„In Masuren glaubt man, in einem Paradies zu leben, in das der liebe Gott kommt, wenn er sich ausruhen will“, schrieb der in Masuren geborene Schriftsteller Arno Surminski einst. Besonders intensiv erleben kann man die Region Masuren mit dem Fahrrad und zu Fuß. Man folgt endlosen Alleen, kommt an wogenden Getreidefeldern vorbei und lernt kleine Bauerndörfer, aber auch mächtige Burgen und Schlösser kennen.

Masuren – ein wunderbares Wandergebiet

Für Radfahrer und Wanderer ist Masuren ein wunderbares Urlaubsgebiet. Vor allem rings um die touristisch recht gut erschlossenen Großen Masurischen Seen gibt es mittlerweile ein Netz mit ausgeschilderten Wegen. Empfohlen werden ausgedehnte Wanderungen in der Johannisburger der Borkener Heide. Man sollte sich aber bei Touristeninfos vorher gutes Kartenmaterial besorgen. Outdoorprofis sind begeistert von der Rominter Heide. Die Wildnis an der Grenze zu Russland gehört zu den letzten Urwäldern Europas.

Radwege noch wenig vernetzt

Meine Erfahrung besagt, dass man Fahrradfahren in Masuren nicht ausschließlich mit anstrengendem Strampeln von Stadt zu Stadt und mit Butterbroten und Getränken aus der Fahrradtasche verbinden muss. Obwohl es noch nicht viele überregional vernetzte Radwege gibt und die Ausschilderungen oftmals mangelhaft sind: Radfahren lohnt sich wegen der Naturerlebnisse.

Verschiedene Reiseveranstalter, wie DNV-Tours, führen Fahrradtouren in Masuren durch. Beliebt sind die kombinierten Schiffs-Rad-Touren mit der MS „Classic Lady“, ein schwimmendes Hotel für 40 Gäste. Dieses Schiff bietet seinen Passagieren komfortable Bedingungen und bildet gleichzeitig die schwimmende Ausgangsbasis für Fahrradausflüge auf den masurischen Strecken.

Dr. Robert Kempa und Uwe Döcke präsentieren Radwandern, Hausboote und das Hotel Karnity in Gizyckoi (Lötzen)

Dr. Robert Kempa und Uwe Döcke präsentieren Masuren auf der ITB.

Radlerdorf am See

Seit 2006 betreibt DNV-Tours in dem kleinen Ort Piaski am Beldahnsee das erste Radlerdorf für Touristen. In dem Touristikzentrum stehen Mountainbikes, Tandems und E-Bikes zur Ausleihe bereit. Empfehlenswert ist auch der Doppeldeckerbus, der Fahrräder transportiert (ebenfalls DNV-Tours). Damit können Touristen beträchtliche Entfernungen auf stärker befahrenen Straßen bewältigen, um zu gegebener Zeit auf’s Rad umzusteigen und sich dem Zauber der lauschigen Wald- und Feldwege hinzugeben.

Elche und Wölfe in wilder Natur

Naturliebhabern steht eine gewaltige Auswahl an Wanderstrecken zur Verfügung. Vor allem in den drei weitläufigen Waldkomplexen Masurens: der Johannisburger Heide (Puszcza Piska), der Borkener Heide (Puszsza Borecka) und der Rominter Heide (Puszcza Romincka). Empfehlenswert sind auch die reizvollen Marszalkowskie-Wälder am Nordenburger See (Jezioro Oświn) sowie die Skaliskie-Wälder. Bei Wanderungen in diesen Gebieten kann man Elche, Wölfe und Adler beobachten.Fahrrad Masuren

Angeboten werden auch thematische Fahrradtouren. Zum Beispiel eine Radtour zu den hydrotechnischen Anlagen des unvollendet gebliebenen Masurischen Kanals oder kulinarische Ausflüge: von Gasthaus zu Gasthaus.

Wellness und Golf in Masuren

Wellness ist auch in Polen seit einigen Jahren ein Trend. In Masuren eröffnete Ende 2014 das 5 – Sterne-Hotel Marina Golfclub auf einer Halbinsel am Wulpinker See (Jezioro Wulpińskie). Das Hotel im skandinavischen Stil bietet 98 Zimmer, eine großen SPA-Bereich mit Pool und einen Bootsanleger. In direkter Nachbarschaft liegt der Golfplatz von Naterki mit 18 Löchern, der zu den schönsten des Landes zählt.

Deftige Küche und wohnen mit Familienanschluss

Es gibt viele Unterkünfte in Masuren. Gekocht wird übrigens überall in Masuren noch recht deftig. Das Gemüse kommt meist aus eigenen Garten oder frische vom Wochenmarkt. Auch Übernachtungen auf Bauernhöfen, betreut vom Landfrauenverband, sind eine gute Alternative. Dort hat man Familienanschluss und ein masurischer Hofhund passt meist auch recht gut auf das Auto auf. Mein Tipp: Einzelreisende oder auch Familien mit Kindern fühlen sich wohl in der familiären Atmosphäre auf dem Bauernhof von Urszula Tham in Diwitten (Dywity) in der Nähe von Allenstein (Olsztyn) .

Info: www.dnv-tours.de

Regionale Küche und Spezialitäten

Die Woiwodschaft Ermland-Masuren ist als erste in Polen dem europäischen Netzwerk für regionales kulinarisches Erbe beigetreten. Das bedeutet, dass es regionale Lebensmittelprodukte und lokale Speisen bewirbt. Ausgewählte Höfe, Produzenten, Lebensmittelverarbeitungsbetriebe und Restaurants, die ihre Verbundenheit mit der Region unterstreichen und gesetzte Kriterien erfüllen, erhalten spezielle Zertifikationen und das Logo.Masuren Polen Essen Speisen

Die Küchen des Ermlands und von Masuren ähneln sich, da sie aus der Verbindung der selben Traditionen entstanden: der deutschen und polnischen. Hinterlassenschaft der Preußen ist der Umfang an Fleisch und Kartoffeln. Letztere isst man in jeglicher Form – populär sind auf geräuchertem Speck angebratene Knödel und gebratener Kartoffelpuffer (mit Zucker ebenfalls als Dessert serviert). Das polnische Erbe sind zahlreiche Suppen im Menü sowie die üppige Nutzung von Sahne und Kräutern (vor allem Majoran, Kümmel und Dill).Masuren Polen Essen Speisen

Traditionelle Speisen des Ermland, Masurens und des Powiśle kann man auf kulinarischen Festivals und Veranstaltungen probieren. In der Region werden viele davon organisiert – vom Brotfest in Elbing über das Festival Cepelinai in Goldap oder Fische in Eylau bis zum Kartoffelpuffer-Tag in Osterode und dem Kartoffelfest in Szczytno.

Regionale Spezialiäten auf einen Blick:

  • Kotlett auf masurische Arlt, als ein Kotlett in Pflaumenmussauce
  • „Dzyndzałki“, also mit Sahne übergossene Piroggen mit Fleisch-Zwiebelfüllung und „skrzecki“ (Griebe)
  • Kartoffelkuchen mit Fleischfüllung
  • „Fraszynki“, also kleine Kartoffelkotletts mit scharf gewürzter Fleischfüllung
  • Geräucherte Meerforellen und Aale sowie kleine Maräne mit verschiedenen kulinarischen Kreationen

Mehr Informationen unter: www.produkteregionalny.warmia.mazury.pl