Wir waren wieder auf La Palma. Zum zweiten Mal. Es wird wohl nicht die letzte Tour auf diese schöne Insel gewesen sein.
„Isla Bonita“, schöne Insel, nennen die Menschen auf La Palma ihre Heimat. Bei einer Fläche von rund 720 Quadratkilometern hat die Insel eine Länge von etwa 42 Kilometern und eine Breite von noch nicht einmal 30 Kilometern. Sie ist damit etwas kleiner als Hamburg.
Trotzdem gibt es auf der fünfgrößten Insel der Kanaren hunderte Kilometer ausgebaute Wanderwege. In den letzten Jahren hat sich die grüne Insel vom Insidertipp zum gefragten Ziel für Wanderer und Biker gemausert.

Bei einer Stadtführung in Santa Cruz de La Palma fallen viele historische Häuserreihen auf. Die Stadt an der Ostküste der Kanareninsel La Palma gilt als eines der schönsten Beispiele spanischer Kolonialarchitektur.

Eindrucksvolle Kolonialarchitektur

In zwei Stunden hat man zumindest den historischen Kern der 18.000 Einwohner zählenden Stadt gesehen. Beim Bummel durch den Altstadtkern haben wir den kundigen La Palma – Experten Herbert Zunker, einen Berliner, der mehrere Monate pro Jahr auf La Palma „überwintert“ an unserer Seite.

Durch ihn werden wir immer wieder auf Kirchen und historisch bedeutsame Häuser aufmerksam gemacht.
Beginn des Spaziergangs ist der Platz der Konstitution. Entlang der autofreien Geschäftsstraße O`Daly kommen wir am prächtigen Palacio Salazar aus dem 17. Jahrhundert vorbei und blicken in einen der typischen altspanischen/maurischen Palasthöfe. In der dortigen Touristeninformation gibt es auch deutschsprachige Broschüren.

Stadtbummel durch Santa Cruz

Kurze Zeit später stehen wir auf der ebenfalls von alten Häusern gesäumten Plaza Espana. Dann ist der Besuch des Klosters und der Kirche Santo Domingo angesagt. Von der Plaza Santa Domingo aus geht es die Treppe hinunter über mehrere Straßen zur Erlöserkirche Iglesia Del Salvador, die man durch eines der schönsten Renaissanceportale der Insel betritt.

 

Reizvoll ist der Blick im Kircheninnern auf die farbig bemalte Decke. Vor der Kirche steht das Standbild des Pfarrers Manuel Diaz, eines mutigen Theologen aus der Zeit der Befreiung Spaniens von der Herrschaft Napoleons. Direkt gegenüber residiert im 1560 erbauten Rathaus die Stadtverwaltung.

Interessantes Inselmuseum

Nach Besuchen der Markthalle und der Kirche San Franzisco lohnt ein Besuch des Museo Insular. Schwerpunkte der Sammlungen sind beispielsweise die archäologische Abteilung mit einer rekonstruierten Grabhöhle der Ureinwohner und Sammlungen für Bildende Kunst, Volkskunst und Naturkunde. Im Garten stehen übrigens Bäume, die gekrönte und ungekrönte Häupter europäischer Länder anlässlich der Eröffnung des großen Observatoriums auf dem Kamm der Caldera de Taburiente im Jahr 1985 pflanzten.
Vom Inselmuseum aus geht es weiter durch eine steingepflasterte Gasse zur Plaza Alameda.
Nächste Station ist das kleine Schifffahrtsmuseum mit der Beton-Nachbildung der „Santa Maria“. Übrigens startete Kolumbus seine Reise in die neue Welt nicht von der Insel La Palma, sondern vom spanischen Festland aus.
Direkt hinter dem Museum kommen wir über die Uferstraße, wo wir uns bei einem Kaffee vom anstrengenden Fußmarsch stärken, zurück zum Ausgangspunkt.

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Wundervoll: Blühende Geranien

Auf der Meeresseite sehenswert ist unter anderem die pittoreske Häuserzeile mit Holzbalkonen, in der Landessprache als Balcones tipicos bezeichnet. Sie sind ein beliebtes Fotomotiv mit blühenden Geranien. Oftmals haben die Häuser Balustraden und verglaste Wintergärten mit Sprossenfenstern. Von der Meerseite hat man auch einen guten Blick auf das Castillo de la Luz, das die Stadt im Mittelalter vor Überfällen schützen sollte.

Weitere Tipps zu La Palma

Anfang Februar, wenn die Mandelbäume blühen, wird in El Pinar, einem Ortsteil von Puntagorda im Nordwesten von La Palma das traditionelle Mandelblütenfest gefeiert. Dann ist es mit der Ruhe in dem ansonsten recht idyllischen Ort so gut wie vorbei. Das Datum des Festes wird jedes Jahr nach dem Blütenstand von der Verwaltung der 2000 Einwohner zählenden Gemeinde auf der Kanaren-Insel neu festgelegt.

