Es ist wieder soweit. Unsere Sehnsucht nach dem südlichen Italien ist wieder riesengroß. Diesmal zieht es uns auf die größte Insel im Mittelmeer: Sizilien ist das Ziel – traumhaftes Eiland mit dem größten europäischen Vulkan, dem Ätna, der ständig aktiv ist. Barocke Städte, zahlreiche griechische Tempel, einsame Strände, duftende Gärten, normannische Mosaiken, mächtige Felsrücken und liebenswerte Menschen machen unsere einwöchige Reise zu einem erlebnisreichen Kurzurlaub.

Mit Easyjet von Berlin nach Catania, Foto: Weirauch
Schon vom Flugzeug aus haben wir beim Anflug auf Catania bei schönstem Wetter einen atemberaubenden Blick auf die rauchende Kraterlandschaft des Ätna.
Mehr über den Ätna hier.
Sizilien – eine Insel zwischen Vulkanen, antiken Tempeln und mediterraner Lebensfreude
Warum nach Sizilien reisen? Weil kaum eine andere Mittelmeerinsel so viele Welten miteinander verbindet: griechische Tempel und römische Zeugnisse, barocke Städte und arabisch-normannische Paläste, schwarze Lavafelder und goldene Sandstrände. Dazu kommen die Küche Süditaliens, lebendige Märkte und das tiefblaue Meer. Sizilien ist ein Reiseziel für Kulturinteressierte, Naturfreunde und Genießer – und für alle, die Geschichte nicht nur im Museum erleben möchten.
Catania: Schwarze Lava und barocke Pracht
Am Fuß des Ätna liegt Catania, eine Stadt, deren Erscheinungsbild eng mit dem Vulkan verbunden ist. Viele historische Gebäude bestehen aus dunklem Lavagestein. Nach dem verheerenden Erdbeben von 1693 entstand ein eindrucksvolles barockes Stadtzentrum. Auf der Piazza del Duomo steht der berühmte Elefantenbrunnen, das Wahrzeichen der Stadt. Wer durch die Via Etnea bummelt, entdeckt elegante Fassaden, Kirchen und Cafés. Auf dem Fischmarkt zeigt sich das temperamentvolle Alltagsleben Siziliens.
Syrakus: Auf den Spuren der Antike
Syrakus gehörte einst zu den bedeutendsten Städten der griechischen Welt. Besonders reizvoll ist die Altstadt auf der Insel Ortygia mit ihren engen Gassen, kleinen Plätzen und dem Dom, der auf den Säulen eines antiken Athena-Tempels errichtet wurde. Im archäologischen Park beeindrucken das griechische Theater, das römische Amphitheater und das berühmte Ohr des Dionysios, eine ungewöhnlich geformte Höhle.
Selinunt und Segesta: Griechische Tempel inmitten der Landschaft
An der Südwestküste liegen die weitläufigen Ruinen von Selinunt. Zwischen Meer, Olivenhainen und sanften Hügeln erheben sich gewaltige Tempelreste einer antiken griechischen Stadt. Hier lässt sich die Dimension vergangener Kulturen besonders eindrucksvoll erahnen.
Weiter im Westen steht bei Segesta ein nahezu vollständig erhaltener dorischer Tempel inmitten einer grünen Hügellandschaft. Das antike Theater auf einem Berg bietet einen weiten Blick über das Umland. Beide Orte sind Höhepunkte für alle, die sich für Archäologie begeistern.
Palermo: Ein Schmelztiegel der Kulturen
Die Inselhauptstadt Palermo überrascht mit einer Architektur, die arabische, normannische, byzantinische und barocke Einflüsse vereint. Der Normannenpalast mit der prachtvollen Cappella Palatina gehört zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten. Auch die Kathedrale, die Plätze Quattro Canti und die lebhaften Märkte Ballarò und Vucciria lohnen einen Besuch. Palermo ist laut, farbenfroh und voller Kontraste – eine Stadt, die man am besten zu Fuß entdeckt.
