Polens Weinbautradition und Weinfeste
olen und Wein – das klingt zunächst ungewöhnlich. Doch der Weinbau hat im Land eine lange Geschichte und erlebt seit einigen Jahren eine bemerkenswerte Renaissance. Besonders bekannt ist Zielona Góra (Grünberg) in der Woiwodschaft Lubuskie. Die Stadt gilt als eines der historischen Zentren des polnischen Weinbaus. Rund um Zielona Góra sind inzwischen zahlreiche kleinere Weingüter entstanden, die vor allem Weißweine, aber auch Rosé und Rotweine erzeugen. Zu den Besonderheiten gehören robuste Rebsorten, die mit dem vergleichsweise kühlen Klima zurechtkommen. Höhepunkt des Weinjahres ist das Winobranie, das große Weinlesefest von Zielona Góra. Es findet traditionell im September statt. 2026 kamen bei dem neuntägigen Fest mehr als 40 regionale Weingüter zusammen. Rund um das Rathaus entstand eine regelrechte „Weinstadt“ mit Verkostungen, regionalen Produkten und kulturellen Veranstaltungen. Hinzu kommen Weinbusse, die Besucher direkt zu den Weingütern bringen, sowie Führungen, offene Weinkeller und kommentierte Weinproben. Doch Zielona Góra ist nicht der einzige Ort polnischer Weinkultur. Auch in Regionen wie Niederschlesien, Kleinpolen und dem Karpatenvorland entstehen immer mehr Weinberge. Winzer setzen dabei häufig auf PIWI-Rebsorten, die widerstandsfähiger gegen Krankheiten und für das polnische Klima geeignet sind. Besonders reizvoll für Reisende sind die kleinen Familienweingüter. Dort geht es weniger um industrielle Produktion als um Handwerk, Landschaft und persönliche Begegnungen. Weinproben verbinden sich häufig mit regionaler Küche und Geschichten über die Wiederentdeckung einer Tradition, die in Polen beinahe verloren gegangen war.




