild prägen.

Schweiz2023 wein zuericher weinlandDer Weinbau hat hier eine lange Tradition, die bis in die Römerzeit zurückreicht. Besonders verbreitet ist die Rebsorte Blauburgunder (Pinot Noir), die ideale Bedingungen in den kalkhaltigen Böden und dem gemäßigten Klima findet. Neben Rotweinen werden auch Weißweine wie Riesling-Sylvaner angebaut. Die Region ist bekannt für ihre qualitativ hochwertigen, oft klein produzierten Weine, die sowohl lokal konsumiert als auch überregional geschätzt werden. Der Weinbau ist dabei nicht nur ein wirtschaftlicher Faktor, sondern auch ein wichtiger Bestandteil der kulturellen Identität.

Neben der Landwirtschaft spielt der sanfte Tourismus eine zunehmend wichtige Rolle. Wander- und Velowege führen durch Rebberge, Wälder und entlang von Flüssen und bieten zahlreiche Möglichkeiten zur Erholung. Besonders reizvoll ist die Nähe zum Rhein, etwa bei Rheinfall, dem größten Wasserfall Europas, der als bedeutende Sehenswürdigkeit viele Besucher in die Region zieht. Auch kleinere Dörfer mit gut erhaltenen Fachwerkhäusern tragen zum historischen Charme des Zürcher Weinlands bei.

Ein prägendes Merkmal der Region ist ihre dörfliche Struktur. Die Siedlungen sind überschaubar, oft von Landwirtschaft geprägt und verfügen über ein starkes Gemeinschaftsleben. Traditionen wie Weinfeste, lokale Märkte und saisonale Veranstaltungen fördern den sozialen Zusammenhalt und machen die Region auch kulturell lebendig. Gleichzeitig profitieren viele Gemeinden von der Nähe zu urbanen Zentren wie Winterthur und Zürich, was das Zürcher Weinland zu einem attraktiven Wohnort für Pendler macht. In den letzten Jahren hat sich das Zürcher Weinland auch im Hinblick auf nachhaltige Entwicklung weiterentwickelt. Viele Winzer setzen auf umweltschonende Anbaumethoden, und es wird verstärkt auf Biodiversität sowie den Erhalt der Kulturlandschaft geachtet. Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, Tradition und Modernisierung in Einklang zu bringen, insbesondere im Spannungsfeld zwischen Landwirtschaft, Siedlungsentwicklung und Naturschutz.Schweiz Züricher weinland

Insgesamt zeichnet sich das Zürcher Weinland durch eine harmonische Verbindung von Natur, Landwirtschaft und regionaler Kultur aus. Die Region steht exemplarisch für eine nachhaltige, kleinräumige Entwicklung, bei der der Weinbau nicht nur wirtschaftliche, sondern auch landschaftliche und soziale Bedeutung besitzt.

Rheinfall Wein

Die beiden nördlichsten Weingüter des Kantons Zürich, Besson-Strasser in Uhwiesen und 8247 in Flurlingen, verbindet die Liebe zu Reben und Wein genauso wie die Leidenschaft für die Natur.

Der neue innovative Barrique Keller im Weingut Besson-Strasser

Noch keine 20 Jahre alt – das Wohn- und Betriebsgebäude der Familie Besson-Strasser ist noch bestens in Schuss. Aber was von Beginn an fehlte, war ein Barrique Keller. Mit dem „Riegelhüsli“ im Dorfkern von Uhwiesen stand zwar ein Keller zur Verfügung, in dem man die Weine wunderbar reifen lassen konnte. Allerdings hat sich diese Lösung vor allem aus logistischen Gründen über die Jahre als unpraktisch erwiesen, sagt Cédric Besson. „Der Transport, aber auch die regelmäßigen Analysen waren etwas aufwändig, auch wenn die Distanz nicht einmal ein Kilometer ist.“ Mit dem Engagement von Besson-Strasser beim Weingut 8247 kam ein Platzproblem dazu. Denn in Flurlingen sollen ca. 20.000 Flaschen produziert werden. Und mehr als die Hälfte der Weine wird in Barriques oder Holzfudern ausgebaut.

Weingut Besson Strasser Zücher Weinland SchweizAlso haben Nadine und Cédric Besson angefangen, sich mit dem Neubau eines Barriquekellers zu beschäftigen. „Natürlich war unser oberstes Ziel, optimale klimatische Bedingungen für den Weinausbau zu schaffen“, meint Nadine Besson. Das heißt 80% Luftfeuchtigkeit bei einer stabilen Temperatur von 12-16 Grad. „In ersten Gesprächen haben uns die Architekten erklärt, dass man das mit entsprechender Klimatechnik problemlos hinbekommt“, so Nadine weiter. Aber das Ehepaar, das nun seit über 20 Jahren nach biodynamischen Grundsätzen arbeitet und damit auch im Keller auf sehr viel Technologie verzichtet, wollte diese „Klimaziele“ ohne den Einsatz von Maschinen erreichen. Also haben sie selber angefangen, nach Alternative zu  maschineller Klimatechnik zu suchen. Rasch sind sie gemeinsam mit dem Architekturbüro Dost in Schaffhausen auf Stampfbeton gestoßen, einem Material, das bei manchen Bauten zu Problemen mit Feuchtigkeit geführt hat. Genau die Feuchtigkeit, die hier gefragt war! Weil Stampfbeton ohne Eisenarmierung auskommen muss, sind seine Einsatzmöglichkeiten beschränkt. Für Besson-Strasser sind seine Eigenschaft aber ein Glücksfall. Der neue Keller ist zu einem großen Teil unter der Erde gebaut, was bereits sicherstellt, dass die Temperaturen nicht zu hoch ansteigen. Indem die Mauern nach Osten und Süden mit Stampfbeton gebaut wurden, kann auf natürliche Weise eine konstante Luftfeuchtigkeit erreicht werden. Aus statischen Gründen musste der Keller mit vier Stahlbeton-Bögen gesichert werden.

