Der Elberadweg gehört laut ADFC-Radreiseanalyse zu den beliebtesten Radfernwegen. Ein besonders schöner Abschnitt des Radfernweges führt durch die ursprüngliche Natur im Radlerparadies Prignitz. Hier lohnt es sich, den Radfernweg für entspannte Touren durch die weite, flache Ebene, lauschige Waldgebiete, beschauliche Städte und historische Dörfer zu verlassen. Die Lenzerwische-Tour führt als 27 Kilometer langer Rundweg ein Stück über den Elberadweg und rings um Lenzen durch die Prignitz. Von April bis September bieten Naturexperten die Strecke jeden zweiten Samstag im Monat sogar als geführte Radtour an.

Die Alte Ölmühle in Wittenberge, nah an der Elbe, Foto: D.Weirauch

Die Alte Ölmühle in Wittenberge, nah an der Elbe, Foto: D.Weirauch

Radeln auf dem Elberadweg

Zwar kann man aufgrund der geltenden Corona-Schutzverordnungen noch nicht in der Prignitz übernachten, doch Tagesausflüge sind möglich und laut ADFC-Radreiseanalyse besonders beliebt bei Radlern. Auf halber Strecke zwischen Hamburg und Berlin gelegen, erreicht man die idyllische Region aus beiden Richtungen per Zug in rund anderthalb und mit dem Auto in knapp zwei Stunden. Mike Laskewitz, Geschäftsführer des Tourismusverbandes Prignitz, ist optimistisch: „Ab 22. März soll bei entsprechenden Inzidenzzahlen die Außengastronomie wieder öffnen und wir hoffen, dass nach Ostern auch wieder Übernachtungen für touristische Zwecke möglich sind. Bis dahin lohnt ein kurzer Tagesausflug in unser Radparadies zum Vorfühlen bzw. Anradeln für längere Aufenthalte.“

Technikgeschichte Prignitz

Blick auf das Hotel von Alte Ölmühle in Wittenberge, PR-Foto: Alte Ölmühle

Wer den Abstecher vom Elbradweg ins „Elbdeichhinterland“ wagt, muss nicht fürchten, sich zu verradeln: Das „Radlerparadies zwischen Elbe und Müritz“ lockt auf über 1.100 Streckenkilometern mit zahlreichen flachen, sehr gut ausgebauten Radwegen und der mehrfach ausgezeichneten Knotenpunktwegweisung, dem sogenannten Radeln nach Zahlen. Anhand der rund 130 nummerierten Knotenpunkte orientieren sich Radler in der Prignitz kinderleicht. Den Kreuzungen mindestens dreier Radwege ist dabei jeweils ein Knotenpunkt mit Nummer zugeordnet. Die Nummer ist gut sichtbar oben auf dem Wegweiser angebracht – zusammen mit Kartenausschnitten und Hinweisen auf Sehenswürdigkeiten und Anbieter in der Umgebung – das Spektrum reicht dabei von Fahrradwerkstätten über Touristinformationen und Museen bis hin zu Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeiten. „Egal ob oben auf dem Deich mit Panoramablick auf die Elbe oder bei der Fahrt durch die weite, flache Ebene und lauschige Waldgebiete: Dank der Knotenpunkte bleibt der Blick der Radler frei für die einzigartige Natur der Prignitz“, so der Tourismuschef.