Cefalù: Mittelalter am Meer
Östlich von Palermo liegt Cefalù, einer der schönsten Küstenorte Siziliens. Die mittelalterlichen Gassen führen zur normannischen Kathedrale mit ihren berühmten byzantinischen Mosaiken. Dahinter erhebt sich der markante Felsen La Rocca. Vom Strand blickt man auf die dicht aneinanderstehenden Häuser der Altstadt. Cafés, kleine Geschäfte und Fischrestaurants machen Cefalù zu einem idealen Ort für eine entspannte Pause.
Der Ätna: Europas aktiver Vulkan
Der Ätna prägt nicht nur die Landschaft, sondern auch das Leben der Menschen. Seine fruchtbaren Hänge sind von Weinbergen, Obstgärten und Wäldern bedeckt, während höher oben Lavafelder und Krater eine fast außerirdische Szenerie bilden. Je nach vulkanischer Aktivität, Wetter und Sicherheitslage sind geführte Wanderungen oder Ausflüge mit Seilbahn und Geländefahrzeugen möglich. Ein Ausflug sollte stets mit aktuellen Informationen geplant werden.
Taormina: Das große Finale mit Meerblick
Taormina verbindet Kultur und Landschaft auf besonders elegante Weise. Das antike griechisch-römische Theater öffnet den Blick auf das Meer und bei klarer Sicht auf den Ätna. Die Corso Umberto mit ihren Geschäften, Palazzi und Cafés lädt zum Flanieren ein. Unterhalb der Stadt liegt die berühmte Isola Bella, eine kleine Insel in einer türkisfarbenen Bucht.
Eine Insel für alle Sinne
Sizilien ist mehr als eine Ansammlung berühmter Sehenswürdigkeiten. Es sind die Düfte von Zitronen und Orangen, der Geschmack von Arancini und Cannoli, der Kaffee an einer belebten Piazza und die Abendsonne über dem Meer, die eine Reise unvergesslich machen. Wer die Insel wirklich kennenlernen möchte, sollte sich Zeit nehmen – idealerweise für eine Rundreise von mindestens zehn bis vierzehn Tagen. So bleibt Raum für antike Stätten, lebendige Städte, Naturerlebnisse und erholsame Stunden an der Küste.
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Tag: Catania
Seit der Gründung im 8. Jahrhundert vor Christus wurde Catania, „die Tochter des Ätna“, mehrmals durch Erdbeben und Vulkanausbrüche zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt im 18. Jahrhundert als Barockstadt. Zwischen den eleganten Palästen, Kirchen und Klöstern finden sich noch Zeugnisse des Altertums, darunter Reste eines Theaters und eines Amphitheaters. Die Flaniermeile Via Etnea führt von der Piazza del Duomo schnurgerade auf den majestätischen Ätna in der Ferne zu. Den Domplatz ziert das Wahrzeichen Catanias, ein Elefant aus schwarzem Lavagestein (vermutlich römisch), der einen ägyptischen Obelisken auf dem Rücken trägt.

Der barocke Duomo ist normannischen Ursprungs. Er birgt das Grab des von hier stammenden Komponisten Vincenzo Bellini (1801 – 1835), der die Oper „LaNorma“ schrieb. Am Rande der Piazza liegt der Fischmarkt, die Pescheria, wo vormittags Thunfisch, Schwertfisch, Seebarsch und Muscheln angepriesen werden.
Mehr über Catania findet ihr bald hier.
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Tag: Syrakus
In der archäologischen Zone von Syrakus werden wir kurz an unsere Schullektüre „Zu Dionys, dem Tyrannen, schlich …“ erinnert, als wir am „Ohr des Dionysios“in den Kalksteinbrüchen, wo der Tyrann einst die gefangenen Staatsfeinde abgehört haben soll, lauschen.

