(Werbung) Eine Fahrt in’s Blaue? Nein, die war es nicht. Denn wir hatten vorab unsere Städteziele festgelegt. Horn, Wilhelmstadt, Amsterdam, Antwerpen – es ging also wieder in den Norden. Ein schwimmendes Hotel sollte uns an unsere Ziele bringen. Wir entschlossen uns diesmal, mit MS Lady Diletta der „Plantours-Kreuzfahrten“ zu reisen. „Holland und Flandern im Duett“ – das hörte sich luftig an. Im Duett reisen wir auch gern. Und unsere Städte, denen wir eine Stippvisite abstatten wollten, waren dabei, es kamen sogar noch Lelystad, Rotterdam und Nijmegen hinzu. Ausflugsziele gab es also genug an den fünf Tagen (An- und Abfahrtstag nicht mitgerechnet). 

Vorweg sei gesagt, eine Fahrt in’s Blaue wurde es tatsächlich. Denn bei bestem Wetter und immer blauem Himmel mit weißen Wolken war gute Laune angesagt.

Bevor es „Leinen los“ hieß 

Die Lady Diletta lag in Düsseldorf (RheinCargo3). Hin- und Rückfahrt erfolgten mit der Bahn. Gute Laune kam wegen der Verspätungen nicht auf. Obwohl wir in der 1. Klasse reisten, wurde kein Kaffee oder anderes Getränk gereicht. Die üblichen Werbesprüche der Bahn schenke ich mir an dieser Stelle. Auch der 5-Euro-Gutschein, der einige Tage später im Briefkasten steckte, frustete mehr, als dass er gute Laune brachte. Da wir uns noch testen lassen mussten, nutzten wir die kostenlose Teststelle in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofes. Das verlief problemlos, nach 10 Minuten hatten wir die Ergebnisse auf den Handys. Weiter ging es mit dem Taxi (15 Euro), denn wir hatten wir eine Vorübernachtung im Radisson blu in Düsseldorf gebucht, unweit der Anlegestelle des Schiffes (ca. 800 Meter).

LadyDiletta.Düsseldorf

Das Einchecken ging schnell, obwohl wir nicht die einzigen Gäste waren. Wir hatten über booking.com gebucht. Am nächsten Morgen war der Ärger über die Verspätungen dank einer ruhigen Nacht verschwunden. Und nach einem sehr guten Frühstück machten wir uns gegen Mittag auf den Weg zum Schiffsanleger. Und langsam kam Urlaubsfeeling auf. Die am Rheinufer liegenden Schiffe boten lohnenswerte Blickpunkte und auch die vorbeifahrenden „Pötte“ ließen uns oft auf unserem Weg eine Pause zur Beobachtung einlegen. Das Schiff direkt vor der Lady Diletta lud noch zu einem Kaffee ein.

Kurz vor 14 Uhr gaben wir unsere Koffer beim vor dem Schiff wartenden Personal ab und wurden von Kreuzfahrtdirektor Christof Schneider zunächst auf das Sonnendeck gelenkt. Von dort konnten wir dann weitere Gäste beim Ankommen beobachten. Einige mit übergroßen gewichtigen Koffern, dennoch blieb das Personal freundlich und zuvorkommend. Wie auch der Kreuzfahrtdirektor Christoph Schneider, der jeden Gast mit netten Worten begrüßte. Auf dem Schiff war bis auf das Sonnendeck „Maskentragen“ Pflicht. Wir konnten beobachten, dass bei der „Kontrolle“ das Schiffspersonal durch einige Gäste unterstützt wurde, denen es eine Freude zu bereiten schien, Mitreisende zu maßregeln. Auch in der Bahn war uns dieses Verhalten schon aufgefallen, so dass sich hier ein Fahrgast bemüßigt fühlte, zu sagen: „Wohin hat Corona die Menschen in Deutschland nur gebracht?“ 

Einchecken

Um kurz nach 14 Uhr ging das Einchecken los. Deckweise (drei) wurde man in den hellen  Rezeptionsbereich aufgerufen. Das ging recht zügig – da man bis dahin auf dem Sonnendeck sitzen und den Schifffahrtsverkehr beobachten konnte, kam kein Unmut auf. 

