Mit „Paul Signac und der Neoimpressionismus“ hat das Potsdamer Museum Barberini wieder eine Punktlandung gemacht. Es ist „die“ Sommerausstellung in Potsdam.  Sein Markenzeichen war die Malerei mit kleinen Punkten oder kurzen Farbtupfen. Anders als traditionelle Maler mischte Paul Signac die Farben kaum auf der Palette. Stattdessen setzte er reine Farbflächen nebeneinander. Erst im Auge des Betrachters verschmelzen sie zu einem harmonischen Ganzen. Dadurch entstehen außergewöhnliche Leuchtkraft, intensive Lichtwirkungen und eine fast flimmernde Atmosphäre – besonders eindrucksvoll bei Meer, Himmel und Sonnenlicht.

Museumsdirektorin Ortrud Westheider bezeichnete die Schau treffend als ein „Feuerwerk der Farben“ und sprach davon, man könne „einen Tag an der Côte d'Azur in Potsdam“ erleben

Museumsdirektorin Ortrud Westheider (vorn links) bezeichnete die neue Ausstellung als ein „Feuerwerk der Farben“ und sprach davon, man könne „einen Tag an der Côte d’Azur in Potsdam“ erleben

Symphonie der Farben

04.07.2026 – 11.10.2026

Die Ausstellung „Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus“ im Museum Barberini nun bis 11. Oktober 2026 zu sehen. Es ist  die erste umfassende Paul-Signac-Ausstellung in Deutschland seit rund 30 Jahren dar. Gezeigt werden rund 100 Gemälde, darunter mehr als ein Drittel von Paul Signac selbst sowie Werke von 17 weiteren Künstlerinnen und Künstlern des Neoimpressionismus.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts ging aus dem Impressionismus die neue Kunstrichtung des Neoimpressionismus hervor. Mit der Technik des Divisionismus setzten die Neoimpressionisten reine, unvermischte Farben in kleinen Tupfen nebeneinander, sodass ihre Wirkung erst im Auge der Betrachtenden entsteht. Im Zentrum der Ausstellung steht Paul Signac, der nach Georges Seurats frühem Tod zur Schlüsselfigur der Bewegung wurde.

Theo van Rysselberghe (1826-1962), Paul Signac am steuer der Olympia, 1896, Öl auf Leinwand, Archives Signac Paris

Theo van Rysselberghe (1826-1962), Paul Signac am steuer der Olympia, 1896, Öl auf Leinwand, Archives Signac Paris

Über 90 Werke zeigen seine Entwicklung und die internationale Verbreitung des Neoimpressionismus. Die Schau beleuchtet die Verbindung von Farbtheorie, Harmonie und sozialutopischen Ideen bei Signac sowie seinen Einfluss auf Kunstkreise in Frankreich, Belgien und Deutschland.

Paul Signac Der Hafen bei Sonnenuntergang, Opus 236 (Saint-Tropez), 1892 Sammlung Hasso Plattner, Museum Barberini, Potsdam

Paul Signac Der Hafen bei Sonnenuntergang, Opus 236 (Saint-Tropez), 1892 Sammlung Hasso Plattner, Museum Barberini, Potsdam

Die Ausstellung – eine Kooperation mit der Kunsthal Rotterdam – präsentiert sein künstlerisches Werk von den frühen Uferlandschaften des passionierten Seglers über seine Interieur- und Porträtmalerei bis zu den sozialutopisch aufgeladenen Bildern der Côte d’Azur, die er als Motivschatz für die Moderne erschloss. Sie umfasst über 90 Werke, von denen mehr als ein Drittel von Paul Signac stammen. Sie stehen im Dialog mit Gemälden von Lucie Cousturier, Henri-Edmond Cross, Maximilien Luce, Camille Pissarro, Théo van Rysselberghe, Jeanne Selmersheim-Desgrange, Georges Seurat, Jan Toorop und anderen.

Paul Signac Sonntag, 1888–1890 Öl auf Leinwand, 150 x 150 com Privatsammlung

Paul Signac Sonntag, 1888–1890 Öl auf Leinwand, 150 x 150 com Privatsammlung

Im Museum Barberini, das mit zehn neoimpressionistischen Werken von Signac, Henri-Edmond Cross, Albert Dubois-Pillet, Maximilien Luce und Camille Pissarro in der Sammlung Hasso Plattner einen der größten Bestände dieser Strömung in Deutschland hält, ist Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus bereits das dritte Ausstellungprojekt zum Thema – nach Farbe und Licht. Der Neoimpressionist Henri-Edmond Cross (2018) und Mit offenem Blick. Der Impressionist Pissarro (2025).

Weitere Informationen zum Museum Barberini erhaltet ihr hier.

Zum Besuch des Museums inkl. aller Ausstellungen können Sie hier Zeitfenster-Tickets buchen. Alle Informationen zu ermäßigten und kostenfreien Tickets finden Sie auf der Besuchsseite.

Ab 17:30 Uhr gilt der ermäßigte Preis für alle.

Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren und Schüler (auch über 18 Jahren) ist der Besuch übrigens frei!

