In Bodenwerder dreht es sich alles um ihn, Hieronymus Carl Friedrich Freiherr von Münchhausen (1720-1792). Das Rathaus am Münchhausenplatz ist sein Geburtshaus. Auf der Freitreppe laden im Sommer Musikanten und Mimen zum Münchhausen-Freilichtspiel ein. In der Nähe liegt die Schulenburg mit dem Münchhausen-Museum, das allerlei über Leben und Lügen, dieses Edelmanns erzählt.

Am Kulturbahnhof Bodenwerder werden
Wir besuchten die historische Münchhausenstadt Bodenwerder und erfuhren Wissenswertes zur Stadtgeschichte. Neben informativen Inhalten laden historische Gassen, Plätze, Denkmäler und Gebäude zu einer kurzen Verweildauer ein.

Das Münchhausen-Museum der Münchhausenstadt Bodenwerder befindet sich in der Schulenburg auf dem Münchhausen Gutshof gleich neben dem Geburtshaus des „Barons“
Die fiktive oder halb-fiktive Figur ist die Hauptfigur in den Erzählungen des deutschen Adligen Hieronymus Carl Friedrich von Münchhausen (1720–1797), der als realer Mensch historische Bekanntheit erlangte, jedoch in den Erzählungen von Rudolf Erich Raspe (1785) und Gottfried August Bürger (geboren in Molmerswende im Harz im Jahr 1786) in so übersteigerter Weise dargestellt wird, dass der Baron zu einem Symbol für humorvolle Übertreibungen und fantastische Abenteuer wurde.
Bodenwerder liegt im Weserbergland und war die Heimat des echten Barons von Münchhausen, der hier als Landdrost und später als Vorsitzender der Verwaltung fungierte. Obwohl viele der unglaublichen Geschichten, die über den Baron erzählt werden, unbestätigt und höchstwahrscheinlich erfunden sind, lebt der Name Münchhausen in Bodenwerder weiter und zieht jährlich viele Touristen an, die mehr über die Geschichten und das Leben des Barons erfahren möchten.
Die Stadt ist daher eng mit dem Münchhausen-Museum verbunden, das den Besuchern die Möglichkeit bietet, in die Welt der phantastischen Erzählungen des Barons einzutauchen. Neben den klassischen Geschichten von der „Reise zum Mond“ oder dem „Überfliegen des Ozeans auf einer Kanonenkugel“ kann man auch zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem Leben des Barons sowie Darstellungen seiner berühmtesten Erzählungen entdecken.
Ein weiteres Highlight von Bodenwerder ist das denkmalgeschützte Münchhausen-Schloss, in dem der Baron als Gast auftrat. Die Faszination für den „wahrhaft unsterblichen“ Münchhausen lässt sich auch in zahlreichen Veranstaltungen, Führungen und Festen erleben, die der Stadt jährlich eine besondere Bedeutung verleihen. Auch das Thema „Lügen“ und „Übertreibung“ findet hier oft Eingang in die Kultur und das lokale Leben.
Die Geschichten von Münchhausen, die oft mit einem Augenzwinkern erzählt werden, spiegeln dabei die Erfindungskraft und den Humor der Menschen wider, die sich durch absurde, aber charmante Erzählungen die Welt erklärten. Bodenwerder bleibt deshalb nicht nur ein Ort, an dem Historie und Fiktion miteinander verschmelzen, sondern auch ein Wahrzeichen des deutschen Humors.
Im Laufe der Jahre hat sich Bodenwerder zunehmend als ein Symbol für fantasievolle Erzählkunst und die Kunst des Übertreibens etabliert. Wer Bodenwerder besucht, taucht in eine Welt der spannenden Geschichten, kuriosen Ereignisse und einer prägenden Figur der Literaturgeschichte ein.
Empfehlenswert: eine Führung durch die kleine von Fachwerkhäusern geprägte Kleinstadt an der Weser. Start- und Endziel ist das Münchhausen-Museum, welches sich in der um 1300 erbauten „Schulenburg“, einst das Wohnhaus des Stadtverwalters und die Zehntscheune des Gutes, befindet. Links des Museums befinden sich zwei weitere historische Gebäude. Zum einen das Münchhausen-Geburtshaus, in welchem sich heute das Rathaus befindet sowie das alte Brennereigebäude. Diese sind eingebettet in den historischen Münchhausen-Gutshof.

Entdeckt in Bodenwerder am Solling: Technisches Denkmal Dampfmaschine, bis 1989 in Betrieb Fotos: Weirauch

Britische Soldaten brachten 1990 die Maschine an ihren jetzigen Standort
Lichtfest Bodenwerder
Jedes Jahr am 2. Augustsamstag heben an der Weserpromenade tagsüber Heißluftballons, Drachen- und Ultraleichtflieger ab, die Kinder können sich auf Riesenlaufbällen und Bungee-Trampolinen austoben. Bei Nacht wird der Himmel pyrotechnisch beleuchtet, ein geschmückter Bootskorso krönt die Sinnesschau auf der Weser.

Schloss Bevern gehört zu den bedeutendsten Baudenkmählern der Weserrenaissance. Foto: Weirauch
Weser-Radweg
Der rund 500 Kilometer lange Weser-Radweg, der jährlich von etwa 150 000 Radtouristen befahren wird, gehört zu den beliebtesten Fahrradstrecken in Deutschland. Ein Grund dafür ist seine landschaftliche Vielfalt – vom Mittelgebirge des Weserberglands ab Hann. Münden bis nach Bremen in der norddeutschen Tiefebene. Und ein weiteres Plus: Ohne nennenswerte Steigungen verläuft der Weg abseits von Hauptverkehrswegen, doch auf gut zu befahrenden Straßen, die auch für Freizeitradler mit Kindern optimal zu bewältigen sind.
Umfassende Informationen, eine App und Kartenmaterial:
Weserbergland Tourismus e.V., Deisterallee 1, 31785 Hameln, www.weserradweg-info.de
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