2021 waren wir auf den Spuren von Stanislaw Lem in Krakau in Polen. Auch besuchten wir das UNESCO Welterbe Salzgrube Wielicka. Wow, was für eine Stadt !!! meinten wir nach dem Besuch in Krakow. Fazit nach unserem Besuch: Die Stadt Krakau hat viel  Charme und Impulsivität, architektonische Schönheit, kulturelle Reichtum und eine, wie soll es anders sein, überaus  reiche Geschichte. Nicht zu Unrecht trägt Krakau das Gütesiegel des UNESCO Weltkulturerbes.

Was man in Krakow unbedingt sehen sollte

Rund 140 Kirchen, 70 Paläste und 5000 historische Bürgerhäuser ist die alte Königs- und Universitätsstadt Kraków mit rund 750.000 Einwohnern  kein steriles Freilichtmuseum. Im Gegensatz zu anderen historischen Städten, wo am Abend die Touristenbusse abfahren, lebt Krakau. schon wegen der vielen Studierenden. Cafés und Kneipen, Museen, Galerien und Theater sowie ein opulenter Festivalkalender sorgen für Abwechslung. Und es gibt einige Attraktionen zu entdecken, auch außerhalb der Altstadt. 

Wer mehr über Stanislaw Lem und sein Leben in Krakow erfahren möchte, der klicke hier.

Hier ein Blick in die Historie: Der  Sage nach wurde Kraków vom Wandalenfürst Krak im 7. Jahrhundert gegründet, nachdem er den in einer Höhle unter dem Wawel lebenden menschenfressenden Drachen besiegt hatte. Jedenfalls war Krakau ab Ende des 10. Jahrhunderts ein wichtiger Handelsplatz, später Bischofssitz und ab 1038 Hauptstadt Polens. Der Mongoleneinfall 1241 setzte der frühen Blütezeit ein Ende. Nach der Neugründung begann ein kometenhafter Aufstieg, ab 1320 wurden hier Polens Könige gekrönt. 1596 allerdings verlegte Zygmunt III. Waza seine Residenz nach Warschau. Kulturell verlor die zweitgrößte Stadt des Landes aber nicht an Bedeutung.

Hauptmarkt

Das Herz der Altstadt (Stare Miastro) ist der Hauptmarkt mit seinen Straßencafés und dem Denkmal für Polens Nationaldichter Adam Mickewicz (1798-1855). Im Zentrum des weiten Platzes dominieren die 1358 als Lager für die Tuchhändler errichteten Tuchhallen. Der gotische Backsteinbau wurde 1558 im Stil der italienischen Renaissance mit Attiken verblendet und mit Arkaden versehen. Im Erdgeschoss offerieren Läden Andenken, im Obergeschoss befindet sich die Galerie der Polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts.

Besuchen sollte man die Ausstellung Unterirdischer Marktplatz unter den Tuchhallen. Um Wartezeiten zu vermeiden, empfiehlt es sich, Tickets vorab im Internet zu buchen. Das Krakauer Historische Museum inszeniert hier eine Zeitreise ins Mittelalter.

Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

 Der 70 Meter hohe Rathausturm neben den Tuchhallen ist ein Überbleibsel des 1820 abgerissenen Rathauses.

Krakow Polen

Marienkirche

Die Anfang des 13. Jahrhunderts erbaute und im 15. Jahrhundert erweiterte Marienkirche mit ihren schönen, unterschiedlich hohen Türmen ist das Wahrzeichen der Stadt. Stündlich erklingt vom hohen Turm die Hejnat-Melodie. Das jähe Ende des Trompetensignals erinnert an jenen Wächter, der 1241 von dem Angriff der Mongolen warnen wollte und dabei, von einem Pfeil getroffen, den Tod fand. Tod fand.

Attraktion im Innern ist der fünfflügelige Hochaltar: Die aus Lindholz geschnitzten, farbig gefassten und vergoldeten Skulpturen und Reliefs stellen Szenen aus dem Leben Mariens dar. An diesem Meisterwerk der  Spätgotik arbeitete der Bildhauer Veit Stoß (1447-1533) zwölf Jahre lang. Auch während der bis 2020 andauernden Restaurierung wird der Altar zumindest in Teilen sichtbar sein.

Floriańska

Von der Marienkirche führt die belebte Floriańska Straße bis zur nördlichen Stadtmauer. Das Floriaństor bildete seit dem 14. Jahrhundert den Zugang zur Stadt, vorgelagert ist das zwei Jahrhunderte jüngere Bollwerk, die Barbakane. Als eine Attraktion der Floriańska gilt das Café „Jama Michalika“, dessen Art-Nouveau-Einrichtung von 1908 original erhalten blieb.  Eines der besten Hotels befindet sich in der Straße. Infos hier.

Wawel

Der Krakauer Königsweg führt vom Floriaństor im Norden über den Hauptmarkt bis zum Wawel, dem Krakauer Schlossberg mit Kathedrale und Königsresidenz. Er war lange Zeit das Zentrum der weltlichen und geistlichen Macht, von hier aus regierten im 11. bis 16. Jahrhundert die polnischen Könige das Land. Für einen Besuch hatten wir während unserer Tagesreise keine Zeit.