Nach Abgabe des Antigen-Schnelltests erhielten wir die Zimmerkarte und wurden durch eine freundliche Mitarbeiterin auf unsere Kabine gebracht. Diesen Service erhält man heute in keinem Hotel mehr. Unser Gepäck war schon in der Kabine, die überwiegend hell in Grau- und Beigetönen funktional ausgestattet war. Genügend Platz für den Kofferinhalt gab es auch.

LadyDiletta das Schiff KabineUnsere Koffer verstauten wir unter dem Bett. Vor der zu öffnenden Fensterfront stand eine kleine Sitzgruppe, so dass man auch von der Kabine aus einen eigenen „Fernseher“ nutzen konnte. So blieb der natürlich auch vorhandene „richtige“ Fernseher für uns außer Betrieb. Gewünscht hätten wir uns hier eine visuelle Karte von unserer Flusskreuzfahrt. 

Gala-Sekt in der Tintoretto Lounge

Vor dem ersten Abendessen an Bord gab es die offizielle Begrüßung durch den Kapitän Vadim Rybalka, der Hotelmanagerin Ralitsa Ivanova und dem Kreuzfahrtleiter Christoph Schneider. In lockerer Runde erhielten die Gäste Informationen über wichtige Verhaltensweisen auf dem Schiff. Da der Kapitän sehr gut deutsch sprach, untermalte er seine Hinweise mit ironischen Untertönen, die diesen Part des Sekt-Empfanges kurzweilig machte. 

MS Lady Diletta Foto: plantours Plantours

Die Tintoretto Lounge und Bar MS Lady Diletta Foto: plantours

Ein Kapitän zum „Anfassen“

Und was uns überraschte, der junge Kapitän lud zu einem Besuch auf der Brücke ein. Natürlich nicht in der Nacht und zur größten Betriebsamkeit, ein Kapitän „zum Anfassen“ war für uns ein Novum. Das hatten wir auf unseren bisherigen Schiffsfahrten so nicht erlebt.

Der Kapitän freut sich auf interessierte PassagiereUnd er hielt sein Versprechen – stolz zeigte er seinen Steuerbereich. Ein Steuerrad suchte man vergeblich. Ein kleiner Hebel reichte aus, um das 135 Meter lange zweimotorige Schiff (je 1000 PS) zu beherrschen. Bei kleiner Strömung kann es 35 Kilometer pro Stunde fahren. Das Gesamtgewicht des Schiffes beträgt 24000 Tonnen. 173 Personen finden in 90 Kabinen Platz. 

LadyDiletta das Schiff

Der Kapitän freut sich auf interessierte Passagiere auf der Brücke und beantwortet gern Fragen

Willkommen zu den Mahlzeiten

Im Anschluss an den Gala-Sekt ging es in das Restaurant zum Abendessen. Die festen Sitzplätze wurden bereits am späten Nachmittag an der Rezeption nach Wünschen der Gäste festgelegt. Wir ließen uns wie immer überraschen, machten keine Vorgaben. In der überwiegenden Zahl gab es sechs Plätze an einem Tisch. Eine Menükarte mit Weinempfehlungen lag auf dem Tisch. Der Küchenchef Luciano Aposto und Maître d’Hotel Milian Dimitrov luden täglich zu den Mahlzeiten ein. Und wir wurden nicht enttäuscht.

Zum Abendessen gab es täglich Vorspeise, Suppen (2 zur Auswahl), Hauptgericht (Fleisch-, Fisch- oder vegetarische Empfehlung) sowie Dessert (3 zur Auswahl) auf der Menükarte. Auch die Mittagsmenüs bestanden aus Vorspeise, Suppe, Hauptgericht (3 zur Auswahl) und Dessert (2 zur Auswahl). Dazu gab es einen Brotkorb mit Butter gereicht.