Wenn man den Keller betritt, spürt man schnell dass hier etwas Besonderes geschaffen wurde. Der Keller wirkt als sei er Teil des Terroirs, wohl auch wegen des Naturbodens. Jedenfalls ist er der erste seiner Art in der Schweiz! Familie Besser-Strasser ist überzeugt, dass die Weine in diesem Umfeld sich wunderbar entwickeln werden. Darauf freuen sich die Liebhaber der Weine von Besson-Strasser und 8247.

 Das Weingut Besson-Strasser öffnet seinen Keller jeden Samstag von 10-14 Uhr oder auf Vereinbarung. Bei schönem Wetter lädt die Terrasse mit Blick auf die Schweizer Alpen zu Degustieren des vielfältigen Weinsortiments ein. Für private Anlässe bis 40 Personen bietet sich der Eventraum mit moderner Einrichtung und gedeckter Terrasse an.

25./26. November 2023: Herbstdegustation im Weingut Besson-Strasser

Weingut Besson-Strasser
Dorfstraße 75, 8248 Uhwiesen
www.wein.ch

8247 Weinbau AG
Gewerbezentrum Arova, Zwirnerei
8247 Flurlingen
www.8247.ch

Weingut Strasser

Die Gemeinde Benken, erstmals um 858 urkundlich erwähnt, liegt im Herzen des Zürcher Weinlands. Im schmucken Dorf am Südfuß des Kohlfirst wird seit dem Mittelalter Wein angebaut. Heute bewirtschaften gut 20 Winzer eine Rebbaufläche von 22 Hektar. Die quarzsandhaltigen Rebböden und die wenigen Niederschläge verleihen den Benkemer Weinen ihren kräftigen Charakter. Die Familie Strasser ist seit dem Jahr 1464 in Benken ansässig. Seit Generationen wird im Gewölbekeller aus dem Jahr 1779 Wein gekeltert und heute noch zu einem großen Teil in Holzfässern ausgebaut. Im Laufe der Zeit sind auch neuen Kellerräume entstanden, die sehr schön zum alten Teil hinzugefügt wurden.

Anbau vieler Rebsorten

Das Weingut umfasst rund fünf Hektar Rebfläche an verschiedenen Lagen, auf denen nach den Richtlinien der integrierten Produktion die folgenden Traubensorten angebaut werden: Räuschling, Chardonnay, Revaner, Würzer, Pinot Noir, Malbec und Merlot. Ein Teil der Fläche ist mit den pilzwiderstandsfähigen Sorten: Vidal Blanc, Cabernet Cantor, Monarch, Muscaris, Prior und Chambourcin bestockt. Aus diesen Traubsorten werden rund zwanzig verschiedene Weine in unserem Weinkeller gekeltert, z. B. Schaumwein, trockene, liebliche und süße Weißweine, Federweißer, Rosé, leichten süffigen Pinot, Pinot aus dem Eichenfass, aus dem Barrique, Strohwein und verschiedene Cuvées. Außerdem werden auch verschiedene Liköre, Edelbrände, Traubensaft, Essig, Konfitüren und Traubenkernkissen hergestellt.Im Keller im Rehberg werden auch Events mit Degustationen und Verpflegung angeboten.Schweiz Züricher weinland

Aufbau einer eigenen Hirschzucht

Als Ergänzung zum Weinbau hat Familie Strasser-Torriani sich 2008 entschieden, eine Hirschzucht aufzubauen. Zum Familienbesitz gehören neben Rebbergen auch diverse Flächen, auf denen keine Trauben angebaut werden können. 

Nach längerer Vorbereitungszeit (Kurse, Bewilligungen, Bau der Gehege etc.) begann die Familie 2013 mit dem Aufbau einer Damhirsch-Herde. Die Damhirschzucht befindet sich oberhalb des Weinguts, in einem hügeligen Gelände mit Hochstammbäumen. Die Tiere leben ganzjährig im Freien. Während des Sommers ernähren sie sich vom saftigen Gras iher Weiden, die ihnen auch genügend Raum bieten für artenspezifische Bewegung und Verhaltensweise. Im Winter werden sie mit Heu, Traubentrester, Rüben, Mais, Kastanien, Baumnüssen, trockenem Brot und Äpfeln zugefüttert. Um sie vor extremen Witterungseinflüssen zu schützen genügt ein Unterstand. In etwa 15 Monaten erreichen die Tiere ihr Idealgewicht. Damhirschfleisch ist besonders kurzfaserig und deshalb auch butterzart. Dank der Zartheit ist ist nicht nur für traditionelle Wildgerichte, sondern auch zum Grillen geeignet.Es hat einen niedrigen Fettanteil und hohen Eiweißgehalt. Im Herbst werden die jungen Böcke geschossen und vom Metzger professionell verarbeitet und zum Verkauf angeboten. Vorbestellungen nimmt die Familie Strasser-Torriani gern entgegen.

Weingut Strasser

Theodor und Manuela Strasser-Torriani
Eigenbau und Eigenkelterung
Oberdorf 10, 8463 Benken

www.weingut-strasser.ch

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