Die Historische Mühle von Sanssouci kennt wohl jeder Potsdamer. Aber die Bockwindmühle in Fahrland, einem Ortsteil der Landeshauptstadt ?  Für viele Potsdamer war es der wohl erste Besuch in der Bockwindmühle von Fahrland im Norden von Potsdam. Andere wiederum berichteten am heutigen Mühlentag von ihren Erlebnissen, die sie zu DDR-Zeiten in der Mühle hatten.

Mühlenexperte und Ortsbürgermeister Claus Wartenberg führte stündlich durch das technische Denkmal. Und er wusste viel zu berichten. Denn Claus Wartenberg ist von Hause aus Denkmalspfleger. Mühlenbesitzer Günter Watzke freute sich besonders, dass der Oberbürgermeister Jann Jakobs bei seinem Besuch heute Vormittag Hilfe zusagte. Die Mühle braucht jeden Cent.

Die meisten der 500 Besucher, die heute die Bockwindmühle besuchten, einte das Gefühl: die neuen Besitzer können es schaffen, dass sichin zwei bis drei Jahren die Windmühlenflügel wieder im Wind drehen können. Der große Vorteil: es gibt viele Zusagen der Hilfe, auch ein Mühlenbauer wurde gefunden und im Innern ist der Großteil des Interieurs noch erhalten. Es machte Freude, wie die Dorfgemeinschaft heute  rund um die Mühle zusammensaß und fachsimpelte. Mit dabei u.a. der Bürgerverein Fahrland und Umgebung e.V., der Treffpunkt Fahrland e.V., die Freiwillige Feuerwehr Fahrland, die Angelfreunde Fahrland e.V. sowie der Werderaner Weinverein.

Fahrland-watzke

Günter Watzke hatte die marode Bockwindmühle vor zwei Jahren bei einer Zwangsversteigerung erworben hatte. Aus Leidenschaft – die muss sehr groß sein, denn die Mühle hat gar keine Flügel mehr.

Bevor sie wieder in den Wind gedreht werden kann, sind umfangreiche Sicherungsarbeiten notwendig. So soll der Unterbau komplett entkernt und die Mühle als Ganzes einmal angehoben werden. Später folgen dann die Erneuerung der Außenhaut der Bockwindmühle sowie die Restaurierung des Innenlebens mitsamt Mahlwerk. Diverse Teile, wie der sogenannte Hammerbalken, auf dem die Mühlenkonstruktion ruht, muss komplett erneuert werden.

Einst Kulisse für DEFA-Filme

Übrigens, so weiß Watzke, war die Fahrländer Bockwindmühle bis 1968 in Betrieb, danach diente sie als Veranstaltungsort sowie als Kulisse für Filmaufnahmen. So wurde der DEFA-Märchenfilm „Der große und der kleine Klaus“ dort gedreht.

Fahrländer Mühle in den 70er Jahren auf einer Postkarte

Fahrländer Mühle in den 70er Jahren auf einer Postkarte

Weitere Infos gibt es hier auf der Mühlenseite der Fahrländer Mühle

 

Gerade erschien ist die 3. Ausgabe der Mühlenzeitschrift Molina.

Foto: terrapress

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