Wenn in wenigen Monaten in Grünheide bei Berlin die gigantische Tesla-Fabrik des amerikanischen Multimilliardärs Elan Musk eröffnet, beginnt ein neues technologisches Zeitalter für Deutschland. Denn in diesem Mammutwerk werden ausschließlich elektrobetriebene Autos gebaut – bis zu 500.000 Exemplare pro Jahr.

Tesla. Woher kommt dieser Name?

Der US-Entrepreneur und  Weltraumenthusiast Elon Musk wollte mit dieser Markenbezeichnung für seine Autos den österreichisch-ungarischen Erfinder, Physiker und vor allem Elektronikingenieur Nikola Tesla ehren (1856 – 1943). Der war Genie und Ausgeflippter in einer Person, ein ausgesprochen bizarrer, einmaliger Typ. Er erhielt beispielsweise in 26 Ländern über 112 Patente, in den 1930er Jahren zwölf Ehrendoktorwürden, darunter von den Universitäten Prag, Brünn, Bukarest und Paris. Er sprach acht Sprachen fließend: Serbo-Kroatisch, Tschechisch, Englisch, Französisch, Deutsch, Ungarisch, Italienisch und Latein. Er war 1,88 Meter groß, bei einem Gewicht, das sich konstant um die 64 Kilogramm bewegte. Der New Yorker Chefredakteur Arthur Brisbane sprach von Nikola Tesla als „fast der größte, fast der dünnste und mit Sicherheit der ernsteste Mann, der regelmäßig zu `Delmonico‘ geht“. Ja, der eigenartig-eigenwillige Nikola Tesla war auch Lebemann: Nach seiner Arbeit zwischen täglich 9 und genau 20 Uhr 10 suchte er das berühmte New Yorker Restaurant `Delmonico` oder auch das Hotel `Walldorf-Astoria` auf, wo für ihn jederzeit derselbe Tisch reserviert sein musste. Er hatte dort auch das, was er „Stammbedienung“ nannte. Sein Essen mußte haargenau 15 Minuten nach seinem Eintreffen serviert werden. Anschließend arbeitet er oft bis nachts drei Uhr in seinem Büro weiter. „Ich brauche nur zwei Stunden Schlaf“, behauptete er einem Freund gegenüber. Vor dem Einschlafen, erläuterte er einmal, massiere und knete er intensiv seine Zehen – das würde seine Hirnzellen stimulieren.

Tesla Auto Test

Blick in das Cockpit eines Tesla Foto: Weirauch

Tesla Namensherkunft

Während seiner Studienzeit in Graz – er schaffte wohl nie einen Abschluss – entdeckte er seine Leidenschaft für Billard, Schach und Kartenspiele, saß mitunter „48 Stunden am Stück an einem Spieltisch“, heißt es beispielsweise in dem Online-Nachschlagewerk Wikipedia. Dort sind ihm Seiten über Seiten gewidmet – der große Wissenschaftler war eben auch ein regelrechter Kauz. So kommentierte er 1926 die Ungleichheit der Geschlechter und sagte voraus, dass Frauen einst das dominierende Geschlecht würden. Er heiratete nie, deutete einmal an, Frauen würden ihn in seinem Beruf nur behindern. In einem Interview vom 10. August 1924 sagte Tesla: „Die Tendenz der Frauen, den Mann beiseite zu schieben und den alten Geist der Zusammenarbeit mit ihm in allen Angelegenheiten des Lebens zu verdrängen, ist für mich sehr enttäuschend“. Andererseits meinte er in einem anderen Interview, „durch Nichtheirat ein zu großes Opfer für seine Arbeit gebracht zu haben“.