Im Trend: Tourenvorschläge

73 Prozent der Befragten wünschten sich laut ADFC-Radreiseanalyse zudem Tourenvorschläge. Das hat die Prignitz bereits umgesetzt und 17 Premium-Radrundtouren mit Knotenpunkten zu den Themen Kultur und Natur zusammengestellt. Wer die typische Landschaft der Prignitz kennen lernen möchte, sollte die rund 27 Kilometer lange Lenzerwische-Tour wählen. „Lenzerwische“ heißt die Landschaft zwischen Elbe und Eldemündung. Die Strecke führt über die Knotenpunkte 1, 3, 4, 1. Von der Burg Lenzen aus geht es auf Entdeckungstour über den Elbdeich entlang der Elbe, die durch die mit Weiden durchsetzten Auen fließt – ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Tiere. Intakte Flussauen wie diese gibt es in Deutschland nur noch selten: Schweift der Blick gen Himmel entdeckt man mit etwas Glück den Seeadler bei seiner Jagd oder sieht den Rotmilan Kreise ziehen. Begleitet vom großen Strom geht es vorbei am ehemaligen Grenzturm an der Elbfähre und der imposanten Skulptur eines mystischen Fährmannes, die der dort ansässige Künstler Bernd Streiter gestaltet hat. Nach rund zehn Kilometern geht es runter vom Deich hinein ins grüne Hinterland: Die Route führt durch kleine Wischedörfer mit den für die Prignitz charakteristischen Feldsteinkirchen und typischen norddeutschen Hallenhäusern aus Backstein, vorbei an ländlich-ruhiger Idylle mit zahlreichen Bauerngehöften. „Für eine Radlerpause auf der Strecke bieten sich das Gartenlokal ‚Elbeglück‘ am Elbdeich in Mödlich oder das Café ‚Raum für Altes und Schönes‘ im Künstlerdorf Breetz an, beide mit Außengastronomie, die hoffentlich ab Ende März wieder öffnen dürfen“, so Laskewitz. Zum Verweilen laden die 23 Haltepunkte Natur ein, die beste Ausblicke und spannende Einblicke in die kulturellen und die natürlichen Höhepunkte des Biosphärenreservates Flusslandschaft Elbe-Brandenburg bieten. Entlang der Lenzerwische-Tour gibt beispielsweise der Haltepunkt Eiseiche Mödlich spannende Infos zur hundertjährigen Eiche: Zerschunden und zerkratzt steht das Naturdenkmal am Wegesrand und verdeutlicht die Kraft der Natur. Ein kurzer Gang an die Elbe eröffnet hier tolle Blicke auf den Fluss. Weitere Haltepunkte entlang der Lenzerwische-Tour sind der Alte Grenzturm bei Lenzen sowie der Burgpark Lenzen.

Traumhafte Alleen gibt es in der Prignitz

Traumhafte Alleen gibt es in der Prignitz

Wer noch mehr Wissensdurst über die Kulturlandschaft Prignitz hat, kann sich unter fachkundiger Anleitung auf der Lenzerwische-Tour in den Sattel schwingen und mit der Naturwacht Lenzen, dem BUND Besucherzentrum der Burg Lenzen oder den zertifizierten Natur- und Landschaftsführern auf Entdeckungstour begeben. Für zehn Euro (Kinder unter zwölf zahlen fünf Euro) erhalten Radler von April bis September jeweils am zweiten Samstag im Monat eine vierstündige begleitete Tour (10.4./8.5./12.6./10.7./14.8./11.9.). Treffpunkt ist jeweils 11 Uhr auf dem Burgvorplatz, Anmeldungen nimmt das BUND Besucherzentrum Burg Lenzen unter der Telefonnummer 038792/12 21 sowie per Mail an info@burg-lenzen.de entgegen.

Wie man nach Lenzen kommt ?

Die entspannte Anreise ins idyllische Lenzen bietet vom Bahnhof Wittenberge der PlusBus 944 „Prignitzer Elbtalaue“ montags bis freitags von 5 bis 19 Uhr im Stundentakt sowie samstags und sonntags im Zweistundentakt von 7 bis 20 Uhr. Von Ostern bis Oktober ist die Mitnahme von bis zu fünf Fahrrädern im Bus möglich. Die geführten Lenzerwische-Touren sind so getaktet, dass der Gast direkt nach seiner Anreise an der Tour teilnehmen kann. Durch den Zubringer zur Fähre Lenzen bestehen zusätzliche Verbindungen nach Niedersachsen.

Mitte März flogen die ersten Störche ein

Viele Radler nutzen unterwegs Apps. Die Prignitz hat ihre Tourentipps in der App „outdooractive“ eingestellt, die laut ADFC-Radanalyse zu den fünf beliebtesten Apps gehört. Hier können sich Radler direkt über die Lenzerwische-Tour navigieren lassen. Zudem gibt es die Tourenbeschreibung und GPS-Daten zum Download auf www.dieprignitz.de/lenzerwischetour.
Weitere Infos:     www.radlerparadies-prignitz.de   

Tourenbeschreibung bei outdooractive: https://www.outdooractive.com/de/route/radtour/len…

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Modemuseum Meyenburg Foto: Weirauch

