Ende August 2022 erinnert der Förderverein Südwestkirchhof Stahnsdorf mit der Aufführung „Nosferatu“ – Symphonie des Grauens des Regisseurs Friedrich Wilhelm Murnau (28.12.1888 – 11.3.1931) in der Nähe seines Grabes auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf an den bedeutenden Filmschaffenden der zwanziger Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts.
Aus Plumpe wird Murnau
Als Friedrich Wilhelm Plumpe (geboren in Bielefeld) wächst er in einem sein künstlerisches Interesse fördernden Elternhaus in Kassel auf. Ab 1907 studiert er Philologie, vorübergehend auch Kunstgeschichte und Literatur. Als Schauspieler einer Studentenbühne entdeckt Max Reinhardt ihn. Er bricht das Studium ab, besucht die Reinhardt-Schauspielschule. Sein Pseudonym Murnau benutzt er nach Reisen und eindrücklichen Begegnungen in der oberbayrischen Stadt Murnau.

Murnau in Oberbayern Foto: Weirauch
„Nosferatu“ Die Symphonie des Grauens
Am 4. März 1922 wurde der erste Vampir- und Dracula-Film in Berlin uraufgeführt. Mit „Nosferatu – Eine Symphonie des Grauens“ schuf Murnau das expressionistische Urbild aller Horrorfilme. Er verhalf Murnau zu Weltruhm.

Blick auf die im norwegischen Stil erbaute Friedhofskapelle Foto: Weirauch
„Der letzte Mann“ (1924), mit Emil Jannings in der Hauptrolle, gehört zu den absoluten Höhepunkten der Stummfilmkunst. Die sogenannte „entfesselte Kamera“ wurde von der Kritik als „wirkliches Bewegungsspiel“ gewürdigt. Murnau wurde als „Reinhardt der Filmkunst“ bezeichnet.
Film über die Südsee-Inselwelt
In seinem bewegten kurzen Leben realisiert Murnau eigenständig „Tabu“, einen Film über die Südsee-Inselwelt. In der filmischen Umsetzung wird seine Sehnsucht deutlich, sich offen zu seiner Homosexualität bekenne n zu können. Die Premiere seines Südseefilms erlebte Murnau nicht mehr. Er verstarb nach einem Autounfall bei Hollywood im Krankenhaus von Santa Barbara (11.3.1931).

Grab von Friedrich Wilhelm Murnau Foto: K.Weirauch
Produktion: Der Film wurde fast ausschließlich mit einheimischen Laiendarstellern gedreht. Auszeichnung: Der Film gewann 1931 einen Oscar für die beste Kamera (Floyd Crosby und Robert J. Flaherty). Hintergrund: Murnau starb kurz vor der Uraufführung. Der Film thematisiert den Konflikt zwischen archaischen Traditionen und der Moderne sowie den Einfluss der westlichen Welt auf die polynesische Kultur. Bestattet wurde Murnau erst nach 11 Monaten auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf. Unter den Trauergästen befinden sich bekannte und bedeutende Persönlichkeiten der Filmwelt: u.a. Carl Mayer (Drehbuchautor von Murnaus Film „Sunrise“), Emil Jannings, Fritz Lang, Greta Garbo.

Friedhofsleiter Olaf Ihlefeld organisiert mit dem Förderverein die Filmnacht Foto: Weirauch
Stummfilmabend auf dem Südwestkirchhof
In Erinnerung an Murnau und zur Würdigung seines Meisterwerks „Nosferatu“organisiert der Förderverein des Südwestkirchhofs Stahnsdorf einen Stummfilmabend im August 2022. In der Nähe des Murnau-Grabes werden seine Filme „Nosferatu“ und „Sunrise“ gezeigt und damit ein ganz außergewöhnliches Gedenken und Erinnern zelebriert. Die musikalische Improvisation zu den Filmen spielt der Stummfilmkomponist Stephan Graf von Bothmer.
Wer mehr über den Südwestkirchhof erfahren will, der kann auch hier fündig werden.
Ort: Südwest-Kirchhof Stahnsdorf, Bahnhofstraße
Weitere Information: www.suedwestkirchhof.de
Ansprechpartner: Friedhofsleiter: Olaf Ihlefeldt
Weitere Infos hier auf der Seite des Fördervereins
Pressemeldung: Förderverein des Südwestkirchhofs Stahnsdorf
Filmtipp: Am 9. März sendet Arte den Film Nosferatu, hier der Link zur arte Mediathek.;
einfachraus.de lädt euch hier zu einem Besuch des Stahnsdorfer Südwestkirchhofes ein.
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