Nikola Tesla war zeitweise Vegetarier

Nikola Tesla hatte etwas gegen übergewichtige Menschen. So entließ er einmal seine Sekretärin mit der Begründung, sie sei zu dick. Er selbst lebte zeitweise als Vegetarier, nahm nur Milch, Brot, Honig und Gemüsesäfte zu sich. Ausschlaggebend dafür war wohl die Tatsache, dass er in jungen Jahren vielfach kränkelte. Er war als orthodoxer Christ geboren und erzogen worden, bezeichnete sich später aber als Nichtgläubigen „im orthodoxen Sinne“.  Nikola Tesla glaubte nicht an das Leben nach dem Tod.

Schick sieht der Tesla aus Foto: Weirauch

Schick sieht der Tesla aus Foto: Weirauch

Nikola Tesla wurde trotz seiner vielen Eskapaden und Unwägbarkeiten in höchstem Maße verehrt und bewundert. Der US-Autor Julian Harthorn schrieb, dass „man selten einen Wissenschaftler oder Ingenieur wie Tesla traf, der auch Dichter, Philosoph, Sprachwissenschaftler und zugleich Kenner von guter Musik, Essen und Trinken und ein Liebhaber war“. Tesla traf viele „große Geister“ seiner Zeit, freundete sich auch mit dem Schriftsteller Mark Twain an.

Wikipedia schreibt zu Tesla u.a.: „Nikola Tesla (* 10. Juli 1856 in SmiljanKroatische MilitärgrenzeKaisertum Österreich; † 7. Januar 1943 in New YorkUSA) war ein ErfinderPhysiker und Elektroingenieur. Sein Lebenswerk ist geprägt durch zahlreiche Neuerungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik, insbesondere der elektrischen Energietechnik, wie die Entwicklung des heute als Zweiphasenwechselstrom bezeichneten Systems zur elektrischen Energieübertragung. Tesla erhielt in 26 Ländern über 280 Patente, davon 112 in den USA.

Erfindung des Induktionsmotors

Sie beide arbeiteten oft in Teslas Labor zusammen. Mark Twain etwa schwärmte von Teslas Erfindung des Induktionsmotors als „das wertvollste Patent seit dem Telefon“. Tesla war auch mit der französischen Schauspielerin Sarah Bernhardt (1844 – 1923) befreundet, die als beste Darstellerin ihrer Zeit galt.

Beruflich war Nikola Tesla ein Genie. Sein Lebenswerk ist geprägt durch Erfindungen, die auch heute noch von größter Bedeutung sind. Dazu gehört beispielsweise das System der elektrischen Energieübertragung, besser bekannt als Zweiphasenwechselstrom. Teslas gesamtes Leben war der Elektrizität gewidmet.

Warum Elon Musk seine Autos nach Tesla benannte

Das letztlich ist auch der Grund, weshalb Elon Musk seine Autos nach Tesla benannt hat – und nicht etwa „Musk“. Dieser Elon Musk (43) ist kein geringeres Genie als Nikola Tesla. Er hat nicht nur Tesla erfunden, sondern brilliert auch auf dem Sektor Raumfahrt. Er gründete die Firma Space X, übrigens erst 2002. Dieses Unternehmen übertrifft inzwischen sogar die NASA. Nicht nur, indem es Astronauten zur Raumstation ISS befördert, was die NASA seit Jahren nur mit Hilfe der Russen kann. Musk hat zudem die erste wiederverwendbare Rakete der Welt erschaffen – einmalig! Wenn diese Rakete ihre Last auf den Weg ins All gebracht hat, kehrt ihre erste Stufe zur Erde zurück und landet senkrecht auf einer Plattform – um für einen neuen Start präpariert zu werden.

Elon Musk und der Mars

Musk will auch Menschen zum Mars schicken, dort eine Siedlung bauen. Bisher hat ihm niemand dieses Vorhaben ausgeredet – diesen aberwitzigen Plan. Dort sollten Roboter tätig sein, nicht Menschen, die in unwirtlicher Umgebung jahrelang eingesperrt würden . . .

Hier weitere Beiträge von Chefredakteur a.D. Wolfgang Will