Lady diletta kulinarisch

Die Getränke konnten je nach vorab gebuchtem Getränkepaket pro Person (Silber / 72 Euro, Gold / 114 Euro, Platin / 180 Euro) bestellt werden. Das gab anfangs Irritationen, da weder den Gästen noch dem Personal die klare Auszeichnung der Getränke klar war. Eine Empfehlung für die Wahl einer Getränkekarte können wir nicht abgeben, da uns bis zum Ende der Fahrt nicht klar wurde, wie diese zu handhaben ist. Da auch das Personal damit überfordert zu schien, gab es unnötige Unruhen. Darunter litt anfänglich auch der Service. Aber es war schön zu beobachten, wie sich im Laufe der Fahrt „Routine“ einstellte und alles flüssiger ablief. So konnte auch die anfängliche Lautstärke des großen Restaurants gedämmt werden. Raumteiler hätten vermutlich auch zur Beruhigung beigetragen. 

Hier die Menükarte für die Speisen am Anfahrtstag:

Vorspeise: Garnelen-Cocktail

Suppe: Teine Brühe vom Ochsenschwanz mit Pfannkuchen Streifen oder Tomatencremesuppe mit Basilikum Chiffonade

Hauptgericht: Im Ganzen gebratenes Schweinefilet, Calvados Sauce, Blumenkohlröschen, Kartoffelkroketten, Apfelmus oder Gegrilltes Zanderfilet, Karottenmousse, Champagner-Sauce, Dillkartoffeln oder Vegetarische Empfehlung: Parmigiana di Melanzane, Aubergine, Zuccini, Tomaten, Mozzarella

Blick in das Restaurant

Blick in das Restaurant

Dessert:  Schokolsdenkuchen mit flüssigem Kern & Himbeer-Coulis, Pistazieneis oder Assortierter Käseteller oder Früchteteller

Alle Gerichte, für die wir uns entschieden, waren schmackhaft und das Gemüse immer auf den Punkt gegart. Die Desserts sprachen für sich. Und alles war sehr gut angerichtet und daher auch ein Augenschmaus. Unsererseits können wir daher ein großes Lob vergeben. Doch auch dem Service gebürt Lob. Bei den vielen Gästewünschen, nicht immer freundlich und mit einem „Bitte“ seitens der manchmal ungeduldigen Gäste  rüber gebracht, wie wir beobachten konnten, dabei ruhig und freundlich zu bleiben, ist lobenswert. 

Das Frühstück wurde als Büfett gereicht. Verschiedene Brot- und Brötchensorten, Eierspeisen, Wurst- und Käsesorten, Obst und Gemüse sowie Müslizutaten sorgten für Abwechslung und einen guten Start in den Tag. Es wurde immer wieder nachgefüllt, mit leerem Magen musste niemand vom Tisch aufstehen.

Aussichtsterrasse vor Lounge MS Lady Diletta klein plantours

Aussichtsterrasse vor der Lounge auf MS Lady Diletta Foto: Plantours Kreuzfahrt

Fleißige Heinzelmännchen an Bord

Und kam man vom Frühstück zurück, waren schon fleißige Heinzelmännchen am Werk und hatten unsere Kabine oder besser „schwimmendes Hotel“ vorzeigefähig gemacht. Für unser Wohlgefühl sorgte Ivelina mit größter Gründlich- und Aufmerksamkeit. Und wenn wir ihr begegneten, sorgten ihr Lächeln und freundliche „Guten Tag“ für gute Laune bei uns. Vielen, vielen Dank – auch an die anderen Servicemitarbeiter, die hinter den Kulissen für z. B. frische gebügelte Bettwäsche, Handtücher, sauberes Geschirr oder reibungsloses An- und Ablegen des Schiffes nachts oder tagsüber sorgten. Manchmal wünschten wir uns, dass diese „verborgenen“ selbstverständlichen Serviceleistungen visuell sichtbar gemacht werden würden. Ein kleiner Werbefilm im „Bordkino“ könnte hier hilfreich sein. 