Die Altstadtinsel Ortygia brilliert mit einem fast autofreien Vorzeige-Centro-Storico. Vorbildlich restauriert sind Domplatz, Apolltempel und Kathedrale – außen Tempel, innen Kirche – und die romantische Arethusaquelle, sehr beliebt für Hochzeitsfotos. Bei schönem Wetter ist auch eine Hafenrundfahrt (10 Euro) empfehlenswert. Vom Ionischen Meer aus hat wunderschöne Blicke auf die Isola Ortigia (Ortygia). Mehr lest ihr hier
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Tag: Villa Casale und Agrigent
Vom einstigen römischen Luxusleben mit wilden Tieren und den berühmten Bikinimädchen erzählen die Mosaiken der Villa Casale bei Piazza Armerina. Die zum UNESCO-Welterbe gehörende Villa ist eine archäologische Attraktion und zieht viele Gäste an.
Den Griechen schien es nicht minder gut zu gehen: Die Tempel in Agrigent, ebenfalls zum Unesco-Welterbe gehörend, zeugen von einstigem Prunk und Reichtum. Interessanter Kontrast: die 1970er-Jahre-Skyline des modernen Agrigent. Unsere Reiseleiterin Annette Grotjahn bringt uns die Insel näher. Sie lebt seit 35 Jahre auf Sizilien, berichtet über die wirtschaftliche Situation auf der Insel, die einheimische Pasta, die sich dem Druck der großen Konzerne stellen muss, den ehemaligen Schwefelbergbau, der bis heute Spuren hinterlassen hat, oder über die mafiösen Strukturen, die auf der Insel das gesellschaftliche Leben beeinflussen. Auch abseits des Tals der Tempel ist die Städteperle Agrigent absolut sehenswert. Nicht umsonst wurde Agrigent zur Kulturhauptstadt 2025 ernannt. Das historische Zentrum bildet das Herz der Stadt. Hier locken kleine Läden, Restaurants, Bars und Cafés. Schlendern Sie bei einem Stadtrundgang sowie freier Zeit durch die hübschen Gassen der Altstadt und genießen Sie das Dolce Vita!
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Tag: Selinunt und Segesta
Mächtige Befestigungsanlagen, zahlreiche Tempel – Selinunt war einst eine wichtige griechische Hafenstadt. Ob der Tempel der Elymer in Segesta das schönste antike Heiligtum der Insel ist, muss jeder für sich selbst entscheiden. Toll gelegen ist er jedenfalls, so wie das Theater mit dem Megablick. Weiter geht es durch die Heimat von Salvatore Giuliano, dem „Robin Hood Siziliens“, nach Palermo.
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Tag: Palermo
Auf in den Dom von Monreale mit den biblischen Mosaiken und dem romanischen Kreuzgang. Wir sind frühzeitig da, so kann unsere Reiseleiterin uns ausführlich die biblische Bildergeschichte erzählen. Danach geht es zum Hafenviertel, Symbol für den „Frühling“ von Palermo“, Staunobjekt jüngster Sanierungsarbeiten. Über die Kirchen S. Cataldo und La Martorana sowie den Quattro-Canti-Platz kommen wir zu den Kaisergräbern im Dom. Gar nicht kindisch, sondern UNESCO-gelistet ist das berühmte Marionettentheater von Palermo, wo uns Vincenzo Argento, „Pupi“-Macher mit familiärer Unterstützung, hinter die Kulissen schauen lässt.