Kathedrale

Die dreischiffige Kathedrale der Heiligen Wenzel und Stanislaus wurde 1320-1364 auf den Resten zweier Vorgängerkirchen erbaut, später um mehrere Kapellen erweitert. Im 14. bis 18. Jahrhundert war sie Krönungskirche und königliche Grablege. In der Vierung steht der Silbersarkophag des Heiligen Stanislaus, der 1079 als Bischof von Krakau den Märtyertod erlitt.

Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

In der Heilig-Kreuz-Kapelle steht seit 1492 das rote Marmorgrabmal für König Kazimierz IV. von Veit Stoß. Die 1517-1533 im Stil der Renaissance erbaute Sigismundkapelle im rechten Querschiff ist Grablege der letzten Jagiellonenherrscher. Von außen ist sie am goldenen Dach zu erkennen. Besuchen sollte man auch die unterirdische Grablege.

Königsschloss

Das heutige Erscheinungsbild des Königsschlosses geht im Wesentlichen auf König Zygmunt I. zurück, der das ursprünglich gotische Gebäude ab 1507 im Stil der Renaissance umbauen ließ. Der zweigeschossige Arkadenhof zeigt einen umlaufenden Fries, der Polens Monarchen in die Tradition antiker Herrscher stellt.

Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Jüdisches Viertel Kazimierz

Das 1335 gegründete Kazimierz war bis 1800 eine autonome Stadt mit vornehmlich jüdischer Bevölkerung. Von den 58000 Juden, die hier 1939 wohnten, überlebten nur 3000 die Zeit des Nationalsozialismus. Erhalten blieben sechs Synagogen. Die im 15. Jahrhundert erbaute Alte Synagoge informiert als Museum über die Kultur und Geschichte der Juden.

Foto: Polnisches Fremdenverkehrsamt

Krakow.Polen

Sehenswert ist auch die kleine Remuh-Synagoge aus dem 16. Jahrhundert mit dem Friedhof. Steven Spielberg drehte hier Szenen seines Films „Schindlers Liste“ (1993).

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Seitdem hat sich der Ort zum Szeneviertel entwickelt. Es locken Restaurants und Bars, wie am Nowy Plac mit seiner runden Markthalle von 1900.

Schindlers Fabrik

Ein Abstecher nach Płaszów, südlich von Kazimierz und jenseits der Weichsel, lohnt wegen Schindlers Fabrik (Fabryka Emalia Oskara Schindlera). Der deutsche Unternehmer Oskar Schindler (1908-1974) rettete mehr als 1000 Juden dadurch das Leben, dass er sie als rüstungswichtige Arbeitskräfte in seiner Familienfabrik beschäftigte. Hier stellt eine vom Historischen Museum szenografisch gestaltete Ausstellung die Zeit der deutschen Besatzung Krakaus 1939 bis 1945 dar. Im Fokus steht dabei die Schoah. Gleich nebenan das Kunstmuseum.

Sollte man auch besuchen: Nowa Huta

Der Ort im Westen Krakaus entstand ab 1949 zusammen mit dem Stahlwerk Neue Hütte als Musterstadt mit Monumentalbauten im Stil des sozialistischen Realismus. Vom zentralen Platz zweigen vier Alleen und eine Fußgängerzone ab. Allein dafür braucht man einen halben Tag.

Übernachten

empfehlenswert ist das direkt im Zentrum gelegene Hotel Pod Różą

Hotel Krakow Polen Krakow.Polen

Krakow.Polen

Gastfreundliches team, Hoteldirektorin Malgorzata Godzik-Kesek (Mi.) mit Empfangsdamen

Stadtführung durch Krakau auf Spuren den Spuren von Stanislaw Lem bietet die deutschsprachige Stadtführerin und Lem-Kennerin Monika Mazanek an, Mail: krakowtourguide@gmail.com

Hinkommen: mit dem Zug von Berlin-Hauptbahnhof in sieben Stunden nach Krakau. Direktflüge, bspw. ab Frankfurt/Main oder München mit Lufthansa und LOT.

Die Recherche in Kraków (Krakau) wurde unterstützt vom Polnischen Fremdenverkehrsamt. Vielen Dank !

Mehr über Reiseziele in Polen beim Polnischen Fremdenverkehrsamt: www.polen.travel

Polen-Info:| Polnisches Fremdenverkehrsamt, Hohenzollerndamm 151
14199 Berlin, Telefon: 030 / 210 09 20, Öffnungszeiten: Mo-Fr., 9.00-16.00 Uhr

Marktplatz von Krakau, Foto: Poln. Fremdenverkehrsamt Luftbild

Marktplatz von Krakau, Foto: Poln. FremdenverkehrsamtPraktische Hinweise

Informationen: IT, Ul. Szpitalna 25, Krakau, www.krakow.pl

Hier unser Besuch im einzigartigen Salzbergwerk Wielicka.

Reiseführertipp:

Alle wichtigen Sehenswürdigkeiten Krakaus präsentiert der Baedeker Smart in vier Kapiteln. Innerhalb jedes Kapitels gliedern sich die Sehenswürdigkeiten in drei Kategorien: »TOP 10«, »Nicht verpassen!« und »Nach Lust und Laune!«. So weiß man sofort, was man unbedingt anschauen sollte. Und nach der Besichtigung? Wie wäre es mit einer »kleinen Pause«?  Verfasser des informativen und handlichen Reiseführers ist der Polenexperte Klaus Klöppel.

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