Transparente kulinarische Genüsse

Dass unter den Gästen Interesse an solchen – nicht offensichtlichen – Informationen besteht, bewies am Verabschiedungs-Gala-Sekt die kleine „Auswertungs-Information“ von Ralitsa Ivanova, der „wirbelnden“ Managerin auf der Lady Diletta. Sie verkündete zum Beispiel, dass  156 Gäste und 41 Crewmitglieder in 6 Tagen Folgendes konsumiert haben:
3000 Eier, 320 Kilogramm Fleisch, 180 Kilogramm Fisch, fast 900 Kilogramm Gemüse und 800 Kilogramm Früchte, 180 Kilogramm Käse, 300 Kilogramm Mehl und 160 Liter Eiscreme, 620 Liter Bier und 470 Liter Wein und 3000 Liter Wasser (3200 Flaschen). Und zu guter Letzt bis jetzt 825 Stück Toilettenpapierrollen. Und das alles wird in Handarbeit auf’s Schiff gebracht (manchmal über mehrere Schiffe) und teilweise als Abfall wieder hinunter. Das ist harte Knüppelarbeit, der sich kein Crewmitglied entzieht. Der Kapitän ist Vorbild und steht in „Beladungskette“ mittendrin und macht mit. Auch das könnte in einem „Werbefilm“ gezeigt werden. Unverständlich für uns, wie sich dennoch einige Gäste auf der Treppe, wo die Beladungsschlange ihr Bestes gibt, Vorrang ausbedingen und nicht auf die andere Treppe ausweichen. Woher nehmen sie nur ihre Arroganz gegenüber den arbeitenden Menschen?

Kapitän Vadim begrüßt seine Passagiere, im Hintergrund die Hotelmanagerin...............

Kapitän Vadim und Hotelmanagerin Ralitsa Ivanova,

Landausflug ahoi von Bord der Lady Diletta

Nach dem Frühstück geht es meistens von Bord. Das Landausflugsprogramm auf der Lady Diletta ist umfangreich, kurzweilig, aber nie langweilig. Vorab wurden die Ausflüge durch den Kreuzfahrtleiter Christoph Schneider in seiner unverwechselbaren stets freundlichen Art vorgestellt. Mit geradezu einschmeichelnder Stimme macht er täglich von morgens bis abends über das Mikrofon oder persönlich in der Lounge klare, oft auch mit kleiner Ironie unterlegte Ansagen über den Ablauf am Tag. Der Schweizer Landsmann hat schon viel erlebt, nicht nur auf dem Schiff kennt er sich aus, auch mit der Bahn hat er die Welt erkundet. Stress lassen er wie auch der Kapitän nicht spüren. Kraft geben die Familien, die allerdings nur in großen zeitlichen Abständen gesehen werden können. Aber das müssen alle Crewmitglieder aushalten können, egal ob sie aus der Ukraine, Russland, Rumänien, Polen oder Deutschland kommen. Auch ihnen an dieser Stelle ein Dankeschön.

LadyDiletta

Kreuzfahrtdirektor Christoph Schneider aus der Schweiz

Barkeeper Serge und Alexander

Barkeeper Serge und Alexander

Am Nachmittag und Abends unterhielt uns Lina

Am Nachmittag und Abends unterhielt uns Lina

LadyDiletta

Treppenlift auf das Sonnendeck

LadyDiletta das Schiff

Stationen des Ausflugsprogramm

Lelystadt – junger Hauptort von Flevoland

Zunächst ging es nach Lelystadt, in der niederländischen Provinz Flevoland liegend, unweit von Amsterdam. Es liegt auf einem Polder, d. h. dem Meer abgewonnenen Land. Die modern Stadt liegt fünf Meter unter dem Meeresspiegel und zählt zu den jüngsten der Niederlande. Aufgrund ihrer Lage an den Seen Ijsselmeer und Markermeer begeistert sie viele Gäste. Erbaut wurde sie in den 1960er Jahren. Sie ist benannt nach Cornelis Lely, dem Erfinder der Zuiderzeewerke. Er war es, der im 20. Jahrhundert einen Plan vorlegte, um die Zuiderzee von der  Nordsee zu trennen und das Ijsselmeer zu schaffen. Wir erkundeten Lelystadt bequem zu Fuß. 

Im Hafen von Lelystadt am Isselmeer

Direkt im Hafen legte Lady Diletta in Lelystadt an

Das Museum Batavialand dokumentiert 7000 Jahre Geschichte Flevolands.