Alle Personen unter 25 Jahren haben jeden Donnerstag ab 14 Uhr freien Eintritt.

Am 06. September 2026 findet das Barberini Open House bei freiem Eintritt statt. Es ist nicht erforderlich, ein kostenfreies Zeitfenster für diesen Tag zu buchen.

Paul Signac Saint-Tropez. Sonnenuntergang im Kiefernwald, 1896 Öl auf Leinwand, 65 x 81 cm L’Annonciade, musée d’art moderne de Saint-Tropez © Luisa Ricciarini / Bridgeman Images

LRI4637846 Saint-Tropez, 1896 (Oil on canvas) by Signac, Paul (1863-1935); Musee de l’Annonciade, Saint-Tropez, France; (add.info.: Saint-Tropez, Saint-Tropez. Painting by Paul Signac (1863-1935), 1896. Oil on canvas. Saint-Tropez, Musee de l’Annonciade); Luisa Ricciarini.

Ausstellungskatalog  Symphonie der Farben. Paul Signac und der Neoimpressionismus
Prestel Verlag, München 2026, Hardcover, mit Schutz umschlag, 304 Seiten, 24 x30 cm, 200 farb. Abbildungen
978-3-7913-9196-0

Buchhandel € 45,00, Museumsshop € 39,90
Tipp zu den Veranstaltungen:

• Das Gesprächskonzert KlangFarben – Saitenspiel mit Musiker:innen der Kammer-
akademie Potsdam, das Paul Signacs leuchtende Malerei in einen spannungsreichen
Dialog mit der Klangwelt der klassischen Musikinstrumente Flöte, Viola und Harfe bringt.
(10. Juli)
• Das Barberini Sommerkino: An drei Abenden zeigt das Museum Barberini französische
Klassiker unter freiem Himmel. Präsentiert werden im Innenhof Les Vacances de Monsieur
Hulot (Die Ferien des Mr. Hulot) (1953, OmdU, 83 min.), Le Mépris (Die Verachtung)
(1963, OmdU, 102 min.) und La Piscine (Der Swimmingpool) (1969, OmdU, 122 min.),
gerahmt durch DJ Sounds und dank der Unterstützung des Partners YORCK Kinos
Symphonie der Farben. Paul Signac … Digitale Angebote, Veranstaltungen, Vermittlung 8
stilecht mit Popcorn und Liegestühlen. Eingeläutet werden die Abende mit Expert:innen-
talks – u. a. mit Knut Elstermann, Gesa Ufer, Lisa Nawrocki, Volker Schlöndorff und
Michael Fürst. (6., 13., 20. August)
• Das Barberini Kinderfest: Das Museum öffnet seinen Innenhof für einen Familientag
mit kostenlosem Programm: Live-Musik von DJ Kekse, eine Leseecke, Eiscreme,
Segelbootbasteln und weitere Mitmachangebote für Groß und Klein laden zum Ver-
weilen ein. (23. August)
• Das Konzert „Leuchtende Klänge“ als Kooperation mit dem Nikolaisaal Potsdam:
Paul Signac nahm die Synergien der Künste in den Blick – im Nikolaisaal trifft seine
Kunst auf Musik von Maurice Ravel, Claude Debussy und anderen, gespielt von den
Brandenburger Symphonikern, und Texte von u. a. Marcel Proust, Guillaume Apollinaire,
Rainer Maria Rilke, gelesen von Jens Harzer. (5. September)
• Das Barberini Open House: Bei freiem Eintritt können Gäste die Ausstellung genießen
und in die 115 Meisterwerke der Sammlung Hasso Plattner eintauchen. (6. September)
• Kunst und Meditation: Das Format mit Patricia Thielemann geht in die nächste Runde
und spürt mit Meditation und Achtsamkeitstechniken der Frage nach: Wie verändert
sich unsere Wahrnehmung, wenn wir uns Zeit nehmen – für die Kunst und für uns selbst?
(18. September, 23. Oktober, 11. Dezember)
• Ein Vortrag von Sandra Richter, Direktorin des Deutschen Literaturarchivs Marbach
über die Farben der Literatur, in dem sie über Rainer Maria Rilke, Harry Graf Kessler
und deren Zeitgenossen spricht. (23. September)
• Das dritte Barberini Get-together: Studierende und Auszubildende sind zu einem
exklusiven Abend bei freiem Eintritt eingeladen. Mit verlängerten Öffnungszeiten,
elektronischer Live-Musik, Performances, Workshops und einem literarischen Programm
bietet die Veranstaltung einen inspirierenden Auftakt ins neue Semester, bei dem
Kunstgeschichte auf aktuelle Themen trifft. (8. Oktober)
Ergänzt wird das Programm durch Führungen durch die Ausstellung und Sammlung in
neun Sprachen, die beliebten Yoga-Veranstaltungen an drei Sonntagen sowie ein
umfangreiches Workshop-Angebot für Kinder, Familien und Erwachsene. Für Menschen
mit Behinderung bietet das Museum zudem verschiedene barrierefreie Vermittlungs-
formate an.

Das vollständige Programm sowie aktuelle Ergänzungen und Neuigkeiten gibt es hier: museum-barberini.de/angebot