Mandeln und Wein

Mandelspezialitäten, Weine von der Insel und viel Musik und Tanz bestimmen dann das Leben. Anschließend feiern die Palmeros in vielen Orten sowie in der Hauptstadt Santa Cruz mit ihren Gästen Karneval. Statt mit Konfetti wird dabei Babypulver im wahrsten Sinne des Wortes verpulvert. Das hat mit der speziellen Geschichte der Insel zu tun. Mit dem Bestäuben mit Mehl wollte man einst die Rückkehrer aus Lateinamerika in die raue Realität des Lebens zurückholen. Auch Herbert Zunker machte damit Bekanntschaft. Wer keine weiße Kleidung an hat, der sieht dann ganz schön bepudert aus.“

Santa Cruz auf La Palma

Santa Cruz auf La Palma

 

Pressemeldung vom Dezember 2020

„Walk of Fame“ der Wissenschaft auf La Palma eingeweiht

Experten informieren über die Highlights der Kanareninsel „La Isla Bonita“

La Palma hat eines seiner herausragendsten Projekte eingeweiht: den Paseo de la Estrellas de la Ciencia. Dies ist weltweit der erste Ort seiner Art, der berühmte Persönlichkeiten aus dem Bereich der Wissenschaft ehrt und zeitgleich die Bedeutung der Insel mit der Entwicklung der Wissenschaft unterstreicht. Die in der Avenida Marítima der Hauptstadt Santa Cruz de La Palma gelegene Promenade wurde mit vier Sternen eingeweiht, die den folgenden Wissenschaftler gewidmet sind: dem englischen Physiker Stephen Hawking; dem russischen Astronaut Aleksei Leonov und den beiden Physik-Nobelpreisträgern Takaaki Kajita und Samuel Chad Chung.

Der Standort des Paseo de la Estrellas de la Ciencia wurde ganz bewusst ausgewählt, denn La Palma kommt in der Welt eine hohe Reputation in der Astrophysik und in der Erforschung des Universums zu. Nicht zuletzt aufgrund der jahrzehntelangen Arbeit des renommierten Observatoriums Roque de los Muchachos. Der „Walk of Fame“, der von wissenschaftlichem, kulturellem und touristischem Interesse ist, zielt fortan darauf ab, das Interesse an der Verbreitung der Wissenschaft zu untermauern und bekannte internationale Protagonisten und deren einflussreiche Arbeit zu ehren

Die Auszeichnung der ersten vier Wissenschaftler erfolgte bereits in den vergangenen Jahren. 2016 erhielt der inzwischen verstorbene Stephan Hawking bei seinem Besuch auf La Palma diese Anerkennung. Er lieferte bedeutende Arbeiten zur Kosmologie, zur allgemeinen Relativitätstheorie und zu Schwarzen Löchern. Im Juli desselben Jahres bekam der russische Astronaut Aleksei Leonov den zweiten Stern. Leonov war der erste Mensch, der sein Raumschiff verließ und lediglich mit einer Leine gesichert im Weltraum schwebte. Im Jahr 2017 erhielt der japanische Nobelpreisträger für Physik, Takaaki Kajita, den dritten Stern der Wissenschaft. Kajita wird für seine Schlüsselbeiträge zur Erforschung von Neutrinos anerkannt; sein Durchbruch eröffnete ein neues Forschungsfeld in der Physik und Astrophysik. Der vierte der bisher verliehenen Sterne ging an Samuel Chad Chung Ting, Nobelpreisträger für Physik im Jahr 1976. Samuel, ein Amerikaner chinesischer Herkunft, entdeckte ein neues subatomares Teilchen, das er das J-Teilchen nannte, eine neue Klasse von langlebigen massiven Mesonen.

Die wenigsten Menschen wissen, dass die UNESCO 2002 La Palma zum Biosphärenreservat erklärt hat. Astronomen und Hobby-Sterngucker sind vom Nachthimmel der Insel beeindruckt, der aufgrund der geringen Lichtverschmutzung von der UNESCO als „Starlight Reservat“ anerkannt wurde.

Seit dem 23. November 2020 gilt für alle Reisenden, die auf dem Luft- oder Seeweg nach Spanien einreisen und aus einem Risikoland/-gebiet kommen, die Verpflichtung einen negativer PCR- oder Antigen-Test vorzulegen. Die Durchführung des Tests darf laut Auswärtigem Amt nicht länger als 72 Stunden zurückliegen. Nach Möglichkeit soll er im Herkunftsland gemacht worden sein, doch es gibt auch Testmöglichkeiten in autorisierten Teststationen direkt bei Einreise. Die Kosten sind von der untersuchten Person zu tragen. Zudem ist es während des Aufenthalts in einem touristischen Beherbergungsbetrieb auf den Kanaren die Pflicht jedes Reisenden die spanische Corona-App „Radar COVID“ zu aktivieren und diese frühestens 15 Tage nach der Rückkehr in die Heimat abzustellen. Flugreisende müssen zusätzlich ein Formular im „Spain Travel Health-Portal“ zur Gesundheitskontrolle ausfüllen, das einen QR-Code erzeugt, der bei Einreise vorgelegt werden muss. Weitere Informationen unter www.visitlapalma.es/de/viajar-a-la-palma-en