Lelystadt Ladydiletta Niederlande

Ehrenamtlich kümmert sich Jan um das Museumsschiff Batavia

Die Werft mit einem einem nachgebauten VOC-Schiff des 17. Jahrhunderts macht Schiffsbau und Seefahrt erfahrbar. Das Aviodrome versammelt Flugzeuge von der Militärmaschine bis zur Boeing 747. Naturfreunde zieht es in den Naturpark Lelystad und das Naturschutzgebiet Ostvaardersplassen mit Mooren, Dünen und dem großen Hosterwald. 

Hoorn – liebenswerte Hafenstadt

Hoorn

Einfahrt in den Hafen von Hoorn am Markermeer

Der Festungsturm Hoftoren empfängt seit 1532 die Schiffe im Hafen von Hoorn. Schon im Jahr 1595 brachen Handelsschiffe von hier zur Insel Java in Indonesien auf. 1616 lichtete Kapitän Willem Schotten die Anker, um als Erster die Südspitze Amerikas zu umsegeln, die er Kap Hoorn taufte. Vom Hoorner Hafen stach auch Abel Tasman in See, der 1642 Tasmanien entdeckte.

Auf dem Rundgang sieht man schöne jahrhundertealte Denkmäler. Uns gefallen die kleinen Wappen in den Giebeln der Häuser. Zu den berühmtesten Häusern zählen die an den beiden ältesten Plätzen der Stadt, dem Roode Steen und dem Kerkplain. In der von Hedrick Keyser 1609 am Roode Stern errichteten Waage wurde bis zu Beginn des letzten Jahrhunderts Käse gewogen. Gegenüber befinden sich der mit Löwen und Stadtwappen geschmückte farbenfrohe Giebel des aus dem 1632 stammenden Statencollege, dem ehemaligen Sitz der Regionalverwaltung. Heute ist hier das Westfriesische Museum untergebracht. Mit Gemälden oder per 3D-Brille werden hier die Besucher in das Goldene Zeitalter des 17. Jahrhunderts entführt.

Wer sich wie ein Mitglied der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC), deren Hauptsitz in Hoorn war fühlen möchte, macht einen Ausflug auf dem VOC-Schiff „De Halve Mann“.

Für uns war die liebenswerte historische Stadt Hoorn eine Überraschung. Ein nächster Besuch wird uns wieder dorthin führen. Dank des Ausflugprogramms der Lady Diletta.

Amsterdam – Stadt der Grachten und Giebelhäuser

eLady.dilletta.Niederlande

Nah am Hauptbahnhof Amsterdam: Blick vom Sonnendeck der Lady Diletta auf die Central Station

Die Hauptstadt der Niederlande ist jung und altmodisch zugleich. Ein Ort, wo Hausboote die Grachten säumen, Radfahrer über Brücken flitzen und Rosenspaliere die Fassaden der Giebelhäuser umranken. Die Anlegestelle der Lady Diletta ließ es zu, dass wir Amsterdam zu Fuß und allein erkunden konnten. „Die Stadt an der Amstel ist berühmt für Grachten und Giebelhäuser, für Toleranz und Geselligkeit. 850000 Menschen aus 180 Nationen leben hier. Die schicke Mischung aus altem Stadtbild und jugendlicher Unbekümmertheit lockt Besucher in Scharen an.“ So lockt ein ADAC-Führer in seinem Programm. Es gibt Museen und Designerläden, uralte Kneipen und Trödelläden, Cafés im Grünen und sogar ein Hotel auf einem Hafenkran. Spaß macht es, die Stadt per Boot (ebenfalls unweit des Schiffsanlegers zu finden) oder Hollandrad zu erkunden.

Der schönste Gürtel der Welt

Im 17. Jahrhundert, dem Goldenen Zeitalter, wuchs Amsterdam zur Handeslmacht und Weltstadt heran. Es entstand der Grachtengürtel, jene drei Kanäle die das Zentrum in Form eines Hufeisens umschließen. Patrizier, Handelsherren und Bankiers ließen sich hier prächtige Giebelhäuser bauen. Sie stehen auf abertausenden Holzpfählen wie alle Gebäude der Stadt. In der Tat ist Amsterdam die größte Pfahlbausiedlung der Welt.

