Die alte Bischofs- und junge Universitätsstadt Osnabrück ist eingebettet in das Hasetal und umrahmt von den Höhenzügen des Wiehengebirges und des Teutoburger Waldes. Osnabrück, ein bedeutender Wirtschaftsraum, hat über einen Stichkanal Verbindung mit dem Mittellandkanal.

Geschichte

Keimzelle der Stadt war die Domburg. Um 800 erhob Karl der Große die Siedlung zum Bischofssitz, 1147 wurde Osnabrück erstmals als Stadt erwähnt. Im 13. Jahrhundert war Osnabrück Mitglied der Hanse und des Westfälischen Städtebundes. 1306 wurden die Altstadt und die Neustadt vereint. In den Jahren 1643-1648 fanden in Osnabrück zwischen den protestantischen Mächten, den Schweden und den Kaiserlichen die Verhandlungen zum Westfälischen Frieden statt, der den Dreißigjährigen Krieg beendete. Osnabrück ist Geburtsort des Schriftstellers Erich Maria Remarque (1898-1970), dem sein Roman „Im Westen nichts Neues“ zu Weltruhm verhalf.Osnabrück Rathaus Westfälischer Frieden

Sehenswertes in Osnabrück

Im Zentrum der Altstadt steht der romanische Dom St. Peter, dessen Grundstein Ende des 8. Jahrhunderts auf Veranlassung Karls des Großen gelegt wurde. Die heutige Gestalt – mit dem wuchtigen Südwestturm und dem schmaleren Nordwestturm – erhielt der Dom im 13. Jahrhundert. Sehenswert sind das Bronzetaufbecken (1225), das Triumphkreuz (1250) und die acht Apostelstatuen an den Pfeilern des Langhauses. Im angrenzenden Diözesanmuseum wird der Domschatz gezeigt. Ein Bronzestandbild auf der „Domfreiheit“ erinnert an den in Osnabrück geborenen Geschichtsschreiber Justus Möser (1720-1794).Osnabrück

Rathaus

Westlich vom Dom liegt der von Giebelhäusern eingefasste Markt. Im Friedenssaal des spätgotischen, um 1500 entstandenen Rathauses wurde am 24. Oktober 1648 der Teilfriede zwischen dem Kaiser, den protestantischen Reichsständen und den Schweden geschlossen. Beachtung verdienen auch die Ratsschatzkammer und das Stadtmodell.

Marienkirche

Am Markt stehen ebenfalls die  Stadtwaage von 1531 und die Marienkirche. Zu ihrer Ausstattung gehören ein im Jahr 1520 entstandener Antwerpener Flügelaltar und ein Triumphkreuz aus dem 14. Jahrhundert; unter dem Chorumgang befindet sich das Grab von Justus Möser.

Heger-Tor-Viertel

Zwischen dem Rathaus und dem Heger Tor im Südwesten erstreckt sich das Heger-Tor-Viertel. An der Krahnstraße und der Bierstraße stehen alte Fachwerkbauten, darunter das Haus Willmann (1586) und der Gasthof Walhalla (1690). Die Heger Straße mit  Altstadtkneipen und Antiquitätengeschäften führt zum Heger Tor, einem Teil der alten Stadtbefestigung, von der im Zuge der Wallstraße u.a. Bucksturm (Ausstellung über Hexenverfolgung), Bürgergehorsam, Vitischanze mit Bärenturm und Pernickelturm erhalten geblieben sind. 

Kulturgeschichtliches Museum

Lohnenswert ist das Kulturgeschichtliche Museum am Heger-Tor-Wall mit Sammlungen zur Volkskunde, Stadtgeschichte und Kunst. Räumlich verbunden mit dem Museum ist das Felix-Nussbaum-Haus.

Felix-Nussbaum-Haus

Der labyrinthische Grundriss des Felix-Nussbaum-Hauses zeigt, wer es entworfen hat: Daniel Liebeskind: Hier ist die Dauerausstellung zu Leben und Werk des Malers Felix Nussbaum (1904-1944) zu sehen, der in Osnabrück geboren wurde und in Auschwitz ums Leben kam. Seine Bilder, die stilistisch der Neuen Sachlichkeit nahestehen und auch surrealistische Elemente enthalten, sind Dokumente eines jüdischen Schicksals zur Zeit des Nationalsozialismus.

Neuer Graben

Der Straßenzug „Neuer Graben“ bildet die Grenze zwischen Altstadt im Norden und Neustadt im Süden. Am Neuen Graben stehen die Stadthalle und das ehemals fürstbischöfliche Schloss (1668-1690), heute Sitz der Universität. Ein Meisterwerk der Renaissance ist der Ledenhof mit seinem stattlichen Glockengiebel.

Einige schöne Ausflugsziele liegen im Umkreis von maximal 20 Kilometer im Teutoburger Wald: Tecklenburg im Südwesten, Bad Iburg, Bad Laer und Bad Rothenfelde im Süden sowie Bad Essen.

Museum und Park Kalkriese

Lange glaubte die Historikerzunft, der Germanenfürst Hermann habe den Römer Varus bei Detmold besiegt. Doch haben Ausgrabungen ab 1987 belegt, dass die Schlacht im Teutoburger Wald nicht bei Detmold stattgefunden hat, sondern bei Kalkriese, 12 Kilometer nördlich von Osnabrück, Museum und Park verstehen sich als „archäologischer Erlebnispark“.