„… und dass dem Netze dieser Spreekanäle Nichts von dem Zauber von Venedig fehle, durchfurcht das endlos wirre Flußrevier in seinem Boot der Spreewalds-Gondolier.“
Es ist keine 160 Jahre her, da besuchte Theodor Fontane auf seiner Reise durch die Mark Brandenburg auch die idyllische Spreewaldgemeinde Burg. Der entdeckungsfreudige Schriftsteller war ein wahrer Wegbereiter für die Entwicklung des Spreewald-Tourismus. Schon damals erkannte er schon die Schönheit und Reize dieser einmaligen Kultur- und Naturlandschaft.
Warum Burg sehenswert ist
Von Berlin aus startete er an einem sonnigen Augusttag des Jahres 1859 mit der Postkutsche in Richtung des unweit gelegenen Spreewalds. Bald schon tauschte er die ruckelnde Kutsche gegen den traditionellen Spreewaldkahn und zeigte sich begeistert vom sanften Dahingleiten auf den ruhigen Fließen in der einzigartigen mystischen Landschaft. Fasziniert beschreibt er daraufhin in seinen Artikeln und Büchern das Füllhorn an Möglichkeiten, das der Spreewald einem Reisenden bietet. Nicht nur die Kahnfahrt, sondern auch Gaumenfreuden wie der „Hecht im Spreewald-Soße“ sorgen bei Fontane nachdrücklich für Begeisterung.
Noch heute ist Burg im Spreewald der ideale Ort für aktive Naturliebhaber. Zu Fuß, im Paddelboot, mit dem Fahrrad oder mit dem Spreewaldkahn, erschließen sich dem Betrachter oftmals verwunschene Ausblicke. Entlang reetgedeckter Spreewaldhäuser, traditioneller Heuschober und grüner Gurkenfelder radelt es sich entspannt bis zum nächsten Gasthaus. Die Magie dieser einzigartigen Kulturlandschaft lädt geradezu dazu ein, sich vom Alltag zu erholen und eben jene zauberhaften Details aus Fontanes Zeit auch heute noch zu entdecken.
Der Kurort Burg im Spreewald hat dem Jubilar Theodor Fontane anlässlich seines 200. Geburtstags zahlreiche Aktivitäten und Veranstaltungen gewidmet. So entführen FontaneZeit-Entdecker die Gäste das ganze Jahr über in die Zeit des Dichters. Ob beim Bäcker, in der Spreewaldbibiliothek, in der Heimatstube oder anderen kleinen Läden, Fontane ist allgegenwärtig. Höhepunk: Der deutsche Pop-Art Künstler Jim Avignon wird aus den FontaneZeit-Entdeckungen ein einzigariges Kunstwerk entstehen lassen. Den kreativen Abschluss findet diese Aktion in der Veranstaltung „Fließendes Atelier“ am 7. September 2019, wo der Künstler das Gesamtkunstwerk auf dem Kahn vollendet und interessierte Gäste auf seine „Reise“ mitnimmt. Alle Teilnehmer erwartet ein außergewöhnlicher Abend voller Kunst und Genuss.
1. Die schönste Kahnfahrt im Spreewald
Burg gilt als idealer Ausgangspunkt für Kahnfahrten. Das dichte Netz kleiner Fließe führt durch urige Erlenwälder, Wiesen und traditionelle Bauernhöfe. Die Touren sind oft ruhiger als in Lübbenau und vermitteln das ursprüngliche Spreewaldgefühl.
2. Deutschlands größte Streusiedlung
Eine Besonderheit Burgs ist seine Bauweise. Die Gehöfte liegen nicht dicht beieinander, sondern verstreut auf kleinen, trockenen Erhebungen – den sogenannten Kaupen. Dadurch entstand Deutschlands größte Streusiedlung, ein Siedlungsbild, das man sonst kaum findet.
3. Entspannung in der Spreewald Therme
Nach einer Wanderung oder Radtour lädt die Spreewald Therme zum Erholen ein. Das warme Thermalsolewasser stammt aus rund 1.350 Metern Tiefe und besitzt einen hohen Mineralgehalt. Burg erhielt dadurch den Status eines Thermalsole-Heilbades.
4. Paradies für Radfahrer
Rund um Burg verlaufen hunderte Kilometer gut ausgebauter Radwege. Sie führen zu kleinen Häfen, historischen Spreewaldhäusern, Gurkenfeldern und idyllischen Dörfern. Das flache Gelände eignet sich hervorragend für Genussradler.
5. Bismarckturm mit Panoramablick
Der 27 Meter hohe Bismarckturm auf dem Schlossberg bietet einen der schönsten Ausblicke über den Spreewald. Besonders bei klarem Wetter reicht der Blick weit über die einzigartige Flusslandschaft.
6. Sorbische Kultur erleben
Im Kur- und Sagenpark begegnen Besucher Figuren aus der sorbisch-wendischen Sagenwelt. In der Heimatstube und im Annemarie-Schulz-Haus erfährt man viel über das traditionelle Leben im Spreewald. Das Heimat- und Trachtenfest zählt zu den kulturellen Höhepunkten des Jahres.
7. Kulinarische Spezialitäten
Burg ist bekannt für seine regionale Küche. Typisch sind:
- Spreewälder Gurken
- Leinöl mit Quark und Pellkartoffeln
- Frischer Spreewaldfisch
- Wildgerichte
- Plinse (eine regionale Pfannkuchenspezialität)
Viele Restaurants setzen auf Produkte aus der Region.
8. Natur pur
Der Ort liegt mitten im Biosphärenreservat Spreewald. Mit etwas Glück beobachten Besucher Eisvögel, Fischotter, Biber oder seltene Libellen. Besonders früh morgens und in den Abendstunden herrscht eine fast märchenhafte Stimmung.
Fazit
Für Reisende, die Ruhe, Natur und authentische Landschaften suchen, ist Burg der vielleicht schönste Ort im Spreewald. Während Lübbenau stärker vom Tagestourismus lebt, bietet Burg mehr Platz, mehr Natur und ein ausgeprägtes Wellnessangebot. Deshalb eignet sich der Ort hervorragend für einen Aufenthalt von zwei bis vier Tagen.
Burg lässt sich hervorragend mit Ausflügen nach Lübbenau, Lehde, Lübben, der Slawenburg Raddusch oder sogar zum Besucherbergwerk F60 verbinden – eine Kombination aus Natur- und Industriekultur, die Brandenburg von seiner abwechslungsreichsten Seite zeigt.
Anreise
Regionalexpress RE2 bis nach Vetschau oder Cottbus:
- Von Vetschau/Bahnhof aus Weiterfahrt mit der Buslinie 38 nach Burg (Spreewald)
- Von Cottbus/Hauptbahnhof aus Weiterfahrt mit der Buslinie 47 nach Burg (Spreewald)
Weitere Informationen
Touristinformation Burg im Spreewald
Am Hafen 6, 03096 Burg (Spreewald)
Tel. 035603 750160
info@BurgimSpreewald.de
www.BurgimSpreewald.de


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