Kulturell und künstlerisch spielt das Goldene Zeitalter die Hauptrolle, vor allem im Rijksmuseum mit weltberühmten Gemälden wie Rembrandts „Nachtwache“. In die Moderne führt das Van Gogh Museum mit Vincents Sonnenblumen und Weizenfeldern. Design-Ikonen farbgewaltige Gemälde des 20. und 21. Jahrhunderts präsentiert das Stedelijk Museum.

Amsterdam Niederlande Holland nicko

Centraal Station

Der 1889 eröffnete Hauptbahnhof ist ein roter Backsteinbau im  Stil der Neorenaissance von P. J. H. Cuypers, der auch das Rijksmuseum errichtete. Der Bahnhof steht auf 9 000 Pfählen und drei künstlichen Inseln am Ufer des Ij. Der von zwei Türmen flankierte Mittelteil ist mit dem Reichsadler und den Wappen europäischer Städte geschmückt. Im Ostteil befindet sich reich dekorierte Königliche Wartesaal, der für das Königshaus direkt per Auto zugänglich ist. Man kann ihn von außen durch Glastüren besichtigen. Die Wachtkamer 1er Klasse nebenan dient heute als Restaurant mit Bar. In der Bahnhofshalle steht ein Flügel, auf dem jeder spielen darf.

Der Bahnhof ist in wenigen Gehminuten von der Schiffsanlegestelle zu erreichen. Dem Vorplatz gegenüber kann man nicht nur in die Straßenbahn umsteigen, auch die Schiffsanleger für Grachtentouren sind dort mit wenigen Schritten erreichbar.

Von den Seitenausgängen des Bahnhofs sind Fähren in wenigen Schritten erreichbar. Wir nutzten sie für eine kostenlose Überfahrt auf das ehemalige Werftgelände NDSM-werf („Werft NDSM“ auf Niederländisch ), deren großes Hallengebäude heute gastronomisch und für Startups-Unternehmen genutzt wird.

Amsterdam

Vom Hauptbahnhof kann man verschiedene Fähren nutzen, u.a. zur NDSM Werf

Auf dem Gelände befindet sich auch der als Hotel genutzte Kran. Dieser ist auch beliebt für bungy jumby.  Erreichbar ist das spektakuläre Werftgelände mit der kostenlosen Fähre von Amsterdam Central Station aus. In den alten Lagerhäusern der Werft und auf dem riesigen Freigelände finden an den Wochenenden  erschiedene kulturelle und musikalische Veranstaltungen statt ( u.a. die beliebten Festivals für elektronische Musik).

Amsterdam Niederlande NDSM

Het Concertgebouw

Das Concergebouw von 1888 gilt wegen seiner Akustik und seines Orchesters als eines der besten Konzerthäuser der Welt. Geboten wird Musik von Klassik bis Modern. Berühmt ist das Klangerlebnis im festlichen Großen Saal, der 2250 Zuschauern Platz bietet. Der Kleine Saal umfasst Platz für 600 Besucher. Führungen ermöglichen Blicke hinter die Kulissen und geben Infos zur Geschichte des Hauses.

 

Heinrich Schliemann in Amsterdam

Wir nutzten unseren Amsterdam-Aufenthalt auch, um das Handelshaus Schröder & Co. in der Herengracht aufzusuchen. Heinrich Schliemann, Troja-Ausgräber, dessen 200. Geburtstag 2022 gefeiert wird, begann hier seine kaufmännische Tätigkeit.

Amsterdam Niederlande Schliemann

In der Keizergracht 71 in Amsterdam arbeitete Heinrich Schliemann Foto: Josef Weirauch

1862 schrieb er über seine Zeit in Amsterdam: „Von den 400 Gulden Gehalt, die ich in den ersten zwei Jahren erhielt, gab ich die Hälfte für Sprachunterricht aus und mit der anderen Hälfte lebte ich wie ein Hund. Aber ich danke Gott, daß ich die körperliche Kraft hatte, es zu Thun.“

Amsterdam Niederlande Schliemann

 

 

 

 

 Mehr zu Schliemanns 200. Jubiläum findet ihr hier.