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Tag: Cefalù
In Cefalù verliebten wir uns in die Kathedrale mit den byzantinischen Mosaiken, die Altstadtgassen und Geschäfte, in die Piazza, die Cappuccini und den Strand. Die Cannoli – die süßeste Versuchung Siziliens – oder Pasta con le Sarde, Nudeln mit Fenchel, Sardinen und Pinienkerne, sind kulinarische Köstlichkeiten der sizilianischen Küche. Weiter geht es auf der Fahrt zum Ätna vorbei an den wechselnden Farben des Meeres auf der Linken, auf der rechten Seite geht es vorbei an den Bergen der Madonie, Nebroden und Peloritani. Dann wird es eng: Bei Messina könnten wir die 3,1 Kilometer zum Festland fast schwimmen. An diesem wundervollen Aussichtspunkt berichtet unsere Reiseleiterin über die vielen Brücken-Pläne zur Verbindung zwischen Insel und Festland. Doch die aktiven Vulkane verhindern bisher den Bau einer Verbindungsbrücke. 
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Tag: Ätna und Taormina
Zitronenhaine, Weingärten, Kastanienwälder, karge Lavafelder – „sanfter Riese“ Ätna – wir kommen rauf bis auf 1.900 Meter. Die ganze Woche hatten wir allerbestes Herbstwetter, viel Sonnenschein, nun aber regnet es ohne Unterlass. Dichte Nebel lassen uns von unten keinen Blick auf den Ätna erhaschen. Aber in den Bergen ändert sich das Wetter schnell. Als wir mit der Seilbahn (30 Euro) auf rund 2000 Meter ankommen, ist der Nebel verschwunden, es nieselt zwar noch, auch die Kälte hält uns nicht ab und so geht es mit dem Geländewagen (35 Euro) weiter bergauf bis auf etwa 3.000 Meter. Es wird dunkel und unheimlich, immer wieder ermahnt der Guide abtrünnige Touristen auf dem Weg zu bleiben.
Nur noch selten kommt die Sonne durch und lässt uns einen Blick in den Krater erhaschen. Der Nieselregen setzt wieder stärker ein, und so sind wir froh, dass es nach 45 Minuten wieder zur Seilbahn zurückgeht und wir hinunter in die Talstation fahren können. Wer die Geländewagentour nicht mitmachen möchte, bleibt auf 1.900 Meter und trinkt in der Bar Terrazza dell’ Etna einen Kaffee und umrundet vielleicht die kleinen Silvestri-Krater. Hier unser verregnetes Ätna-Erlebnis.
Am Nachmittag geht es an unserem letzten Reisetag weiter nach Taormina. Auch wenn das Wetter nicht mehr mitspielt, Taormina ist eine fröhliche und turbulente Stadt. Seit den 1950er Jahren Hotspot für Stars und Sternchen von Marlene Dietrich bis Michael Douglas. Ein Höhepunkt mit natürlicher Traumkulisse ist das Amphitheater.
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Fazit: Eine fünftägige Reise nach Sizilien lässt sich ideal mit einem Fokus auf die abwechslungsreiche Ostküste gestalten, die Natur, Geschichte und mediterranes Lebensgefühl auf engem Raum vereint. Die Anreise erfolgt am bequemsten per Flug nach Catania, einem der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte der Insel. Vom Flughafen aus gelangt man schnell ins Stadtzentrum, wo sich bereits ein erster Eindruck der sizilianischen Atmosphäre gewinnen lässt: barocke Architektur, lebhafte Märkte und der allgegenwärtige Blick auf den mächtigen Mount Etna, den höchsten aktiven Vulkan Europas.
Ein Ausflug auf den Ätna gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen der Reise. Ob bei einer geführten Tour oder auf eigene Faust – die karge Lavalandschaft, dampfende Krater und weite Ausblicke bis zum Meer machen diesen Ort einzigartig. Anschließend empfiehlt sich die Weiterfahrt nach Taormina, einem der bekanntesten Orte Siziliens. Hoch über der Küste gelegen, bietet die Stadt spektakuläre Ausblicke und beherbergt mit dem Teatro Greco di Taormina ein antikes Theater, das zu den schönsten seiner Art zählt. Von hier aus kann man auch einen Abstecher zur kleinen Insel Isola Bella unternehmen, die für ihre malerische Lage und kristallklares Wasser bekannt ist.



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