Modemuseum Meyenburg Foto: Weirauch

Knotenpunkt 1 an der Burg Lenzen (c) Tourismusverband Prignitz_Michael Richter

Knotenpunkt 1 an der Burg Lenzen (c) Tourismusverband Prignitz/Michael Richter

Hier geht es zur Burg Lenzen

Elbaufwärts: Verträumte Natur und kleine bezaubernde Städte
Natur wohin man schaut, eine Tour auf dem Elberadweg von Wittenberge Richtung Cuxhafen, im Wendland und durch das Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe n Brandenburg verspricht nachhaltige Eindrücke. Hier ist die Landschaft weitgehend ungestört: viele Störche, Schwäne, Enten, Uferschwalben, manchmal auch Seeadler und Kraniche sind zu beobachten.
Überraschungen bergen aber auch die kleinen Städte am Strom. Etwa Lenzen, eine von 20 Brandenburger Städten mit einem historischem Stadtkern. Mehrere Türme charakterisieren die Stadtsilhouette: Vom Burgturm belohnt ein einzigartiger Rundumblick: Wiesen und Wälder, Löcknitz und Elbe.

Weiter geht es nach Dömitz, der südlichste Ort in Mecklenburg-Vorpommern, eingebettet im Naturpark Mecklenburgisches Elbetal. Eine Perle ist der Hafen: Sandstrand mit Palmen, Strandkörben und eine Freiluft-Cocktailbar suggeriert „Palm Beach an der Elbe“. Auf dem Dach des historischen Speichers lädt ein Panorama-Cafe ein. Lecker der Fisch im Restaurant, das im Stil der Pariser Markthallen gestaltet wurde. Landeinwärts gilt Vielank mit Brau- und Brennhaus noch als Geheimtipp. Von hier aus ist es nicht weit bis Rüterberg.  Der kleine Ort war  seit 1967 durch einen zweiten Grenzzaun auch von der ehemaligen DDR abgetrennt. Die Bewohner benötigten einen Passierschein um ihr Dorf zu verlassen und durften keinen Besuch empfangen. Geblieben ist der 1989 ausgerufene Status der „Dorfrepublik Rüterberg“.
Weiter geht die Fahrt durch die Elbtalaue Wendland, 150 Vogelarten haben dort ihre geschützten Reviere. Beide Seiten des Flusses sind gleichermaßen reizvoll, dank der Fährlinien können wir nach Belieben die Seite wechseln. Hitzacker lädt zu einem ausgedehnten Bummel ein, gerade ist die Promenade am Hafen fertig gestellt. Der Ort ist auch außerhalb der jährlichen Sommerlichen Musiktage sehenswert. Ein Muss ist ein Besuch des Archäologischen Zentrums mit einem Freilichtmuseum zur Bronzezeit. Mit der Fähre geht es wegen des bequemeren Radweges auf die rechte Seite. Nach der Übernachtung in einem Lauenburger Hotel besteigen wir in der Frühe das noch mit Kohlen befeuerte Dampfschiff „Kaiser Wilhelm“. Seine 108 Jahre sieht man dem Raddampfer nicht an. Meist ist Kaiserwetter, wenn der vom „Verein zur Förderung des Lauenburger Elbschiffahrtsmuseums“ ehrenamtlich betreute Schiffsveteran in See sticht. 1970 kam der Dampfer aus der Weserstadt Hameln  an die Elbe, die „1. Deutsche Museumsdampferlinie“ war geboren. Mit einem Besuch in der informativen Ausstellung zur Flusslandschaft Elbe und zur Deutschen Storchenstrasse im Schloss Bleckede verabschieden wir uns von diesem Abschnitt  des Elberadweges, ohne zuvor den Blick vom 20 Meter hohen Schlossturm (www.elbschloss-bleckede genossen zu haben.

Weitere Infos:
Bikeline Radtourenbuch: Elbe-Radweg Teil 2: von Magdeburg nach Cuxhaven (Esterbauer), 12,40 Euro.

Begleitbroschüre des Elberadwegs für
den nördlichen Abschnitt. Erhältlich bei Tourismusleitstelle

Elberadweg Nord, Schlosstrasse 10, 21354 Bleckede, Tel. 05852/951451, Fax: 05852/951499 (www.elberadweg.de)

Elberadweg! Der 1.270 Kilometer lange Radweg ist einer der bekanntesten Fernradwege Europas und kommt 2023 auf 15.800 Suchanfragen in Google.