 

 

 

 

Informationen zu Amsterdam findet ihr hier: www.iamsterdam.com

LadyDiletta das Schiff

Steuermann Henrik beim Anlegen in Willemstad

Rotterdam – modernste Stadt der Niederlande

Sonnenaufgang in Rotterdam

Skyline mit der Erasmus Brücke

Rotterdam Holland

Rotterdam, die Stadt an der Maas, besitzt den größten Hafen Europas. Wir lagen direkt im Zentrum und so erwanderten wir die ihrer Architektur gerühmte Stadt zu Fuß.  Andere Passagiere fuhren mit dem Bus nach Brüssel. Oder unternahmen die Panoramafahrt im Bus (52 Euro), diese führt zum über 160 Meter hohen Euromast, von dessen Aussichtsturm man einen herrlichen Blick auf die Stadt und die riesigen Hafenanlagen hat. Am Fuße des Euromastes liegt der gelbgekachelte Maastunnel, der die südlichen Stadtteile mit der Innenstadt verbindet. Weiter geht es zur Abfahrtstelle der Rundfahrtboote. Die Hafenrundfahrt führt an die wichtigsten Hafenbecken, die Umschlagplätze für Massengüter, Holz, Nahrungsmittel sind, und vieles mehr vorbei. Besonders eindrucksvoll ist die moderne Containerverladeanlage, die den Stückgutverkehr in den letzten Jahren revolutioniert hat. Rotterdams berühmtester Sohn Desiderius Erasmus wird nicht nur mit dem ältesten bronzenen Denkmal der Niederlande geehrt.

Unweit des Denkmals eine moderne Brücke seinen Namen, die das Zentrum der Stadt mit dem Stadtteil „Kop van Zuid“ verbindet. Der Ausflug dauerte drei Stunden.

 

Unweit des Schiffsanlegers der Lady Diletta führte uns ein kurzer Fußweg noch zur modernen Markthalle. Sie ist in Form einer Zeppelinhalle errichtet. Innen viel Platz für Marktstände, außen passen sich Wohnungen der Form an.

stadtkirche in Rotterdam

Laurenskerk ist die Kathedrale von Rotterdam

Willemstad – liebenswürdigeFestungsstadt

Die zweite Entdeckung im Ausflugsprogramm unserer tour war Willemstad für uns. Wir fühlten uns in frühere Zeiten zurückversetzt. Vom Schiff aus ging es direkt in die von Wilhelm von Oranien ausgebaute Festungsstadt. Moritz von Nassau ließ sie von 1602 noch verbessern, mit sieben Bastionen ausstatten, eine sternenförmige Stadtbefestigung entstand.

Willemstadt Niederlande

Lady Diletta in Willemstad

Das charmante Städtchen steht unter Denkmalschutz. Zu sehen sind auf einem Stadtrundgang der Bereich des alten Jachthafens, das alte Arsenal, ebenso die Stadtmauer, das ehemalige Rathaus aus dem Jahr 1587, die alte Getreidemühle und der Prinsehof aus dem 16. Jahrhundert. Wir legten auf dem sehr gepflegten Friedhof eine kleine Ruhepause ein und bewunderten hier die sechs sehr alten schattenspendenden, weit ausladenden Rotbuchen. 

Der idyllische Friedhof von Willemstad mit der imposanten Kirche

Willemstadt Niederlande

Antwerpen an der Schelde

Antwerpen zählt zu den faszinierendsten, maritimen Städten Europas. Reich an prachtvoller Architektur und Kunst. Für uns war es eine Erstbegegnung und deshalb nahmen wir für ein erstes Kennenlernen einen geführten dreistündigen Ausflug in Anspruch (50 Euro). Zunächst lernten wir auf einer Rundfahrt die majestätische Zentrale, den Bahnhof von Antwerpen, kennen. Ein prächtiges Bauwerk aus den Anfängen des 19. Jahrhunderts mit vielen schönen Details. Direkt nebenan lädt ein Zoologischer Garten zum Besuch ein. Das Kamel auf dem Dach macht schon von weitem aufmerksam, wie auch andere Tierplastiken auf den umliegenden Häusern.

Wegen der dominierenden Kuppel (75 m hoch) wird das Gebäude im Volksmund Spoorwegkathedraal (= Eisenbahnkathedrale) genannt.

Wegen der dominierenden Kuppel (75 m hoch) wird das Gebäude im Volksmund Spoorwegkathedraal (= Eisenbahnkathedrale) genannt.

Antwerpen Belgien

Der ehemalige Kopfbahnhof wird täglich von etwa 540 Zügen befahren.

. Die Verbindungen gehen u. a. bis nach Rotterdam (– Amsterdam), Gent (– Kortrijk), Brügge (– Ostende), Brüssel, Lüttich, Neerpelt und Puurs

Verbindungen gehen u. a. bis nach Rotterdam (– Amsterdam), Gent (– Kortrijk), Brügge (– Ostende), Brüssel, Lüttich u.a. Ziele

Antwerpen.Belgien Bahnhof

Blick in das Restaurant des Bahnhofs, der als einer der schönsten der Welt gilt

Der Bahnhof liegt am Koningin Astridplein östlich der Antwerpener Altstadt, unmittelbar neben dem Zoo.

Der Bahnhof liegt am Koningin Astridplein östlich der Antwerpener Altstadt, unmittelbar neben dem Zoo.

Liebfrauenkathedrale – UNESCO Welterbe

Während unseres Rundganges durch die Altstadt kamen wir zur Liebfrauenkirche oder flämisch  „Onze-Lieve-Vrouwekathedraal“, die als Domkirche des Bistums Antwerpen zu den Höhepunkten brabantischer Baukunst zählt und seit 1999 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. 1559 wurde das Bistum Antwerpen gegründet und die Kirche zur Kathedrale ernannt. Im Laufe der Zeit wurde sie mehrfach verändert und seit Ende des 20. Jahrhunderts bis heute renoviert. Im Inneren befinden sich mehrere Gemälde von Rubens, der schon zu Lebzeiten berühmt und reich wurde. Nur wenige Künstler haben auf ihre Zeit einen so nachhaltigen Einfluss ausgeübt wie Rubens. Sein wohl berühmtestes Gemälde „Die Kreuzabnahme“ aus dem Jahr 1612 ist während einer Führung als wohl bedeutendstes Meisterwerk der Barockmalerei zu sehen. 

Hansestadt Nijmegen

Auch hier liegt die Lady Diletta so zentral, dass wir in wenigen Gehminuten das historische Zentrum der Stadt erreichen. Nijmegen hat eine perfekte Lage in einer malerischen Flusslandschaft zwischen Rhein, Maas und Waal, direkt an der Grenze zu Deutschland. Sie ist dank der römischen Besiedlung die älteste Stadt der Niederlande. Der schöne, historische Stadtkern hat zwar bereits ein respektables Alter erreicht, aber das Leben in der Stadt ist dennoch voller Dynamik.

Nijmegen Holland Rhein

Alte Häuser mit viel Atmosphäre, ein lebhafter Markt, landesweit bekannte Museen oder Erholung spendende Stadtparks, all das bietet die Studentenstadt, wo Kultur und Qualität eng miteinander verbunden sind. Die teilweise mit Kopfstein gepflasterten Straßen führen zum imposanten Kirchturm von St. Stevenstoren, der Stadtwaage sowie der legendären Statue Mariken auf dem Marktplatz.

nicko.Rhein. Nijmegen.Holland

Blick in die Stevenskerk von Nijmegen in den Niederlanden

Im Biergarten der Brauerei von Nijmegen

Im Biergarten der Brauerei von Nijmegen

Wer sich  für Craft-Bier und seine Herstellung interessiert, sollte an der eineinhalbstündigen Führung (30 Euro) zur Brauerei in der Commanderie van St. Jan, einem ehemaligen Kloster, teilnehmen. In kleinen Chargen wird hier seit 1998 Craft-Bier hergestellt. Während einer Führung erhält man einzigartige Blicke hinter die Kulissen der ältesten handwerklichen Bierbrauerei der Niederlande. Eine Verkostung der hauseigenen Produkte ist inklusive.

Lady

Mit der Kraft von 2000 PS der Cater Pillar Maschinen über Rhein und Waal

Die Recherche wurde von Plantours Kreuzfahrten unterstützt. vielen Dank.

Das in Bremen ansässige Unternehmen betreibt u.a. auch das Hochseeschiff MS Hamburg.